Fotos, Textkontrolle fehlen noch. Pressebeiträge: Fünf Aktenordner sind insgesamt zu kopieren!

Berufsweg als selbständiger Kunsthändler & Mallorca Zeitung:

Prolog. Man muß wissen, wo man steht. Aber man darf auch wissen, wer man ist.

Mit meinem Selbstbewusstsein, meiner Marketing-Begabung, gelang es mir,
gut und erfolgreich durchs Leben zu kommen. Selbstvermarktung des Namens Galerie Blau spielte eine Rolle. Meine Künstler sollten, wollten, das sie bekannter wurden. // Und, es sollte mir nicht viel oder gar nichts kosten,
außer Tapas&Wein. //
Später, während einer allgemeinen Wirtschaftskrise,
kam die Idee, berühmte Vernissage-Eröffnungs-Redner zu gewinnen.
Die waren kostenlos. Bis auf einen. Auch die Schirmherrschaften, die Sponsoren waren kostenfrei. //
Die Medien brauchen Aufhänger. Gerne mögen sie es, wenn die Beiträge über Kunst „vorgeschrieben“ sind. Das habe ich schnell begriffen. Oft änderten sie nur den Anfangssatz. Jedenfalls öfters auf Mallorca. Bei dem Mallorca Magazin war das so. Das ist doch krass, oder? Ist man einmal in den Medien, verselbständigte sich das. Immer wurde über die Galerie Blau geschrieben. Jahrelang. Fünf Aktenordner zeugen davon! Siehe Aufzeichnungen unter Rubriken Presse. // Man sagte, ich wäre ein begnadeter PR-Mann gewesen. Nun, ich war kreativ!

1978 Gründungsjahr Kunsthandel Blau, mit Antiquitäten und gleichzeitig „Moderne Kunst“ – Avantgarde nach 1945.
Schwerpunkt deutsche und international bekannte Künstler, auch Nachwuchskünstler aus Nordrhein-Westfalen. // Warum bin ich Kunsthändler geworden? Wegen meiner gewachsenen Leidenschaft zu Menschen! Kommunikation war und ist sowohl in meiner Kindheit, als auch später, für mich wichtig. Zur Unterhaltung, tiefere Gesprächen, Neues zu erfahren. Kontakte herzustellen. Daher wurde wohl von einem „Salon bei Blau“ gesprochen. Eine Programm-Galerie finde ich für mich langweilig. Wahrscheinlich wäre ich auch ein akzeptabler Regisseur geworden. Menschen zu erkennen, zu führen, das liegt mir. Leute zusammenzubringen, das mag ich. Gerne auch sie zu „orchestrieren“. Dann bin ich eben auch ein Dirigent? Toll, nicht wahr! Tatsächlich zitiere ich hier einige aus meiner nahen Umgebung, greife Gedanken auf von Presseleuten. Und – das möchte ich auch hier festhalten: Die Kunsthandelsräume boten viele Gelegenheiten, sehr starke, prickelnde private Erlebnisse zu bekommen! Fast hätte ich gesagt, nur deswegen bin ich zum Kunsthändler geworden. Lust, und Möglichkeiten stiegen. Die Türe war auf, die Zielgruppen kamen hereingeschneit! Nur clever musste ich zugreifen. Ich bereue nichts! Erinnere mich heute einige Male sehr gerne, was manchmal so los war! // Da JCB und ich befreundet waren mit dem Kölner Gerd Reinz, damaliger Vorsitzender des „BVDG – Deutschen Galeristenverbandes“, bekam ich zur freien Auswahl aus seiner Galerie Orangerie, moderne Kunst, mit hohem Anspruch. In Kommission. Natürlich sah daher mein Kunstangebot von Anfang an gut aus. Ohne großen finanziellen Aufwand. Entsprechend schnell wurde ich von Interessenten aufgesucht. // Moralische Stütze und Hilfe als Verkäuferin, von Anfang an, na klar: meine Mutter. Somit kam es auch weiterhin zu vielen Reisen. Auch als Begleiter von JCB ins Ausland, privat oder geschäftlich, immer, immer wieder. Das hieß für mich, während JCB Geschäftsgespräche tagsüber hatte: Rein in die Museen und Galerien, zu Fuß die Städte erforschen, so wie es meine Eltern schon für mich als Kind organisiert hatten. Siehe Rubrik Reisen. Etwa war ich, per Bustour – immer alleine, vorne beim Fahrer sitzend, mit 12 in Venedig und Tirol. Mit 16 in Warschau, Krakau, Auschwitz. In Dänemark, in Schweden. Und auf der hanseatischen Yachtschule in Glücksburg mit 16 Jahren. Abschluss: zweiter Preis im Dingi. Der damalige Direktor war der Navigator auf der schönen, dunkelgrünen „Krupp-Hochsee-Segel-Yacht“. Zufällig lag sie dort vor Anker. Dann ging es halt weiter so mit den Touren mit JCB. Bis heute 2020.

