Noch ohne Korrekturen. Noch ohne Klarheit, wie ich es bringen sollte.
Mit Anekdoten, na klar! Texte folgen.

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1959. Juliette Gréco. (1927-2020). Opernhaus Wuppertal.
Nur eine Musikrichtung interessierte mich damals, Chanson! Bis zum 20. Lebensjahr. Neben dem Schauspiel, und etwas Ballet im Fernsehen. Opernmusik kannte ich nicht. Da ich von zuhause aus, mit politischem Kabarett eingedeckt wurde, Gott Lob!, genoßen wir zuhause den „frechen“ Wiener Georg Kreisler. Oft dabei, Topsy Küppers. Seine Frau. Außer die Schallplatten aus dem Bertelsmann-Buchclub. Es fällt mir ein, Heinrich Schlussnus, Karl Erb, als Liedsänger. Joseph Schmidt, Opernsänger Rudolf Schock, der aber dann mit Operette anfing und TV-Galas in den 60.ziger Jahren. Was mich nicht erregte. Doch noch heute höre ich seine unglaubliche Top-Opernstimme auf Youtube. // Doch zurück zu meinem 12.Lebensjahr mit Chansons. Natürlich habe ich da viel mitgesungen. Im Bad. Und dann kam sie, die Gréco nach Wuppertal. Alleine durfte ich hin. Also, wirklich überzeugend, ihre Robe, ihr Kopf, die rauchige Stimme, und – die tanzenden Hände! Synchrone Bewegungen. Sie sprach zu uns mit ihren filigranen Handbewegungen. Es war ein großartiger Abend! Zig Jahre später erlebte ich sie nochmals live im Kölner Opernhaus. Unverändert gut!

1959. „Neues Theater an der Bergstrasse“. Wuppertal Elberfeld.
Minna von Barnhelm. Mit 12 Jahren wurde ich von meiner Mutter ins Theater Wuppertal gebracht. Alleine sah ich dort das Stück, „Minna von Barnhelm“ von Gotthold Ephraim Lessing. Noch heute erinnere ich mich an diese Aufführung, an die Schauspieler. Die Hauptdarstellerin trug in ein braunes Kleid.
Alles schien mir zwischen Braun – und Beigetönen zu sein. Meine Kleidung, eine Anzugsjacke, aber ohne Revers. Wohl damals modern? Ihn Hellbeige. Ich schämte mich, denn ich trug eine kurze Hose! Alle anderen Kinder und Männer, hatten lange Hosen an. Doch wer schickte schon 1959 sein Kind ins Theater?! Da dachte man noch eher ans Essen, Wohnen, Arbeit. Sorgen gab es beim Wiederaufbau reichlich. Weitsichtig war es allemal, mich „Laufen“ zu lassen. Hier Interesse ans Sprechtheater, für mich, dem jungen Mann, der aber auch sehr gerne und viel las.

1966 – September. Wuppertaler Schauspielhaus, Elberfeld. Neueröffnung mit Bundespräsident Heinrich Lübke. Im Innenraum. Doch da war ich nicht. Ich wollte dabei sein, stand vor dem Eingang. Bestaunte das moderne, für mich sympathische, weiße, abgerundete Gebäude, die eingeladenen Gäste. Und staunte über einen Skandal: Vor dem Eingang eine Riesen-Bronze-Skultuptur von dem englischen Bildhauer Henry Moore. „Die Liegende“. Sie wurde beschmiert mit Teer und Federn! // Dank der ca. 13 Kilometer langen Wuppertaler Schwebebahn war es grundsätzlich günstig und einfach, sich in dem langgetreckten Wuppertal zu bewegen. Sprich – etwa von meinem Wohnort Vohwinkel nach Elberfeld zu kommen.

