Hier ist noch alles in Arbeit. Ich suche die Namen zusammen. Es folgen später Kommentare: Mit liegt die rheinische Offenheit. Das bayrisch Deftige. Keiner hat bisher Korrektur gelesen. Alles ist aus der Hand geschrieben. Das reicht zunächst. Auch ohne das ich mir einbilde, wie so manch anderer in meiner Nähe, ich wäre ein Autor, nur weil ich etwa den großen Intellektuellen, den Buchschreiber Ivan Nagel Jahrzehnte kannte! Oder ist das hier Namedropping? Sicherlich nicht. Denn ohne diese Begegnungen, wäre meine Entwicklung nicht so gut geworden. Flüchtigkeitsfehler, falscher Satzaufbau usw., sind noch vorhanden, sorry.

Blau Geburtstag 1997. Eingeladen hatte ich zu meinem 50.zigsten ins damalige Museum „Volk&Wirtschaft“, im Ehrenhof, heute Kunstpalast, zum „Abend-Mahl“. Halt Osterzeit! Direktor Udo Mayer erlaubte es. Das brachte ihm vom Rathaus danach eine Rüge ein. Noch nie durfte eine privater Galerist in einem städtischen Museum feiern. Über 300 Gäste kamen – zum warmen Abendessen. Was nur teilweise gelang: Der Party-Metzger aus Oberkassel, Poldi Wagner, verschlief. Geliefert wurden zunächst nur die Gemüsebeilagen von seinen Mitarbeitern. Eine Stunde danach kam erst das Fleisch! Peinlich aber lustig. Manche glaubten, der Blau als Galerist ist halt schon anders drauf. Eingedeckt waren die Biertische mit Stroh und großen, stämmigen Kerzen. Es kamen Entscheidungsträger, Kulturgrößen, tolle Freunde und gute Kunden. Etwa Michel Friedman, Regierungspräsident Jürgen Büssow, HA Schult, Thomas Beckmann, Cellist, der auch auf einer sehr kleinen, historischen, englischen „Armen-Geige“ spielte. Dir. Hetjens Museum Bernd Hakenjos, Jörg Immendorff, Ratsherr Wolfgang Kamper, Wolfgang Schulhoff, Präs. Kuratorium Museumsinsel Hombroich, Cem Özdemir (Damals der „Kevin Kühnert“ der GRÜNEN), Matthias Eichhorn, Dir. Schauspielhaus, Ehrenbürger Aloys Odenthal, Peter Kern, Schauspieler. Ministerpräsident Johannes Rau, schrieb einen Glückwunsch mit – Absage: Ostern fordert die Familie ihr Recht. Dr. Adrian Flohr, Vors. Jüdische Gemeinde Düsseldorf, Bürgermeister Joachim Erwin, Sabine von Keudell, (heute Inhaberin Langen Foundation) Und, und, und. Und dann geschah es: Mein Vorsitzender des Freundeskreises Heinrich Heine, K.H. Theissen, nahm ein Mikrofon um auch meine Gäste zu begrüßen. Jeder in Düsseldorf wußte, wie wichtig ihm erhöhte Aufmerksamkeit war. Theissen sagte: Damit Sie als Jude hier nicht alleine sind, Herr Dr. Friedman, haben wir (!) auch den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Herrn Dr. Adrian Flohr eingeladen! Starke Unruhe im Kuppelsaal. Ich bin entsetzt, irritiert. Stehe erhöht neben Theissen mit hochrotem Kopf. Michel Friedman springt auf, will nach Hause gehen, mit den Worten, unverschämt. Bürgermeister Joachim Erwin rennt hinter ihm her, holt ihn zurück. Jörg Immendorff springt auf, schimpft wie ein Rohrspatz zu Theisen, nimmt ihm das Mikro weg. Über 30 Pressevertreter waren privat Gäste und Zuhörer. Die Ehefrau von Star-Architekt Manfred Hecker, sitzt neben Theisen. Sie springt auf, nimmt Ihre quadratische Hermes-Handtasche und sagt: Hier ist meine Reaktion zu ihren mißlungenen Worten. Sie schlägt die Handtasche auf seinen Kopf! WOW! Ein Skandal das Ganze. Theisen nimmt seine Ehefrau und geht. Beifall! Sponsor der Getränke, Klaus Coenen, Diebels. Das Essen für 304 Gäste übernahm ich. Siehe u.a. Rhein. Post, WZ, Express vom 29.03.1997, dto. BILD – eine ganze Seite.

Cramm, Gottfried von. (1909-1976) DER Tennisbaron. JCB war sein Tennis-Meisterschüler & Freund. Viele gemeinsame Auslandsreisen folgten mit G. von Cramm und JCB. Bis Kairo. ( So lernte ich zig Jahre später auch etwas besser Ägypten kennen). Es folgten für beide Einladungen etwa zu dem damaligen König Faruk, der dann aber von seinem Thron verjagt wurde durch Revolluzer Nasser. Von Cramm lernte ich über JCB zunächst in seiner kleinen Stadtwohnung in Hamburg kennen. Er besass, wie seine sechs Brüder, ein Schloß. Ein ungemein höflicher, lächelnder Typ. Hochgebildet. Mit englischem Humor. Hilfsbereit. Damit ich besser aus dem Bett komme, schenkte er mir einen Wecker. Offensichtlich hatte JCB ihm meine damalige Schwäche genannt. Gut so!