1978 Auch der Verkaufsgewinn meiner Eigentumswohnung im Münsterpark, Derendorf, ermöglichte den Start. Sofort kaufte ich eine neue. Deren Verkaufsgewinn erleichterte mir zusätzlich den Umzug nach Palma de Mallorca 1999.

Für den Nachwuchs: Sein eigener Herr zu sein, morgens um 10Uhr die Geschäftstüre aufschließen, also, das machte mich sehr glücklich! Oft bin ich auch nachts zur Kunsthandlung gefahren, alleine. Sah von außen mein Geschäft. Genoß meine Präsentationen, im Schaufenster und Drinnen. // Nie war ich krank. Unvorstellbar. // Vorstellbar ist aber auch, das diese Art Beruf, Türen öffneten. Einen Galeristen lädt man gerne nach zuhause ein, wenn man gute Umgangsformen hat, wissend ist im Zeitgeschehen, Allgemeinwissen hat, einen gesunden Menschenverstand. Das ist die Voraussetzung. Die Beherrschung von Small talk ist ebenso eine Voraussetzung. Meine rheinische Offenheit, amüsante Erzählkunst, ist wohl gut gewesen. Das darf ich selber über mich sagen. Der Beweis sind ja auch alle Rubriken hier. // Nochmals, diese Aussagen hier sind aufgeschrieben, auch für nachwachsende Selbständige, zur Schaffung von mehr Selbstbewusstsein, zur Ermunterung. Abbau der eigenen Zensur im Kopf. Lasst doch die anderen Nein sagen!

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Kunsthändlerweg nach Jahreszahlen

198Joseph Beuys. Erste, sehr kleine aber bedeutende Ausstellung der Galerie Blau. Dank Kontakt zu Beuys. Erster kleiner Pressebericht mit Foto:

Der Anfang mit Pressebeiträgen

Es folgten eher unbedeutende Präsentationen. Hauptsächlich hatte ich ja einen Kunsthandel, mit schönen Dingen. Ausserdem gab es viele Kultur-Reisen mit JCB. Nun ja, das blieb auch so. Diese begannen mit ihm ja schon, als ich 17Jahre alt war und JCB, 32. // Nach und nach entwickelte ich mich zum Galeristen. Dank lesen, lesen lesen, Galerien und Museums-Besuchen, Gespräche mit JCB, Sammlern, Kulturwissenden. Unterstützend, na klar, die gute soziale Umgebung!

1988. Computer. Die Entwicklung des Internets für alle begann. Das www wurde erfunden. Für meinen Weg gab es immer nur eins: Lernen. So belegte ich als einer der ersten bei der Industrie & Handelskammer, einen PC-Kursus. Mit 41 Jahren war ich dort der älteste. Aber, sorry, nicht der schlechteste, so der Lehrer. Alle anderen Schüler waren wesentlich jünger!