1969. Salzburg. Festspiele. Mein erster Besuch dort. Mit 22Jahren!
Wie war das möglich? Es gab mal, was äusserst selten war, mit JCB eine heftige Diskussionen über Politik und Wirtschaft. Ich, unerfahren, wenn auch stark an diesen Themen interessiert, prallte mit meinen Einschätzungen auf das große, soveräne Wissen von JCB. Meine Kenntnisse wuchsen zwar mit regelmäßigem Textstudium in Wirtschaftsmagazinen und Zeitungen. Doch es fehlte ein Überblick, na klar! Also krachte es bei uns. // In Düsseldorf sprach mich in dieser schwierigen, kurzen Phase, ein damals 40.jährigen Heinz an. Er war Generaldirektor der Krankenkassen von Österreich, wie ich später erfuhrt. Heinz lud mich nach Salzburg ein. Und ich sagte – Ja! das war schonmehr als erstaunlich. Heute würde ich sagen, es war falsch und verletzend für JCB. Doch er zeigte ja meistens nix. // So genoß ich in Salzburg nicht nur das immer noch beste Hotel,
der „Goldene Hirsch“, sondern auch die schon damals sehr bekannte, anerkannte, Christa Ludwig. Diese Mezzosopranistin, mit „üppiger“ Stimme – Zitat Jürgen Kesting, zum Tod von ihr, am 25.04.2021 in der FAZ – sang zum ersten Mal dort die Sopranrolle der Marschallin im Rosenkavalier. Das war ein großes Ereignis! Das wurde mir bewußt, weil die Medien sich mit Bravos überschlugen. Erst Jahre später, mit wachsender Kenntnisse über Klassische Musik, wurde mir klar, was ich Gutes erleben durfte. Dieser Reise-Ausrutscher von mir, nach Salzburg abzuhauen, sollte ich lieber sagen, oder wegzulaufen?, wurde noch versüßt mit einer Übernachtung in Wien. Im gelbgestrichenen, romantischen, kleinen aber schick eingerichteten Haus des Freundes des Spitzenfunktionär. In einem Arbeiterviertel. Sein Willi war ein Wiener, ein angesehener Antikhändler. An der Klingel stand auch: Anneliese Rothenberger! Nanu, dachte ich, diese Tante kennst du doch aus dem Fernsehen! Ja, dieser Weltstar war eine Freundin von den beiden. Sie hatte dort ein Gastzimmer. Und in diesem Bett schlief ich dann. Eine herrliche Geschichte für meine Mutter damals. // Nicht gut lief es weiter mit mir: Die beiden Männer schenkten mir zum Abschluss ein Goldkettchen, fürs Handgelenk. JCB reagierte nach meiner Rückkehr in Köln wie folgt, und wieder ruhig: Weder dein wildes Weglaufen noch ein goldenes Schmuckstück passen zu Dir. Darum hatte ich dir doch zum 20 Geburtstag eine Armbanduhr aus Stahl geschenkt, von Tissot. Gold passt zu mir, nicht zu dir! (Er trägt bis heute immer eine goldene, rechteckige Cartier Tank Uhr Louis, mit Aligator-Armband und typischen Doppel-Klappverschluß). Gut das ich nie lange brauche um zu verstehen, was richtiger für mich ist. Das Kettchen schenkte ich meiner Mutter!

Kammersängerin Christa Ludwig, 1928-2021. Zum 90. Geburtstag richtete die Stadt Salzburg und die Festspiele eine Gala für sie aus. Mit Verleihung des Goldenen Stadtsiegel. etc. Googelst Du über diese – auch kesse Berlinerin…

1970. Amsterdam. Ballett mit Nurejew (1938-1993) & Fonteyn (1919-1991).
Na klar, eine Gala. Ausverkauft. Doch JCB war auch Teilhaber einer holländischen Firma in Eindhoven. Und darüber erhielten wir die begehrten Tickets. Nach der Flucht aus der Sowjetunion startete der größte Ballett-Star in der zweiten Hälfte des 20. Jhdt, Rudolf Nureyev, in London. Die längst weltberühmte, etliche Jahre ältere Engländerin Margot Fonteyn akzeptierte ihn als „prinzipal dancer“, beim Royal Ballet, London, ab 1961. Sie waren sofort in der Ballett-Welt „das Paar“! Fonteyn, elegant, grazil, herausragende Technik, mit besonders starkem Ausdruck. Nurejew, sprunggewaltig, elegant, kantiger, willensstarker Kopf (geb. 16.03. – Widder!), auch er brachte die Zuschauer immer zum Staunen. Was es doch für Ausnahmeerscheinungen gibt! Das zu erleben – ein Genuss. Unvergesslich! // Anschließend gingen JCB und ich in „DIE“ Riesen-Disco – DOC. Eher mit männerlastigen Genießern. Aufeinmal sagt JCB zu mir, dreh Dich langsam um, guck wer hinter Dir steht, und mit mir flirtet: Nurejew mit dickem roten Schal.
Und eher Kleinwüchsig! Tja, seine muskulösen Beine, seine Figur, sieht man anders, wenn man von unten hoch blickt zur Bühne. Er sah beim Tanzen aus, wie ein russischer Kerl. Nix da. JCB redete ein paar Höflichkeiten auf Englisch mit ihm. Natürlich mit dickem Kompliment für den gelungenen, herausragenden Tanzabend! Das wars dann aber auch. Googelst Du.