Cramm, Siegfried von. Bruder von Gottfried. Er wollte mich adoptieren. JCB sagte nur: Das kannst Du machen. Dann bist du aber nicht Siegfried Blau geworden, wie ich es Dir empfohlen hatte, und Du es doch auch akzeptiert, besser, verstanden hattest, als Du 20 Jahre alt warst! JCB, wieder lagst Du richtig. danke auch dazu.

Cramm, Burkhard Freiherr von. (1936-2016). Bodenburg/Ibiza. Neffe von Gottfried. Mit Ehefrau Elisabeth. Treffs auf Ibiza, wo beide auch eine Terrassenwohnung in unserem Bario, Viertel hatten: In Can Furnet/Jesus. Leider ist Burkhard eine Woche nachdem wir ihn und seine Elisabeth bekocht hatten, verstorben. Seinerzeit waren auch unsere Gäste, Andreas&Meinrad. Als ich höflisch Arm in Arm, mühselig die Treppen mit ihm hoch ging, zum Wagen, blieb er immer stehen, heftig nach Luft schnappend und sagend: „Siegfried lasse mich hier liegen. Es reicht, ich kann nicht mehr“. Hart, sehr hart das alles. dieser immer fröhliche, kluge Mensch, vermochte gut über seinen Tod reden. Jahre redete er aber auch lieben, stöhnend, über die horrenden Kosten eines neues Daches für sein Schloß. Aber immer war er humorvoll dabei.

Delden, Edzard van. Kunsthändler aus Münster und Osnabrück. Freund von JCB. Neffe des damals größten europäischen Textunternehmers Van Delden. Mein erster großer Kunde. Während der Neueröffnung 1978, erwarb Edzard sechs Platzteller, Augsburg von 1777! Preis 20.000DM. Heute „unbezahlbar“. Damals war ich erschrocken. Besser, hocherfreut. Das Finanzgesetz seinerzeit: Die ersten drei Jahre nur halbe MWST, bei einem Umsatz von nicht mehr als 60.000DM/Jahr. Am ersten Abend flog ich raus dem System für Startunternehmer! So etwas macht herrlich stark!

Droste, Dr. Manfred, Mitherausgeber der Rheinischen Post 70 Jahre-Feier. Er hatte mit seiner Frau Gisela eingeladen ca. 1.000 Gäste in sein Düsseldorf Heim, in Stockum. Gemeinsam fuhren Helmut Hentrich, Ehrenbürger, mit meinem Wagen dahin. Es war klasse, wie die Drostes auch an die Kinder dachten: Im weitläufigen Park, Rheinnähe, waren Bewirtungsstände mit sehr vielen Pommes aufgebaut! Siehe Düss. Anzeiger vom 04.06.1997.

Erwin, Joachim, CDU-Oberbürgermeister Düsseldorf. Einer der wenigen, der es schaffte, eine große Stadt in Deutschland zu entschulden. Dabei hatte seine eigene Partei ihm ziemlich Stöcke zwischen die Karrierebeine gehalten. Einige waren Eifersüchtig, da seine Frau aus einer vermögenden Bauunternehmerfamilie stammt, die Gelder ihm gaben für Öffentlichkeitsarbeiten. Gelder, Hilfe von der eigenen CDU-Partei bekam er nicht, wie man es erwarten könnte. Und doch wurde er die Nr. 1. Respekt! Gewählt in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Erwin war gebildet. Konnte aus dem Stehgreif Heine-gedachte aufsagen. Und, und, und. Ihm verdanke ich viele Reden in meiner Galerie.