1989 Beginn Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Galerien BVDG. Mitglied im Ausschuss „Neue Medien.“ (Computer).

1994. Mein erstes Handy. Ein Siemens S10. Der „Knochen“. Es gab das erste Netz in Deutschland: D1 und D2. Damals war Siemens noch „Vorne“, Vorreiter! Von Weiterentwicklung habe ich bis heute, immer viel gehalten!

1995 Ausstellungsbeginn mit Kuratoren & Schirmherrschaften. Kulturverantwortliche als Redner, da kostenlos. Dies war eine clevere unternehmerische Entscheidung. Viel mehr Medien berichteten nun über meine Künstler und deren Ausstellungen! Sehr viel mehr Gäste kamen. Der Umsatz stieg. Siehe Dokumentation Pressebeiträge in – fünf Aktenordner!

1997 Prof. Dr. Raimund Stecker, Direktor Kunstverein Düsseldorf, empfiehlt die Galerie Blau in einem Rundschreiben an die über 3.000 Mitglieder.

1998 Prof. Dr. Armin Zweite, Direktor Kunstsammlung NRW, schreibt einen Glückwunsch zur Helmuth Pfeuffer-Ausstellung und gratuliert zu der Entwicklung der Galerie Blau.

1999 – 19. Juni. Prof. Heinz Kalenborn, Kulturausschuss Rat der Stadt Düsseldorf: „Blau ist der Schmela der 90er Jahre“. ( Na bitte!)

1999 Januar Galeriepartnerschaft mit Theofilos Klonaris. Klonaris, Mathematiker, Übersetzer Englisch / Griechisch / Deutsch, Autor. Starker Buch-, Film- und Pop-Musikwissender. // Nach sechs Monaten inoffizieller Mitarbeit, nun Galerie-Partner. JCB war dagegen. „Weil ich Klonaris zu wenig kannte“. // Klonaris war ein ehemaliger Mitarbeiter und der Freund von Prof. Dr. David Galloway, „Kulturpapst„. (05.05.1937 – 28.12.2019). Beide lebten in Wuppertal und im ehemaligen Bischofspalais von Forcalquier, Südfrankreich. Auch für ihn schrieb Klonaris Kunstbeiträge. // Galloway, bekannt geworden als Einkäufer für das Modern Art Museum, Teheran, der Farah Pahlavi Diba, Ehefrau des Schah von Persien. Noch heute sind Bilder in Holzkisten verpackt. Immerhin nicht zerstört! Der Sturz des Schahs unterbrach den Sammlungs-Aufbau. Siehe Interview www.zeit.de, Wikipedia, etc. etc.

1999 September: Umzug von Düsseldorf – nach Palma de Mallorca. Aus dem Stehgreif gab es Verkaufserfolge. Auch an Mallorqiner, was nicht erwartet werden konnte, hieß es. War doch eine Denk-Medienwelle gegen die Aufkäufer der Fincas aus Deutschland vorhanden. Dabei wurde über den Verkauf dieser oft Ruinen, Wirtschaftskraft geschaffen. Für Mallorca! Mallorca war bis in die 60-70.ziger Jahre bettelarm! Schließlich wurde keiner von denen gezwungen, ihre Grundstücke an Ausländer zu verkaufen! Glatt eine Verdrehung von Fakten.// Wir spürten schnell die Internationalität auf der Insel. Drei-Sprachig mußten wir uns jeden Tag behaupten. // Die Angst der Insulaner wurde uns aufgezeigt. Sie befürchteten eine Überfremdung. Ein Stellvertreter des Bischoffs, mit dem wir ein gemeinsames Projekt hatten, fragte uns: Wieviel Menschen verträgt unsere Insel? Wir wurden nachdenklich. // Hier lernten wir die deutschen Inhaber der Firmen kennen. In Düsseldorf waren das eher deren Direktoren – „nur“. // Neu für mich, in Spanien werden alle Namen in Dokumenten festgehalten. So lernte ich wieder meinen kompletten Namen anzugeben: Siegfried Erich Blau. Erich, weil mein Onkel Erich als Soldat 1945 gefallen war. Er war wohl ein Guter, sagte man mir.