1974. Ingrid Carven, Ehefrau von Rainer Werner Fassbinder.
Geboren 1938, als Ingrid Schmidt. Sie ist die Schwester von der international erfolgreichen Mezzosopranistin, Trudeliese Schmidt. (1941-2004). // Fassbinder nahm uns mit in die Privat-Wohnung zu seiner Noch-Ehefrau Ingrid Carven. Carven wollte Chanson-Sängerin werden. Nun sollten wir die ersten fremden Zuhörer sein, in ihrer Wohnung. Dabei, der Komponist Peer Raaben. Der wurde später ein Großer! Über 90 Filmmusiken. // Sie schäumte. Schrie herum, was das soll? Fassbinder, wie gewohnt, ganz gemein leise und ruhig: Du willst doch auf der Bühne vor Publikum singen. Also bitte! Dann fing sie an. Und – es war nicht schlecht. So zwischen Marlene Dietrich und Edith Piaf klingend. Alles gut. // Jahre später trat sie auf – in einer unglaublichen schönen Robe von Yves Saint Laurent, von ihm geschneidert. Sie hatte Erfolg. Auch als Schauspielerin lief es gut. Seit 1978 lebt sie in Paris. Und ab da auch mit viel Erfolg als Sängerin in Frankreich. Also, „unsere“ Fassbinder-Zeit brachte auch diese Art Erlebnisse! Siehe Rubrik Begegnungen „Fassbinder“.

1974. Berlin, La Gioconda mit „Schlachtroß“ Rysanek .
Statt eine Geburtstagsfeier von Jürgen Kleiber, Geschäftsführer Wenzel-Lüdecke-Film, in Grunewald zu genießen, wurde ich in sein Käfer gesetzt. Ich sollte unbedingt lieber „die Rysanek“ sehen und hören. Eine phänomenale Aufführung.
Text folgt.

1976. Bayreuth, Richard-Wagner-Festspiele. „Jahrhundertring“.
Regie Patrice Chéreau. Eingesprungen für Peter Stein. Dirigat Pierre Boulez.
Dank Hans Gerling & Gerd Reinz, war ich dort. Skandal, rief die eine Hälfte der Gäste. Die andere Hälfte hörte nicht auf zu klatschen und Bravo zu rufen. Dazu gehörte ich auch. Siehe Rubrik Über mich – Privat, Gerling.

Text folgt

1980. Köln, La Boheme. Gerling Netzwerk.
Einmal gab es in Köln einen Opern-Gala-Abend. La Boheme, mit den Weltstars Mirella Freni & Gianni Raimondi.
Natürlich war alles ausverkauft. Doch JCB und ich waren dabei, in der siebten Reihe sitzend. Gerling ließ die Karten für uns und für sich und seine Frau organisieren. Das Ehepaar saß drei Reihen hinter uns. Seitlich versetzt, sodass wir uns zunicken konnten. Gerling und seine Irene waren großgewachsene Typen.
Er trug auch an diesem Abend, wie immer, ein königsblaues Zweireiher-Jacket, dunkelgraue Flanell-Hosen. Nie trug er einen Smoking, wie ich deswegen auch nicht! Das mochten die anderen Vermögenden in seiner Nähe nicht, sagte er.
Frau Gerling trug große elegante, nicht zu übersehende Ohrringe. Dazu eine entsprechende, große, aber geschmackvolle Halskette. Da ihre gepflegten Haare, immer aus dem Gesicht nach hinten gelegt waren, leuchtete alles. Ein schwarzes enges Kleid stand ihr sehr gut. Darüber einen weisses Bolero-Jäckchen aus – Hermelin! Tja! Die Blicke und das Getuschele vieler anderer werde ich nicht vergessen.// Mirella Freni war DIE „ideale“ Mimi, mit Ihrer wunderbaren, kontrollierten Sopranstimme. Was für ein großer Gesangsabend, auch Dank,
na klar, Gianni Raimondi!