Fassbinder, Rainer Werner. Filmregisseur, München. Fassbinder selbst suchte jahrelang unsere Nähe. Warum? Nun, er war eben nicht nur ein Arbeitstier und Chaot. Hart zu vielen Menschen. Aber nicht zu uns. Er schleppte uns sowohl in München, als auch etwa in New York zu allen möglichen oder unmöglichen Bar-Adressen. Oft liefen wir weg. Wir waren überfordert. Er war auch ein trauriger Typ, der unsere Bürgerlichkeit, deren Wärme mochte. Wir waren eben nicht devote Fans! Das Hotel Deutsche Eiche in München war unser Hotel. Und da er gegenüber wohnte, war es auch sein Stamm-Restaurant, sein Wohnzimmer. Und auch Drehort manchmal. Gute Gespräche gab es etwa mit Mario Adorf. Nicht mit Brigitte Mira. Sie fragte, welche Rolle ich spiele in dem Film, ich glaube, sie sagte „Angst Essen Seele auf“. Ich sagte, ich bin kein Schauspieler. Abrupt drehte sie mir den Rücken zu, am Stammtisch, und häkelte weiter irgendwas. Ein Abendessen in Fassbinders Wohnung in der Reichenbachstraße, kann ich nicht vergessen. Wir nahmen an einem riesigen Holztisch platz. Da er mir schmuddelig schien, ging ich in die Küche und holte ein Haustuch, putze alles brav sauber, bis Fassbinder mich anschrie: „Bist Du verrückt? Wie kannst Du mein Kokain wegwischen!?“. Oh, was wusste ich denn von so einem Zeug! Doch weitere aufgeregte Worte sagte er nicht. Er griff in seine hässlich-grüne Militärhose, Aussentasche, holte ein Bündel Geld heraus und schickte einem aus seiner Handlanger-Clique neues Kokain holen. Er drehte sich um zu mir und – grinste. Sein Freund hieß Armin Meier. Muskulöser Metzger, blond, attraktiv mit hellblauen Augen, flinker Aushilfs- Kellner in der Deutschen Eiche. Ruppig zu den meisten Gästen. Nicht zu uns! Später wurde er Fahrer bei Fassbinder. Armin begann Selbstmord. Eine Woche vorher hat er uns in Köln besucht. Ohne Ankündigung. Er war völlig neben der Spur. Er weinte, stöhnte über die Filmschauspieler, die ihn nicht ernst nehmen. Leider erkannten wir nicht, wie tief sein Leiden war.

Fassbinder nahm uns mit zu seiner Noch-Ehefrau Ingrid Carven. (Schwester von der international erfolgreichen Opernsängerin Trudeliese Schmidt). Carven wollte Chanson-Sängerin werden. Nun sollten wir die ersten fremden Zuhörer sein, in ihrer Wohnung. Dabei, der Komponist Peer Raaben. (der wurde später ein Großer! Über 90 Filmmusiken). Sie schäumte. Schrie herum, was das soll? Fassbinder, ganz gemein leise und ruhig: „Du willst doch auf der Bühne singen. Also bitte“. Dann fing sie an. Und – es war nicht schlecht. So zwischen Marlene Dietrich und Edith Piaf klingend. Alles gut. Jahre später trat sie auf – in einer unglaublichen schönen Robe von Yves Saint Laurent, von ihm geschneidert. Sie hatte Erfolg. Auch als Schauspielerin lief es gut. Nicht so gut lief ein Weihnachtsessen in unserem Hotel Deutsche Eiche. Damals noch simpel ausgestattet. Ein Künstlerhotel. Oft wohnten Balletttänzer unter dem Dach kostenlos. Franz Beckenbauer etwa feierte dort, sehr ausgelassen, mit Fussballkollegen, verkleidet Fasching. Und zig andere – sogenannte Prominente – aus allen sozialen Gruppen. Nun waren wir eingeladen, mit den Inhaber des Hotels, Mutter Ella &Tochter Sonja Reichenbach, und der Fassbinderclique , zum Gansessen. Dabei, immer, die wunderbare, legendäre Kellnerin Toni. Ihr Bayrisch war für uns schwer zu verstehen. Aber, ihr verdanke ich, das ich Thomas Bernhard las. Bitte, das war nicht normal, das eine Servicefrau wusste, wer Thomas Bernhard ist! Das war alles so widersprüchlich und erstaunlich. Daher bekam sie auch immer Freikarten für alle Kulturtempel in München – von den Intendanten! Es dauerte nicht lange, da stritten sich wieder mal, sehr heftig, sehr laut, Ingrid Carven und Fassbinder. Deren gegenseitigen Körperbeschreibungen in deftigster bayrischer Strassensprache gebe ich hier nicht wieder. Aber ich berichte schon, das Knochen der Gans an deren Köpfe flogen. JCB und mir war das zuviel. Wir verschwanden Grußlos.

Fassbinder & Harry Baer, Filmschauspieler, Produzent, Regisseur, Mitarbeiter von Fassbinder seit 1969. Autor Buch „Deutsche Eiche“. Nicht weil er gut aussah, sondern weil er ruhig und konzentriert gut arbeiten konnte, brauchte Fassbinder ihn. Das Restaurant Deutsche Eiche, war ja Fassbinders „Wohnzimmer“ . Daher tauchte oft Harry Baer auf. Natürlich habe ich ihn nicht übersehen. So manches Gespräch wurde geführt, so manches Bier wurde gemeinsam getrunken, etwa.

Feltus, Ross, Fotograf, Düsseldorf. Vater von Barbara Becker, Ex von Boris Becker. Kein einziges Mal habe ich Ross Feltus gefragt, wie es seinem Schwiegersohn Boris Becker geht! Das fand Ross Feltus toll. Denn er fragte mich, warum jeder ihn darüber ausquetschen wollte. Aber nicht sein Kumpel Siegfried Blau! Ross Feltus erzählte dann, das er und seine Tochter Barbara und Boris Becker bei Bundeskanzler Kohl zum Essen eingeladen waren. Kohl sagte: ja Herr Feltus, wir haben viele Probleme, mit Ausländern und Farbigen in Deutschland. Ross Feltus : Herr Bundeskanzler, wir haben keine Probleme, wir haben Aufgaben! Daraufhin wurde Ross Feltus nie mehr eingeladen!