2003 – 25 Jahre Galerie Blau – Selbstgespräch Siegfried Blau:

Meine Leidenschaft für die Kunst, das Entdecken, das Fördern, das Reisen, das Lesen, haben mich zum Kunsthändler werden lassen. Und meine gute soziale Umgebung – zugegeben.
Immer mit dem Suchen, mit Bewegung beschäftigt. Vorrangig interessiert mich auch die Bewegung in der Malerei. Kein statischer Aufbau, obwohl ich als ehemaliger Maschinebau-Ingenieur sehr wohl auch diese Zeichen lesen kann. Anfangs hingen zeitgenössische Bilder über „englische Kommoden“. Ein „Salon“ des 20. Jahrhundert? So schrieben es Medien. So nannte es auch Prof. Dr. David Galloway, der „Kulturpapst“. Ehemaliger Freund von Theofilos Klonaris. Lesungen und Bücher, Musik und Tanz wurden vorgestellt. Wunsch und Ziel war und ist es, ein guter Galerist zu sein. Gut meint Arbeiten bzw. Künstler zu finden, die eins immer wollen: Qualität. Dies ist meistens gelungen. Vorbilder sind Alfred Schmela und das Denken eines Kunsthändlers wie Heinz Berggruen. Mir ist das nächtliche Aufwachen, wegen existentieller Sorgen ebenso bekannt, wie der Tiefschlaf. Den gab es meistens.

2004 – Ein Schicksalsjahr. Mit Wendungen. Privat und Beruflich.

2004 – Mai. Beendigung der Galeriepartnerschaft mit Theofilos Klonaris. Wir bleiben enge Weggefährten. In Erinnerung auch, seine Einschätzung über mich: Du gehörst nach New York! Deine Art der positiven, fließenden Konversation paßt dort.

2004 – Mai. Theofilos Klonaris wird künstlerischer Direktor der neu gegründeten Galerie „Art Forum Palma de Mallorca“. Besitzer war ein guter Kunde meiner Galerie. // Klonaris gelingt der internationale Durchbruch. Und danach seine Selbständigkeit als Galerist. www.klonaris-fine-art.com. Er ist ein Guter!

2004 – Juni. Frontalzusammenstoß mit meinem Mercedes 190 auf Mallorca!! Ich lebe! Das Auto – Totalschaden. Das veränderte mein Leben. Eine Studentin bekannte sich bei der Polizei schuldig als Verursacherin. // Ich war sehr irritiert. Konnte mein Glück kaum fassen, das mir nix passiert war. Das brachte bei mir Sinnfragen auf. Will ich so weitermachen wie bisher? // Presse Mallorca Zeitung vom 15.07.2004. Foto Blau mit Halskrause. Titel: „Glück im Unglück“. Mallorca Magazin 16.07.2004, dto. Express Düsseldorf 15.07.2004.

2004 – September. Galerie-Vermieter-Forderung: Mieterhöhung 33%! Der fünf Jahres-Mietvertrag ist zu Ende. Nee, so eine unverschämte Erhöhung?! Das wollte ich nun nicht mehr. Wollte nicht mehr nach 26Jahren Selbständigkeit jeden Tag um 10Uhr die Türe aufschließen. Meine Leidenschaft dazu hatte ich verloren! Wie ich schon nach dem Frontalzusammenstoß sagte, im Juni 2004: Was will ich?