Kölner Oper. Der stolpernde Tannhäuser-Tenor mit Birgit Nilson.
Tannhäuser – mit Tenor-Namen ……(folgt) sollte laut Regie, die zu ihm im Vergleich, schwerere Birgit Nilson, mit einer Hand an ihrem Nacken, langsam sie zum Bühnenboden rückwärts sinken lassen. Das gelang nicht. Beide stolperten schrittweise rückwärts, bis er beide Hände nahm. Wir konnten wieder weiter atmen!

Text folgt

1985. München, Aida, mit Freundin Schotti.
Ohne Karte für unsere Freundin Schotti, fuhren wir zur Oper. Verrückt gekonnt, die rosarote Robe mit Schleppe von der rothaarigen Schotti: Es war ein Seiden-Morgenmantel aus den 30.ziger Jahren! Um die Hüfte nur von einem aus gleichem Material geschneiderten Gürtelschlaufe zusammengehalten. Darüber zunächst ein Pelzmantel. // Was nun? Wie bekommen wir eine Ticket für Schotti? Alles war ausverkauft. Doch dann Schotti: Sie entdeckte vier sehr gut angezogene, gut aussehende, graumerlierte Italiener, im mittleren Alter. Sie öffnet ihren Pelzmantel, stemmte eine Hand in die Hüfte, wie ein Vamp, wie Milva, lächelte die Herren an und sprach zwischen Italienisch und Englisch über ihre Ticketsorge. Aber nur wenige Momente, dann sagte einer von denen, kein Problem. Sie erhalten mein Ticket. Ich warte auf meine Freunde gegenüber im Cafe. Unfassbares Staunen bei JCB und mir! // Nun dauernd die Vorstellung Aida über drei Stunden. Eher zu lange für Schotti und sicherlich auch für die drei Freunde, denke ich. Natürlich spendierten wir Sekt in eine der Pausen für die Herren. Lächelnde Gesichter bei allen. Immer unter den Augen der reifen, meist vollschlanken Damen, die wirklich immer auf Schotti,s Robe schauten. Wohl neidisch waren, auf dieses selbstbewußte, gekonnte Auftreten unserer Freundin.
(Siehe auch Rubrik Begegnungen Schott, Dr. Gabriele ).

1990 Barcelona. Opernhaus „Gran Teatre del Liceu“.
Ab dieser Zeit war unser Kölner Freund Albin Hänseroth dort künstlerischer Direktor. Das Liceu ist keine staatliches Haus. Es gehört 50 vermögenden Familien. Doch das Opernhaus war in finanzielle Schieflache geraten. Hänseroth sollte es sanieren. Die weltberühmte Montserrat Caballé sprach fast ein Jahr nur herablassend, „von dem Deutschen“. Sie war sauer über Albins Aufgaben, Sparmassnahmen. Der Riesenblumenstrauß am Flughafen zur Begrüßung wurde gestrichen, etwa. Sie schäumte. Statt mit Chauffeur fuhr man die Gute, aber verwöhnte, mit dem Taxi. Ihr Bruder, ein erfolgreicher Musik-Künstler-Agent, wurden etliche Privilegien gestrichen. Na klar. Es war ja bisher auch Korruption im Spiel!// Recht oft waren JCB und ich nach Barcelona gedüst, um in der Intendantenloge Musik zu genießen. Mit immer wieder mit Weltstars der Oper.
Und auch bei ihm zu wohnen. Unvergessen:
Siegfried, du mußt in Deinem Gästezimmer nicht Dein Bett morgens richten.
Ich: das mach ich für mich, nicht für Dich, Albin!
Albins Freund Dietrich strahlte über die flinke Antwort.
In Albins Ära brannte das Opernhaus ab! Weltnachrichten! Wahnsinn!//
Barcelona, Liceu, mit Pina Bausch und ihre Ballett-Truppe und – Diebe!
Noch vor deren Barcelona-Reise gab es Vorgespräche in der Wohnung von Albin&Dietrich. Eindringlich informierten beide Pina Bausch, das es leider dort in der Stadt, auf der bekannten Rambla, Taschendiebe gibt. Nicht wenige! Besonders ab Mitternacht ist es gefährlich dort gedankenlos herumzugehen.
Dramatisch geradezu ist es im angrenzenden, gotischen Viertel. Wunderbarer Dom, mit Wasserteichen aussen, und darin sich aufhalten weissen Schwänen. Romantisch die Häuser, toll die Bars und etliche, auch gute Restaurants sind dort. Da es relativ dunkel dort ist, besteht die Gefahr, das Handtaschen und Geldbörsen geklaut werden. Leider tragen Männer diese immer noch in der Gesäßtasche. Auch in Deutschland! Ja, ja, danke, sagte Pina Bausch, wir werden aufpassen.
Nix da mit aufpassen. 30% der Balletleute wurden nachts dort bestohlen!
Kein Kommentar mehr dazu.