Gerling, Dr. Hans. Der Mann für mein Geistkapitalzuwachs. Siehe Rubrik „Über mich“.

Graf Armand de Senneville-Grave. In Düsseldorf war er ein Kunde. Sammler von Künstleruhren der Obdachlosen-Selbsthilfe. Später wurden wir befreundet. Zur seiner Hochzeit mit Stephanie Guichard war ich eingeladen auf Schloß Dorliére. Mit einem Privatjet wurden mein Kumpel Can-Pierre Ekim, ohne seine Freundin B. und ich zur Loire geflogen. 350 internationale Gäste. Gut betucht. Leise Rassehunde um uns herum . Wie auch livriertes Personal. Später wurde meine damalige Freundin Yvonne M. und ich nach Paris zum Lunch eingeladen. Zu seinen Eltern in Paris-Neuilly, dem noblen Stadtteil. Seine kesse Mutter, Restauratorin im Louvre, in sehr kurzen Hotpans. Der Vater, Vorstand in der Industrie, mit Jackett, aber ohne Krawatte. Der Pudel – schmuddelig. Herrlich unkompliziert! Warum Lunch? Stil einiger Franzosen beim ersten Mal. Dann kann man nicht so lange bleiben…Hochzeit siehe Express mit Foto vom 11.07.1998.

Gunzenhauser, Dr. Alfred. Top-Galerist in München. Dank seiner Schenkung nach Chemnitz, entstand dort sein Museum. Eröffnungsredner, Bundespräsident Köhler. Neben ihm sitzend, seine enge Freundin Eleonore Korver, Mallorca. Siehe Korver.

Heeremann, Constantin Heeremann von Zuydtwick. Bauernpräsident. CDU-MDB, Münster. Schwester „Floh“, Vors. Bauernfrauen. Schwester Moni, ohne Arbeit, glaube ich. „Pflichtübung“ am Nikolaustag: sein Kartoffelessen in seinem Münsteraner Stadtschloß zu beklatschen. War alles amüsant. Nie langweilig. Nie dumm!

Hilbert, Dr. Germinal. Künstler Agentur München/Paris für Weltstars aus der Oper, wie auch deren Dirigenten. JCB lernte DIE Koloratursopranistin Editha Gruberova über ihn kennen. JCB bekochte sie, in seiner Terrassenwohnung auf Ibiza, in Can Furnet. Wunsch der Großen, immer wieder: Spaghetti mit Tomatensoße. Germinal ist ein wunderbarer, eleganter, höflicher Mensch. Der uns auch so manche Tickets in Europa besorgte, wie auch sein attraktiver Stellvertreter Andreas Dellert. Eine Top-Fachgröße in dieser Branche.

Jordan, Don Franklin Journalist. Sein Vater war der letzte deutsche Botschafter auf Kuba, unter Bundeskanzler Adenauer. Fidel Castro trug ihn als Kind auf dem Arm – Zitat Don Franklin Jordan. Jahrelang war er Gast bei Werner Höfer&Co, beim ARD Frühschoppen. Als USA-Bürger, da er dort geboren wurde. Über ihn lernte ich u.a. den Aussenminister Willi Brandt kennen. Im Restaurant Ria Maternus, Bonn. „Wirtin der Bonner Republik“ – Zitat Welt 01.12.2001. Letzter Gast: Michail Gorbatschow.

Kirchhoff, Bodo, Autor. Treff und Gespräch in Santa Ponsa, Mallorca! Der höchst erfolgreiche Immobilien-Mogul von Mallorca, Lutz Minkner, veranstaltet in seinen Büroräumen Kunstausstellungen. Das ist ganz nett, Treffpunkt für interessante Geister. Nicht nur wegen seiner Großzügigkeit, was Essen&Trinken betreffen. Und so tauchte auch (wohl sein Kunde) Bodo Kirchhoff auf. Nicht ich erkannte ihn, sondern mein Partner, Theofilos Klonaris, diese Lesegröße, Buchverschlinger. Kirchhoff wirkte zufrieden. Und wir auch. Wir sollten uns melden, verabschiedete er sich. Das haben wir leider nicht gemacht!