2004 – 2014 selbst. Kultur-Redakteur, Inselradio Mallorca: Jeden Freitag, ein Beitrag. Titel „Blau – Kunst&Kultur“. Bis ca. 2.Millionen Hörer über Astra. Dort mich wirken zu lassen, war eine Idee von Direktor Daniel Vulic. ER sprach mich an: Meine Art Gastkolumnen zu schreiben, frei sprechend mich auszudrücken – er hörte mich bei bei meinen Vernissage-Eröffnungsreden, in Diskussionsrunden – mein Allgemeinwissen, mein nicht kleiner Wortschatz und besonders meine Kenntnisse für Kunst und Kultur, und meine Stimmlage, das würde passen. Stimmt wohl. Denn es bildete sich eine Fan-Gemeinde. // Mit der Redaktionsleiterin Katrin Wagenaar wurden mehr als 350 Sendungen produziert. Und zig mal wiederholt. Klasse! Dank an Katrin, dank Daniel Vulic! Noch heute pflegen wir unseren Kontakt. // Aber ich danke auch WDR2-Radiomoderator Jürgen Mayer: Er war es, der empfahl, rede ohne vorher aufgeschriebene Sätze. Das kommt besser rüber. Du kannst es! // Jürgen Mayer hat mit seiner Frau Christina, jeden Sonntagmittag eine wirkliche große Sendung im Inselradio Mallorca. Viel umfangreicher. „Mayers&Friends“. // Er ist uns allen bekannt vom Radio WDR2. Dort spricht er als Redakteur seit zig, zig Jahren. Seit 2020 auf WDR4. // Es gab für ihn, immer wieder Gasteinladungen. Etwa bei der Fussball-WM 2006, vor 50.000 Menschen, und, und, und… Jürgen, Daniel und Katrin, ihr seid klasse!

2005  – „Intime Ausstellungen“ in meiner Penthouse-Terrassen-Wohnung, Palma. Eher spreche ich von gezielten, privaten Einladungen. Arbeite als Kurator, Ausstellungsmacher, Berater – hinter den Kulissen. Vermittle Kunst & Künstler. Siehe etwa Ausstellungen meiner ehemaligen Künstler bei „Galerie Niepel bei Morawitz“, in Düsseldorf.

2005 – Februar bis Juni 2014 Berufswechsel: Nun bin ich selbständiger Kundenberater bei dem spanischen Verlag EPI – Editorial Prensa Iberíca. Dank Empfehlung von Wolfgang Schönborn, Chefredakteur der Mallorca Zeitung & Costa Blanca Rundschau. Deren Verlag gibt 18 Publikationen heraus. // Zuständig bin ich besonders für die wöchentlich erscheinende Mallorca Zeitung. Sie ist die führende deutsprachige Zeitung auf den Balearen. Marktanteil ca. 65%. Außerdem arbeite ich für die relativ neue, deutschsprachige Wochenzeitung Costa Blanca Rundschau, ebenso für die spanische Tageszeitung Diario de Mallorca und deren Jahresmagazin „Mallorca-Touristik Information“. // Gerade wegen meines Alters und meiner Erfahrungen, habe ich diese Vereinbarung erhalten. Zwei wesentlich jüngere Mitbewerber wurden nicht akzeptiert. Vorstellungsgespräch war – auf Spanisch. Mmh, ich kann schon, wenn ich muß! Meine Aufgabe: Umsatzverbesserungen für Kunden, Organisationen von Foren, Veranstaltungen. Bis nach Luxemburg zu den Banken, reiste ich, etc. // 2006 wurde mir die Anzeigenleitung auf dem Festland angeboten, bei der Costa Blanca Rundschau. Doch nach Alicante & Denia, nee, das wollte ich nicht! Januar 2007 wurde diese Zeitung eingestellt. Wegen zu geringer Werbeeinnahmen. Kein weiterer Kommentar.