Siehe unter Rubrik Begegnungen Hänseroth. Ende Opernhaus Liceu.

1992. Mai. Hamburg. Richard Wagner-Oper Rheingold.
Premierenbesuch zu Viert. Mit unseren Freunden, den Doctores und JCB&mir. Unvergessen!
Regie, mein Freund Günter Krämer, Generalintendant der Köln Bühnen.
Da auch Garderobe Nähe oder Abstand bringen können, empfahl ich beiden,
bloß kein Smoking oder einen Spenzer anzuziehen bei Krämer, sondern schwarze Jeans und Lederjacken oder so ähnlich. Und siehe da, alles lief störungsfrei,
wie auch die Drinks anschließend. Alle verstanden sich.
In unser aller Erinnerungen: Krämer ließ die Tenorrolle von Heinz Kruse,
singen. Erstmals in einer Wagner-Oper. Begonnen hatte er als Operettensänger. Riesenablaus! Heinz Kruse war so rasend gut als „Loge“, so überzeugend,
das er von seinen Kollegen von der Bühne getragen wurde. Das ist sehr selten!
Gesamte Presse: Regisseur Günter Krämer konnte überzeugen.

Siehe Rubrik Begegnungen „Doctores“ .

1997. Spoleto Festspiele.
Regie unser Freund Günter Krämer: „Die tote Stadt“.
Von Erich Wolfgang Korngold. Als Reminiszenz auf den Film von Alfred Hitchcock „Vertico“. Sponsor war u.a. Mercedes. Wie man auch sehen konnte. Hier und da standen die neuen Modelle von der C-Klasse als Coupe.
Es war für uns eine tolle Opernreise. Krämers Regie wurde mit Recht, stark beklatscht. Von uns. Von den Medien. Immer noch sehe ich Szenen vor mir.
Höre die guten Stimmen.
Anschließend gab es eine handverlesene Einladung zum Abendessen,
in einem nahegelegenen Palazzo. Der „reife“ Besitzer war auch da. Er thronte innen auf einer Lounge und begrüßte uns, da Krämer uns vorstellte. Den Namen hab ich gerade nicht parat. War das nicht ein Komponist? Ich kläre.
Überall Kerzen. Lüster. Livriertes Servicepersonal, mit weißen Handschuhen, servierten leckere Getränke. Überall gab es super dekorierte Büffettische mit herrlichen italienischen Dingen. Die Frauen und ihre Kleider, ein Gedicht.
Hier könnte man von einem luxuriösen, auf jeden Fall, von einem eleganten Aufenthalt sprechen!

1997 Hamburg Opernhaus. Skandal. Intendant unser Freund Albin Hänseroth,
mit Anfangs-Spektakel.
Sein von ihm engagierter Dirigent Ingo Metzmacher, gerade 40 Jahre jung,
noch ohne internationalem Erfolg, wie danach, entließ nicht wenige Geiger.
Mit den Worten: Sie sind Beamte, keine Musiker! Rums!
Die Stadt stöhnte, die Medien freuten sich. Und Albin genoß es auch, wie
der junge Dirigent seinen Anspruch durchboxte. Nur eins wollte: Qualität!
In Hamburg war Metzmacher von 1997-2005.
In dem Abschlußjahr 2005 wurde sein Erfolg bestätigt: Opernhaus des Jahres!