Korver, Eleonore. (1935-2015). „Meine“ Niederländerin auf Mallorca! Was sie alles wusste! Über sechs verschiedene Klimazonen auf Mallorca. Welche Pflanzen man kauft: Die, welche in der Erde von Mallorca hochgezogen wurden. Über Schleichwege auf Mallorca per Auto, damit es romantisch bleibt. Denn, sie war eine richtig gute Autofahrerin. Umsichtig, wie viele Frauen. Aber auch rasend, schimpfend ( auf holländisch) über die lahmen Männer. Ihr Satz: „Das ist doch wunderbar“, höre ich immer noch. Ritual: Sie lud mich zu Gesprächen beim Essen ein. Einmal pro Monat. Die Gute fuhr mich auch zu den mir oft unbekannten Restaurants. Herrlich! Was machte ihre Intelligenz, ihren Charme, ihre Internationalität aus? Sie war als Kind von ihrer Mutter schrecklich hart behandelt worden. Sie sollte ein Junge sein. Das hörte sie bis zum Tod ihrer Mutter! Scheußlich. Doch Eleonore kämpfte. Sie wurde überall die Beste. Als Sprachleiterin in München bei Siemens bekam sie (berufliche) Anerkennung. Daher auch ihr gutes Katalan, ihr Spanisch, Französisch, Englisch und – Deutsch! Ausserdem war sie Ehrenhäuptling der Siox. Jawohl! Sie fuhr alle fünf Jahre zu den Indianern nach Minnesota. Dort begann sie ihr Buch über die Sioux zu schreiben. Auf Deutsch zunächst. Ich gehöre zu den Ersten, die es lesen durften. Was für eine interessante Persönlichkeit! Das wußte auch ihr Freund, Dr. Alfred Gunzenhauser, Top-Galerist in München. Sie brachte ihn mit zu unseren Abendessen in Palma. Er war gerührt, wie Theofilos und ich, lebten auf Mallorca. Das fehlte ihm, sagte er oft. Fast depressiv klingend. Bei der Eröffnung seines Museums in Chemnitz, durch Bundespräsident Köhler, war an seiner Seite, in der ersten Reihe: Eleonore Korver!

Kuckart, Leonhard. Vorsitzender Kulturausschuss Landtag NRW. Vater der erfolgreichen Autorin Judith Kuckart. Meine Güte, wie oft hat Leonhard Kuckart in meiner Galerie gesprochen, Anstöße gegeben. Und oft gingen wir über Jahre, zu Gesprächs-Essen. Bei unserem Ristorante Luigi, auf der Hohe Straße. Bis heute, 2019, ist Luigi unser Favoritenwirt dort geblieben. Kuckart Äusserungen sind rheinisch offen. Das produzierte nicht nur (CDU) Freunde! Gerade, weil er über Berufskollegen spricht. Eine spannende Geist-Größe! Immer auftretend mit der schönen, aparten, mit Stil gekleideten Dame – Frau S. Ehefrau a.D. von einem VW-Finanzchef.

Krämer, Günter. Generalintendant Kölner Bühnen. Ein Schlachtroß der west-europäischen Bühnen! Was sind wir doch oft zu seinen auswärtigen Premieren gefahren. Und in Köln gab es immer vor einer Premiere in seinem Büro, Drinks. Gerne besorgte er uns schwierige Eintrittskaten. Bezahlen mußten wir selber. Gut so. Wir reden über staatliche Häuser! Wenn 30% der Zuschauer buhten, war er zufrieden. sein Markenzeichen halt, sagte er. Doch in Paris kam es mal anders. Härter. fast alle über 3.000 Gäste buhten. Sprachlos gingen wir alle ins Hotel, um die Ecke. Dies meganegative Erlebnis ließ ihn pausieren. Sich sammeln. Normal. Gerne war ich in seiner freundschaftliche Nähe. Opern-Stars wie Trudeliese Schmidt, Düsseldorfer Opernbühne, mochten sich das nicht vorstellen. Und sagten mir das auch ins Gesicht. Doch sie wußten nicht von meiner Rolle bei ihm! Etwa besorgte ich ihm, über JCB, bzw. seinem Bruder, einen hochkarätigen Reemtsma-Manager in Hamburg, schnellstens fast 500.000DM, damit Krämer seine 60-Personen-Bühne im Foyer in Köln bekam. Daher der Name, drei Jahre lang: WestEnd-Theater. Nach der Zigarettenmarke, die Friedrich bei Reemtsma betreute, bzw. pushte. Tja, Vorsicht bei Nichtkenntnissen.

Kruse, Prof. Dr. Alfons. Museum Heinrich-Heine-Instut, Düsseldorf. Auch er eine wirkliche, blitzgescheite, anerkannte Größe. Mit flinker Zunge. Mit Organisationstalenten. Mit Stil. Die Bildung quoll ihm aus allen Poren. Nicht korrektes, was immer das ist, ließ er nicht durch. Seine menschlichen Interessen waren breit gefächert. Es war immer unterhaltsam, in seiner Nähe zu sein. Von ihm habe auch ich einiges gelernt. Abgeguckt. Unserer Freundeskreis Heinrich-Heine nervte ihn manchmal. Zuviel Medienrummel, sagte er. Wobei wir ihm auch Druck machten für irgendwelche Benefiz-Projekte. Na klar. Lästig.