2010 – Februar, Düsseldorf-Besuch. Wolfgang Kamper, 80 Jahre jung, ehemal. Vorsitzender des Kulturausschusses der Landeshauptstadt Düsseldorf, treffe ich auf „meiner“ Hohe Strasse in der Carlstadt: „Herr Blau, Sie haben eine Lücke hinterlassen!“ (Wegen Umzug nach Palma 1999)

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2014 Mallorca Zeitung:
Nach 9 Jahren beende ich meine selbständige Kundenberatertätigkeit, Werbeverkäufer, Unternehmensberater. Auch als bester Neuvertragsverkäufer. Über 500 Verträge pro Jahr. Rekord in diesem Medienhaus, Zitat Geschäftsleitung. Geschenk – sechs Flaschen Wein…….. //
Es war eine gute, eine recht erfolgreiche Zeit.
Arbeit war immer wichtig für mich. Daher meine Lebensfreude!

2014 – Mallorca Zeitung Fetzen und – Dank.
Natürlich gibt es schlechte und gute Szenen in jedem Beruf. So durfte ich in Palma eine hitzige Grafikerin aus Argentinien genießen. Sie schmiß mir mal, unter Zeugen, einen Stapel Vorlagen an den Kopf: Weil ich so dumm sei, nix kapiert hätte. Wahrscheinlich eine Überreaktion. Denn just zu der Zeit, schlug Deutschland Argentinien 4:0 im Fussball. Trainer damals, der gerade verstorbene Diego Maradona, November 2020.
Oder zwei meiner Kollegen in der Werbeabteilung, haben mich jahrelang fies behandelt, gemoppt. Der disziplinierte, fleißige Deutsche, der so erfolgreich war, passte ihnen nicht. Etwa stand mal einer hinter mir, einen Papierkorb an meinem Ohr, während ich mit Kunden telefonierte, dann schlug er mir einem Lineal gegen den Papierkorb. Ungemein laut! Das Trommelfell platze mir nicht. Aber der Kragen: ich besorgte mir auf Spanisch ein Büchlein mit Schimpfwörter und Sätzen. Jedesmal wenn sie stänkerten, griff ich die Zitatensammlung, las für alle hörbar, daraus vor. Ab da ging es so einigermassen mit dem Zusammenleben im Großraumbüro.
Bis auf eine wilde Kollegin. Jeden Tag quatschte sie quer durch den Groß-Raum, zu anderen Kollegen. Nix berufliches, Tratsch. Höhepunkt, sie tanzte Spanisches, als ehemalige Tänzerin, wie sie sagte. Über sie beschwerte ich mich mehrmals. Dann wurde sie später tatsächlich entlassen.
Es war auch eine harte Zeit für mich, diese neun Jahre. Doch lies ich mich nicht unterkriegen, lief nicht weg!

Dafür gab es kann andere Personen, auch Persönlichkeiten, von denen ich akzeptiert wurde. Und umgekehrt. Hier ein paar Sätze.
Namen in alphabetischer Reihenfolge:

Cao, Miguel, der Galizier.
Die spanischen Preußen, sagt er. Miguel spricht sechs Sprachen, mit akzentfreiem Deutsch. Er ist angenehm auftretend. Gerne lachend. Zunächst war er im Innendienst. Sehr fähiger, fleißger Sachbearbeiter. Bei Bedarf vertrat er die Anzeigenleitung gegenüber Kunden und dem Vorstand. Miguel bearbeitete unsere Werbeaufträge klasse. Da ich gerne auch mal was Schusseliges ablieferte, korrigierte er es ohne Kommentare. Seine Unterstützung für uns, für die Kunden: sagenhaft gut, sehr professionell! Er wurde mein Nachfolger 2014. Da hat die Firma Mallorca Zeitung Glück! Seine Ehefrau Marion, hinreißend schön, klug. Sie arbeitet seit Jahren im deutschen Konsulat in Palma. Gut das beide zwei Töchter haben. Auch sie sehen verdammt gut aus. Na klar, wie die Eltern!

Feldmeier, Frank. Stellv. Chefredakteur.
Jung, sportlicher Langläufer, locker, klug, fair, gut erzogen, das all habe ich in bester Erinnerung. Und seine guten Kenntnisse, was KI betrifft. Also Pc und künstliche Intelligenz. Er ist das Korrektiv für alle, für den nicht sonderlich beliebten Chefredakteur Krauthausen. Da hat die Firma Mallorca Zeitung Glück mit Feldmeier!