1997 – 13. Dezember. Heinrich-Heine-Jubiläum, 200 Jahre,
im Düsseldorf, Opernhaus.
Keine andere als Ästhetik-Professorin Gabriele Henkel, ( Waschzeug),
führte Regie am Opernhaus. Begrüßung, spektakulär, auf den Punkt gebrachte, druckreife Sätze, gewürzt mit Humor, Professor Joseph Anton Kruse, Direktor Heinrich-Heine-Institut, D-dorf. So aber auch die Festansprache von dem mit Recht, hoch eingeschätzten Bundespräsidenten Roman Herzog. Beide trugen zu einem guten Fest-Abend bei. Das war aber auch das einzige interessante. Verzeihung, werte Frau Henkel, sich immer stark für Kultur einsetzende Prominente, Ihre Bemühungen zündeten überhaupt nicht beim Publikum. Höflicher Beifall. Gut vernehmbar hinter ihrem Rücken waren hämische Kommentare zu hören. Da tat sie mir Leid. Dank muß ich ihr immer zollen:
Für meine Kunsthandlung karrte sie in ihrem altersschwachen Mercedes (sympathisch!) mit Chauffeur, schon klar, Größen heran. Etwa Opernregisseur, weltbekannt für seine langsamen Inszenierungen, Robert Wilson. Ein wirklicher, spezieller Umsetzer, Regiekönner. Immer war alles völlig reduziert. Licht und Farbe spielten die Hauptrollen! Siehe auch Rubrik Begegnungen „Kruse“.

Wiener Oper, dank Krämer Text folgt

2006. Barcelona. Pop-Konzert George Michael. (1963-2016)
Wenn ich nicht Theofilos Klonaris kennen würde, müßte ich viel googeln! Doch dieser Freund und Fachmann für gute Unterhaltungsmusik (und für Film und Literatur) antwortete am Donnerstag, den 01.04.2021 per sms sofort: Zu fünft waren wir in diesem berühmten Konzert 2006. Dabei Hella & Wolfgang Schönborn, Chefredakteur Mallorca Zeitung, die uns mit Dauer-Streitereien „erfreuten“, Klaus Zeumer, Theofilos und ich. Der gebürtige Grieche George Michael hatte 19 Jahre lang kein Konzert mehr gegeben. Die Weltöffentlichkeit war entsprechend neugierig. 24.000 Tickets wurden innerhalb eines Tages verkauft. Doch Klonaris ergatterte welche. Was für ein Abend in dem riesigen Konzerthaus „Palau Sant Jordi“. Gut das wir Sitzplätze auf den Rängen hatten. Oft haben wir sie allerdings nicht benutzt. Die Musik riß uns von den Stühlen! Natürlich erinnerte mich Theofilos Klonaris, ebenfalls Grieche und gebürtiger Münchner, auf WhatsApp, an einen weiteren Konzertbesuch: Bilbao, am 25.September 2011, mit Klaus Zeumer. In der „Bizkaia Arena“ fanden vier Konzerte statt. Jeweils ausverkauft, mit über 6.000 begeisterten Hörern. Fotos bekam ich nun auch dazu. // Bilbao ist im übrigen immer eine Reise wert. Alleine schon, um das spektakuläre, schöne Guggenheim-Museum für zeitgenössische Kunst des 20.Jahrhundert, von innen und außen zu bestaunen. (Googelst Du!). Diese „destruktive“ Architektur von Frank Gehry von 1997 zieht jedes Jahr Millionen Gäste an. // Das ehemals heruntergekommene Industriegebiet wurde saniert. Es entstand der „Bilbao-Effekt“! Daher stöhne ich über Berlin, über die Wiederherstellung des historischen Stadtschlosses, statt ein hypermodernes Gebäude zu erlauben. Junge Menschen würden begeistert sein! Geht es nicht um „mehr Zukunft“!? //
In Paris endete George Michaels Auftrittsserie „Symphonica“. Als bis dahin einziger Pop Star im ehemaligen, traditionellen, schicken Gold- und Plüsch-Haus, Opernhaus „Palais Garnier“. Stil Neobarock aus dem 19.Jahrhundert. Seit 1990 werden dort nur Ballette aufgeführt, wie ich durch meine Besuche wußte. In Erinnerung habe ich knarzende Holz-Fußböden, wie auch das riesengroße, farbige Kuppel-Deckengemälde von Marc Chagall, aus den 60.ziger Jahren. Dem famosen Kulturminister André Malraux war es zu verdanken, so meine Erinnerung. Unübersehbar, auch mich beeindruckend, ist der megagroße Kristallüster. Er soll viele Tonnen wiegen! Dieses Opernhaus war bis zur Entstehung des neuen Pariser Opernhauses, der „Opera Bastille“ 1989, das größte der Welt. Viele Opernproduktionen genoß ich im „Palais Garnier“, vor 1989. Wie auch in dem modernen Nachfolgehaus, einem hässlichen, unpersönlichen, abweisenden Kasten, der „Opera Bastille“, mit wohl fast 3.000 Sitzplätzen. 50% mehr als im alten Opernaus. Gut das es dunkel wird während der Aufführungen….Noch heute gehe ich ungern auf diesen grauen Koloss zu. Vor oder nach den Konzerten ist ein Aufenthalt im „Viertel Bastille“ allerdings klasse.
Ja, empfehlenswert, dank der unterschiedlichsten Restaurants und Bars mit auch jungen Gästen. // Ende des Jahres 2021 sind schon wieder fünf Jahre her, nach dem Tod frühen Tod von George Michael. Die Zeit rast – wenn man was unternimmt!
Siehe dazu auch Rubrik Begegnungen, unter Krämer, Regisseur und Freund, der dort ne Riesen-Pleite verdauen mußte….