Lüdecke, Wenzel, Filmproduzent, Berlin. (1917-1989). „Peinliches“. Seine Firmen: „Inter West Film“ – mit Star Horst Buchholz, „Berliner Synchron“, bis heute einer er bedeutendsten Synchronstudios. Als ich noch blond und schön war, wurde ich von einem Freund, Walter Ambrock – erst Schauspieler, dann Geschäftsführer bei Wenzel Lüdecke – mit in Lüdeckes Grunewald Villa, mitgenommen. Zwei Diener mit weissen Handschuhen goßen Unmengen Champagner in große Weinkelche. Irgendwas gab es zu essen am Kaminfeuer. Mein Gastzimmer: Der Anbau für Horst Buchholz. Der junge, hübsche Buchholz selbst war nach der Fertigstellung ausgezogen, abgehauen. Dank gibt es bekanntlich selten. Er war eine zeitlang doch wohl sicherlich glücklich, das Wenzel Lüdecke ihn vom Bahnhof Zoo, heißt es, mit nahm in sein Leben. Seine Karriere ermöglichte. Buchholz heiratete aufeinmal – eine Frau und zeugte Kinder. Es war Herbst. Angereist war ich mit einem türkisfarbenen Pullover von JCB. Ohne ihn zu fragen. Ein Butler zog ihn mir im Laufe des Abends aus und – warf ihn in den Kamin. Nein, schrie ich. Weinte und lief aus der Villa. Walter Ambrock holte mich zurück. Schrecklich war das. Peinlich. Der geliehene Pullover war verbrannt, wie auch andere Kleidungsstücke der anderen. Nichts gegen angesehene Prominente. Doch das war nicht lustig dort. Ein Schock für mich, dem jungen, unerfahrenen Menschen.

Manni Müll. Müllwagenfahrer auf der Hohe Straße, wo meine Galerie war. Er ist eine Persönlichkeit! Und ein Freund. Manfred Spieker, verheiratet, eine Tochter, hat ein ausgesprochen gutes Urteilsvermögen, was Bilder und Menschen angeht. Künstler wie Immendorff , Becking, Roese und viele anderen, lernten ihn über mich kennen. In Orange, seine Berufskleidungsfarbe. Sie akzeptierten ihn. Mochten seinen klarer Menschenverstand, seine direkten Aussagen, auch zu deren Kunst. Das war immer unbeschreiblich gut. Er kann Bilder „lesen“. Von wegen „nur“ Müllwagenfahrer! Vorsicht!

Nagel, Ivan. (1931-2012). Ein Universalgelehrter. Ein Glücksfall für mich. In Hamburg lernte ich ihn in einer Bar kennen. Ohne ihn erkannt zu haben. 1972 war er gerade Intendant in Hbg. geworden. Sein „Oskar Schlemmer-Kopf“, dieser große Glatzenschädel, seine Augen, die zogen mich an. Natürlich auch seine ausstrahlende Klugheit. Seine leise Art zu sprechen, eher schamig nach unten guckend, erreichte mich. Daraus entwickelte sich eine jahrzehntelange Freundschaft. Auch war er mehrmals mein Übernachtungsgast, damals in Düsseldorf. 1979 nahm Ivan Nagel mich mit zu Claus Peymanns Start im Bochumer Schauspielhaus. Anschließend gab es einen private Gesprächsrunde am runden Tisch. Dabei , u.a. Peymann, Fritz Raddatz, Ivan Nagel und halt ich. Sagte ich etwas? Nein. Zu hoch gestochen alles. Irgendwann sagte Raddatz zu Nagel: „Ivan, sag Du doch auch was zur Premiere“. Das tat Nagel. Wenige Sätze. Danach wurde sofort die Runde aufgehoben…..Oder später einmal bekochte ich Ivan Nagel in meiner Terrassenwohnung in Palma, mit seinem Chauffeur-Freund. Theofilos Klonaris war dabei, mein großer Bücher – und Filmwissender u.a. Nagel war Gast in der Mallorca-Finca der Suhrkamp-Tante Ulla Berkéwicz, Ehefrau von Verleger Siegfried Unseld, um ein Buch zu Ende zu schreiben. Wir aßen am Tisch, ausser Nagels Fahrer-Freund. Er lag auf meinem Bett um Fußball zu gucken. Dort servierte ich ihm meine Kochkunst. Alles gut, da unsere Gespräche das Wichtigste waren. Das erste Buch, was er mir in Düsseldorf als mein Gast schenkte: Ein aufwendiges Hitchcock-Ausgabe. Dann, nach 1988 – „Autonomie und Gnade“. Über Mozarts Opern. Unvergessen ist seine starke, vielbeachtete Rede als kritischer Laudator von seiner Freundin Susan Sontag, 2003, in der Paulskirche! Wo erlebe ich heute solche intellektuellen Größen?!