John, Andreas. Redakteur.
Bei ihm kann ich es kurz machen: Ein sauberer Kollege mit Charme, Übersicht und lachend. Typ Kumpel. Ein Guter. Bis heute sind wir auf Facebook verbunden.

Krauthausen, Dr. Ciro.
Chefredakteur bis heute 2020. Tja, kein besonderer Dank hier. Doch ist Ciro so eine eher leicht verkorkste Type, so das er als Kontrastmittel zu den anderen guten Namen hier – mir – paßt! Als er anfing, als Redakteur vom Festland kommend, entsetze er nicht nur mich. Als neuer Chefredakteur trug er eine schlecht sitzende Anzugshose, nackter Fuß in – Sandalen.
(Der ehemalige deutsche Finanzminister Stoltenberg, ehemals auch Ministerpräsident von Schleswig Holstein, trat auch oft mit Sandalen und grauem Anzug, in Brüssel auf. Grausig! )
Nach einiger Zeit mußte ich die Korrektur hinkriegen. Ich erzählte Ciro von einigen verwunderten Kunden, die fragten, was das denn für ein Type sei!
So kam es zu kleinen Änderungen seiner Äusserlichkeiten. Seine Gräulichkeit, seine Verklemmtkeit, Unsicherheit mit leicht lispelten Ton, brachten keine gute Führungsfigur hervor. Und dies betrifft auch seine Entscheidungen. Jede Zeitung ist ja auch ein kommerzielles Unternehmen. Sie muß um den Erhalt von Arbeitsplätzen kämpfen. Also braucht es eine Balance zwischen redaktioneller Anspruch und Kommerz. // Nun gut, meine Selbstsicherheit brachte auch eine gute berufliche Nähe. Die respektierte er. Mein konstruktiv-kritische Art, da mitdenkend, an positive Entwicklungen glaubend, nie ätzend redend über andere, ergaben eine gute Arbeitsathmospähre, sagten wir beide. Und doch spürte man bei ihm immer wieder ein Art „Messer“ im Rücken. Sein gemein leiser Ton verstärkte Irritationen bei uns.

Schönborn, Wolfgang,
damaliger Chefredakteur. Heute Lehrer in der Schweiz. Eigentlich ein guter Typ. Nicht nur sein Aussehen. Doch warum fand er nur Keine Balance für sich. Oder für seine Beziehung, zu seiner Lebensgefährtin Hella? Böse könnte ich sagen, sie beide könnten nix dem anderen. Auffällig besonders, wenn es ums Essen geht. Futterneid! Gerne habe ich darüber hinweggesehen, das er gute Wolfgang nicht richtig mit Messer und Gabel umgehen konnte. Den Ellenbogen nicht hoch bekam und so. Oft nahm ich ihn mit zu Einladungen. Natürlich übersahen die das nicht. Alles irgendwie okay. Doch was mich irritierte war, das Wolfgang sich nur meldet, wenn er etwas von einem brauchte. Egal ob in der Redaktion oder Privat. Merkwürdig! Und doch verdanke ich ihm so einiges.
Etwa, nach meinem Frontalzusammenstoß auf Mallorca, empfahl er mir mich zu bewerben als Unternehmensberater bei der Mallorca Zeitung. Daraus wurde ein Kundenberater und Werbeverkäufer. Klasse! Das habe ich gerne neun Jahre gemacht. Zu meiner Galeristenzeit war gerade er es, der wirklich, zig, zig Kunstbeiträge über die Galerie Blau drucken lies. Bis hin zu einem Interview mit ihm, was wirklich super gut war. Ja, ich mochte ihn, mit seinem jungenhaften Lächeln, seinem guten sportlichen Körper, den er auch mir gerne zeigte, mit lustigen Bemerkungen. Vorstellbar, das Wolfgang auch einen guten Kumpel braucht. Bekochte ich ihn dann und wann, und wir sahen Fußball, redete er kein Wort. Er war völlig abwesend. Man kann vielleicht auch sagen, er fühlte sich wohl. Und ich mich auch. Behalten werden wir sowieso das Gute.