2013. Barcelona. Gran teatro del Liceu. Mit Edita Gruberova.
Ein Gala-Abend. Konzertant. Eingeladen hatte JCB anlässlich seines 75. Geburtstags einige Freunde, zu diesem Abend und überhaupt, zur kompletten Reise inklusive Hotel und auch alle Abendessen. Wir waren zu Neunt. Aus Berlin, Köln und Barcelona. Tolles, trockenes Wetter gab es auch Ende November. Doch es komplizierte sich was. Der 65.jährige Freund von Manuel kam nicht. Seine hochbetagte Mutter erlaubte es nicht! Kein Kommentar von uns. // Im Laufe meines Lebens fiel mir öfters auf, das Schwule oft ein merkwürdig nahes Verhältnis zu ihrer Müttern haben. Natürlich liebt man seine Mutter! Doch etliche haben aber keine Distanz entwickelt. Schrecklich! Und Mütter wissen genau, wie sie ihre Söhne „quälen, an sich binden“. Meine Mutter hatte dies auch versucht. Natürlich kümmerte ich mich finanziell und emotional um sie. Aber ich zog doch nicht zurück in ihren Schoß! // Also, ein Ticket war übrig. JCB bat mich, diese Karte am Eingang zu verkaufen. Trotz der ausverkauften Vorstellung, was vorher bekannt gegeben wurde, bekam ich die Karte aus unserer Reihe sieben, nicht los. Auch nicht zum halben Preis von 100€. Aber ich beobachtete einen Mann mittleren Alters, etwas grau meliert, wie er das Abend-Plakat las. Wegging, ein paar Schritte, wieder kam. Wieder das Plakat anschaute. Und dann erwischte ich seinen Blick. Scheu wich er mir aus. Ich ging zu ihm hin und sagte auf Spanisch :
ich schenke Ihnen diese Karte. Okay? Ungläubig guckte er. Doch, doch sagte ich, kommen sie, es klingelt bereits das dritte Mal. Ein bisschen zerrte ich ihn. Er folgte mir zu unserer Reihe, in seinem Anorak. Ein Freund beugte sich zu mir: höre und sehe ich das richtig? Du hast das Ticket „diesem Typen“ geschenkt? Ja, sagte ich voller Stolz – zu „unserem“ Dr. Ruprecht Stolz, Galerist aus Berlin. Und JCB ?
Er freute sich über diese kluge und emotionale Entscheidung, an seinem Geburtstag. Mit zunehmenden Alter ist ein Geschenk zu geben, was ganz wunderbares, so auch tat es Hans Gerling. // In der Pause drückte dieser schlichte , sympathische Herr mit seinen beiden Händen JCB,s Hand. Er bedankte sich kurz. Seine Augen waren feucht!