Poch, Ulli – Ulrich, Staatssekretär a.D. Ein Skandal in Berlin? Den gab es unter dem ergeizigen und guten Regierenden Bürgermeister von Berlin, Richard Karl Freiherr von Weizsäcker (1981-1994). Unser Ulli schaffte das. Als – ausgerechnet – Kultur-Staatssekretär. Ulli ließ sich zwei Gehälter überweisen. Das flog auf. Und er flog raus. Flog nach Hamburg, wo ihn die CDU als Geschäftsführer irgendwo versorgte. Vorher waren wir einige Male Gast in seiner schönen, großen Altbauwohnung. Genossen ihn zunächst als Türöffner für Tickets in der Oper, oder um gute Mitteltische in In-Restaurants zu ergattern. Wie etwa bei der Berliner In-Adresse, bei der Griechin „Fuffi“. Weil Ulli es für uns so wollte. JCB fand das Auftreten von Ulli oft peinlich, wie er seinen Staatssekretär raushängen ließ. Ulli war es dann doch peinlich mit seiner doppelten Lohnüberweisung: Sechs Monate hatte er einen lahmen Unterarm. Er war geschockt über sich!

Ratzinger, Joseph Kardinal. Ab November 1981 Vorsitzender der Glaubenskongregation. Früher genannt – Inquisition. Flughafen Rom. Siehe EXPRESS vom 19.09.1997. Wartehalle. Dabei, meine Freunde die „Doctores“ (ehemalige Hausärzte) und JCB. Da ich diese berühmten grauen Haare von ihm entdeckte, sagt ich zu meinen Freunden, ich gehe zu ihm und kläre. Ich: „Sind Sie es“? Er stand auf, dieser kleine zierliche Mann, in Schwarz. „Ja“, sagte er. Er reichte mir seine Hand. Ich zog beide Hände weg, legte sie hinter meinem Rücken. Er lächelte. Ich fragte: „Wie geht es dem Papst ( Papst Johannes Paul, II, Wojtyla, damals schon krank). Ratzinger: „Ach, wie soll es einem alten Herrn gehen, der soviel arbeitet und krank ist“. Ich: „Warum gelten Sie sooo stramm konservativ?“ Er: „Wenn sie mich kennen lernen möchten, dann lesen Sie mein Buch „Das Salz der Erde“. „Oh“ sagte ich, „das hat mir unser Düsseldorfer Stadtdechant Terboven empfohlen“. Ratzinger: „Bitte grüßen Sie ihn von mir. Er war ein guter Student von mir“. Längst fühlte ich mich unwohl. Meine anfängliche Schroffheit war mir unangenehm. Ich begegnete einem Herrn, der sehr höflich mir gegenübertrat. Eine starke Aura verströmte. Nun reichte ich ihm meine Hand. Er nahm sie mit seinen beiden Händen, lächelte. Und er nahm die Hände meiner Freunde, die zwischenzeitlich zu uns gekommen waren und wünschte uns allen, alles Gute. Ich fühlte mich klein.

Renault, Familie. Sant Tropez. An der Tahiti Plage wurden wir denen vorgestellt. Einladungen folgten in deren Landhaus zwischen 1969-1973. Tja! Ein peinliches Erlebnis hatte ich in deren Swimmingpool, wo ich oft drin war, um nicht allzu sehr aufzufallen, das ich kein Französisch konnte. Mit Englisch kam man damals in Frankreich nicht gut weiter. Ein Staatssekretär von Präsident Georges Pompidou stellte mir zweimal nach. Begrapschte mich unter Wasser. Meine Güte, war mir das peinlich! Auch vor JCB, der sich auf französisch in dieser, ja, High Society – oberhalb des Wassers sicher bewegte. was habe ich noch behalten? Freundlichkeiten und gutes Essen.

Residentreff Mallorca. Ur-Resident, Günter Stalter. Bewundernswert, sein Fleiß, seine Kraft, seine Sprachbegabung. Die sehr unterschiedlichsten Residenten auf Mallorca, zu Besichtigungen führen, dafür zu begeistern. Nichts war ihm zu viel. Mir erlaubte er, das ich bei Kirchenbesichtigungen, von den Kanzeln vorlesen durfte aus den entsprechenden Kunstbüchern. Abschluss war immer ein gemeinsames Essen in normal spanischen Landrestaurants. Mit Büffet. Das liegt mir nicht. Daher fuhr ich meistens vorher nach Hause.

Rotenhan, Hans Freiherr von. Mallorca/Berlin. Boris Becker Anwaltskanzlei u.a. Na, auf dieses Becker-Thema habe ich keine Lust. Becker werde ich als Tennis-Welt-Star in Erinnerung behalten, claro. Danach? Nee danke! Aber, Hans von Rotenhan: ein wunderbarer, humorvoller, begnadeter Erzähler, Essayist. Herrlich! Siehe sein Mallorca-Buch: „Mallorca ist anders. Ibiza erst recht“.