Nowack, Dr. Nikolaus.
Damals stell. Chefredakteur. Was ein Irrtum war. Er war jahrelang ein erfolgreicher Redakteur bei „Die Welt“ in Madrid. Mit Haus und Frau, und Kindern. Ein Kind gelang von deren Gärtner. Die Ehe hielt es nicht aus.
Dann überredete ihn Chefredakteur Wolfgang Schönborn,
sein Stellvertreter zu werden.
Also, von der „Die Welt“, zu einer Inselzeitung zu gehen. Da muß man schon Nerven haben. Die hatte er nicht. Immer wieder störten etwa seine disharmonischen Kontakte zu Mitarbeiterinnen. Er spielte zu stark einen Chef, dieser Napoleon-Große. Ein Wichtigtuer? Nikolaus kommt aus einem guten „Stall“. Sein Vater war Botschafter. Schon mit 6 Jahren trug er Tabletts mit Sektgläser bei Einladungen. Zitat Nikolaus. Seine Umgangsformen waren also vorhanden. Wenn , ja wenn da nicht was „unten“ zu oft jucken würde, als er ein Erwachsener war…Doch letztendlich bestimmt ja der Kopf alles!

Weber, Holger,
damaliger stellv. Chefredakteur. Seit Jahren in Deutschland mit seiner Familie lebend. Er ist Redakteur bei dem Hanauer Anzeiger, seit 2011.
Holger Weber ist eine Persönlichkeit.
Holger ist ruhig, leise, nie aufdringlich, intelligent. Kein Wichtigtuer. Daher war es mir auch eine Freude, aus meinem Netzwerk, manchmal Namen zu nennen. Daraus machte Weber anspruchsvolle Texte. Beispiel, Baronin von Münchhausen oder Prof. Johann Fritz, seit 1992 langjähriger Präs. vom Institut IPI. Über 2.000 Verleger und Journalisten sind dort Mitglied. Siehe beide unter Begegnungen.

Anlässlich des heutigen Geburtstages von Holger Weber, am 28.11.2020,
zu dem ich ihm herzlich gratuliere, und seiner Familie alles Gute wünsche,
kam ich überhaupt auf die Idee, ihm zu Ehren, und auch andere Namen hier zu nennen. Wenn ich einiges hier aufgeschrieben habe, gratuliere ich ihm,
mit Hinweis auf diese Zeilen. Hoffentlich mag er das!

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2014 August. Offizieller Umzug zu meinem jahrzehntelangen Weggefährten JCB. Nie hatten wir uns aus den Augen verloren. Immer besassen wir die Wohnungsschlüssel des anderen. Jede Woche wurde mehrmals telefoniert. Über Jahrzehnte! // Unser Thema nun: „Wir passen aufeinander auf“. Meine neue Aufgabe/Arbeit: 24h Aufmerksamkeit für JCB. Beide sind wir seit Jahren alleine, ohne Beziehungen. // Was für eine gute, befriedigende Aufgabe. Auch wenn es einen starken Einschnitt in meinem Leben bedeutet. Dafür nahmen die internationalen Konzert- und Opernbesuche und Reisen, zu. Wie auch mein Gewicht. Kein Wunder, gehen wir doch oft abends in ein Restaurant. Außer Sonntagabend und bei Champions-League-Spielen, die ich sehen möchte. // Nun kann ich aber zurückgeben, was ich – blond und jung, mit JCB, dem Gentleman, erlebte, von ihm gelernt habe. // Es gibt keinen Dank, heißt es? Doch!!!