2019, 27.03. München, Letzter Auftritt Edita Gruberova, an meinem Geburtstag.
Was wir ein Glücksfall! Was für ein großer Abend. Da bin ich mit JCB in München, wie sehr oft zu unseren Geburtstagen, und dann erleben wir so ein hohes Niveau! Siehe unten Schlußfoto aus dem Münchner Opernhaus.
JCB lernte „DIE“ Koloratursopranistin Editha Gruberova über unseren Freund, ihrem Agenten Germinal kennen. Inhaber der renommierte Agentur Dr. Germinal Hilbert München/Paris.
JCB bekochte die Gruberova in seiner Terrassenwohnung auf Ibiza, in Can Furnet. Die Gruberova hat auch in Ibiza ein zweites Zuhause. Wunsch des Welt-Stars, immer wieder: Spaghetti mit Tomatensoße. 
Die Gruberova trat am 27.03.2019, im Alter von, tatsächlich, 72 Jahren,
im Opernhaus München, von der Bühne ab. JCB&ich waren dabei –
an meinem Geburtstag. Was für ein schöner Zufall.
Der Intendant kniete nieder und überreichte ihr einen Riesenblumenstrauß. Transparente hingen an den Balkonen. Es war ein grandioser, guter und emotionaler Abend. Auch wir waren gerührt! // Übrigens, bekocht haben wir Germinal und seinen Freund Michel, nur auf Ibiza. Auch dort wollte Germinal nicht gerne in Restaurants. Das mußte er ja oft mit Künstler und Intendanten etc,. beruflich. Erfreut waren wir, wenn er seine Gäste mitbrachte. Ob Künstler, ob höchste Persönlichkeiten aus Paris oder sonstige interessante Menschen. Oder wir wurden von ihm bekocht auf Ibiza, in seinem alten, wunderschönen Herrenhaus mit großzügigem Park. Mit dem Auto fährt man vorher an einige andere Fincas vorbei. Alte Bauten oder hochmodern. Etwa ist dort seit 2015 der neue Design-Kasten von dem bekannten Fussballer und Trainer, Zinédine Zidane. Seine zwei Haushälften sind mit einem Glastrakt verbunden. Dort sieht man von der Strasse, ein breite Treppe, die in die erste Etage führt. Manchmal sieht man auch breite Schultern, von dem Ex-Fussballer. Und – in Unterhose. Kein Witz! Seltsames Haus. // JCB gab etliche Einladungen zu seinen Geburtstagen.
Germinal folgten gerne Einladungen auch nach Köln, wenn etwa JCB einen runden Geburtstag feierte. Ob in Köln, München oder auf Ibiza.
Germinal Hilbert ist ein gut aussehender, intelligenter Ästhet, in Bayreuth geboren. Sein Haus dort ist gemietet von Katharina Wagner von dem Wagner -Festspielhaus. Hilbert ist weltweit vernetzt mit Rotschild in Paris und diese Kaliber. Hilbert, eine wunderbare, elegante, höfliche Persönlichkeit. Und ein guter, langjähriger Freund. So manche Tickets in Europa besorgte er, wenn es hieß – Ausverkauft. Oder sein attraktiver Stellvertreter Andreas Dellert, hilft. 
Herrlich, Top-Fachgrößen aus dieser Branche nahe zu kennen. Googelst Du.

Edita Gruberova. Letzter Auftritt eines Weltstars in München, am 27.03.2019. Im Alter von sagenhaften 72Jahren. Eine Top-Ausnahmegröße! Ihr Agent: Dr. Germinal Hilbert. Dank seiner guten fachlichen Beratung und Vermittlung, konnte es zu solch einer sehr langen Sänger-Karriere kommen. 

2019. Juli. Festspiele Bregenz. Seebühne. Rigoletto von Guiseppe Verdi.
Die Medien mit vielen internationalen TV-Beiträgen, überschlugen sich meistens mit Lob. Sie schrieben von einer Jahrhundert-Aufführung. Es stimmte ziemlich viel. Auch für uns! Die Kreativität des Regisseurs Philipp Stölzl, das spektakuläre Bühnenbild, ein riesiger Puppenkopf, der sich öffnet und schließt, sich dreht, aus dem Mund, der Nase, den Augen krochen Akteure, die sängerischen Leistungen hatten „Weltformat“. Eigentlich wollte ich eher auf meine frühen Jahre eingehen, hier in meinen Skizzen. Doch so viel Aussergewöhnliches, wie etwa dort, das möchte ich gerne mit dickem Kompliment, hier festhalten. Ein weiterer Besuch wird folgen. Nach Corona.