Smeets, Marlis. Erste Oberbürgermeisterin von Düsseldorf. Text folgt. Siehe auch Gallery

Spiegel, Paul. (1937 – 2006). (Später Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Deutschland ab 2000). Davor war er Vorstand in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Als einziger Galerist war ich in Düsseldorf zu seinem 60.Geburtstagsessen am 25.01.1998 von ihm gebeten, ins Lindner Hotel Rheinstern. Haupt-Einlader/Ausführung, der Zentralrat der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, Präsident & Grußwort, mit dto Dr. Adrian Flohr, Vorstand Jüdische Gemeinde D-Dorf. Festansprache Ministerpräsident Johannes Rau & Paul Spiegel. Wohl mit 120 Gästen. Und – ich wurde, wie nur 5 andere Gäste, in namentlich begrüßt. Angetan war ich auch immer von seiner Ehefrau Giséle. die Gespräche mit Paul Spiegel waren immer fordernd, im leisen Ton. Sorgen machte er sich, über die „Flut“ von auch russischen Juden nach Deutschland. Auch, weil die Kosten für die jüdischen Gemeinden enorm groß wurden. Er fürchtete den finanziellen Kollaps. Er fragte auch mich: „Gehe ich mit diesem Thema an die Öffentlichkeit“? Ich sagte: Ja! So kam es dann auch.

Stauffenberg, Dominik Graf von. Mitarbeiter in Palma. Mitbewohner einige Monate dort. Tja, ein großer Name. Ein amüsanter Unterhalter. Mit Whisky konnte man ihn erfreuen. Mit viel Arbeit nicht. Wir trennten uns. Ich lernte ihn bei Yvonne&Adolf von Fürstenberg, in Angermund/Düsseldorf kennen. Dank deren enger Freund Theofilos Klonaris, meinen späteren Galeriepartner. Dort war Stauffenberg der „Kaminholz-Vorleger“, so flüsterte man mir zu. Immerhin ein Graf in diesem – nur Baron-Herrenhaus. Seine Spanisch war gut. Er hatte eine spanische Ziehmutter. Seine Mutter, Gräfin Metternich, war eine Jetlake-Tante, die oft mit Fürstin Gloria herumzog. Schließlich ist ein Papst Benedikt amüsanter als ein Sohn…! Aber, verzeih mir lieber Dominik, es war auch eine gute Zeit mit Dir. Nun lebst Du weiterhin auf Mallorca. Beruf, Handtaschenverkäufer. Auch Deine Schwester Alexandra Prinzessin von Hohenzollern (geborene Schenk Gräfin von Stauffenberg) lernte ich anlässlich Deines Geburtstages, in Palma kennen, mit ihren Kindern. Ohne Ihren Mann, Karl Friedrich Prinz von Hohenzollern. (ein Hobby-Musiker, der mit seiner Band unter falschem Namen, durch die Dörfer zog und Musik erzeugte: das finde ich klasse!). Die Ehe war da sicherlich schon im Umbruch? Denn später kam die Scheidung. Leider vergass Sie Unterhaltsgeld für Dominik, bzw. für mich mitzubringen. So war es besprochen! Macht nix. Du hast nicht hungern müßen, nicht wahr, werter Dominik.

Steigenberger, Albert Martin Egon. Düsseldorf-Oberkassel (1956-2018), Kunstsammler, erfolgreicher Rennsportpferde-Besitzer, Sohn des großen Hoteliers Steigenberger. Leider ist Albert so jung verstorben! Seine heute erwachsen Kinder, Sophie&David kannte ich als Kleinkinder bereits. Deren Mutter Claudia, ist eine elegante, schöne Frau, geistreich und stark. Immer ist ein Treffen mit ihr ein Genuß. Albert tauchte in meiner Düsseldorfer Galerie auf. Entdeckte ein Bild. Und danach zig andere! Er erwarb es und bezahlte sofort mit Scheck. „Kennen Sie meinen Namen oder soll ich meinen Ausweis zeigen“, sagte er, mit einem umwerfenden Lächeln. Er war damals ein besonders attraktiver Mann, mit hellblauen Augen. Sofort verstanden wir uns. Auch weil er freche Bemerkungen machte über meine Unsicherheit. Herrlich! Zig Jahre hielten wir guten Kontakt. Auch auf Mallorca. Dort besass er in Port Andratx ein – nach Aussen – Riesenhaus. Gebaut hatte es ein Bremer Kaufmann. Tatsächlich kam es mir drinnen, verbaut klein vor. Claudia mochte nicht Mallorca. Sie hatte oft Pech mit schlechtem Wetter. Albert war auch ein Genussmensch. Fantastisch, die Abendessen mit ihm. Manchmal allerdings riefen seine Pferdesportfreunde an. Dann ließ er Messer und Gabel fallen. Doch wäre ich kein Widder, ließe ich sowas durch! Danke Albert, für alle unsere Zeiten. Auch die schwierigen „Genussphasen mit Prozenten“ ärgerten mich nicht!

Steinert, Hajo, Dr. Hans-Joachim, langjähriger Kulturchef Deutschlandradio. Damals erfolgreich. Anerkannt, beliebt, geachtet in ganz Deutschland, wie auch bei uns, den Freunden. Ach, lieber Hajo! Hättest Du doch nicht zwei Bücher nach Deiner Pensionierung geschrieben! Hätte, hätte! Sollte das so rüberkommen, wie bei der Feuchtgebiet-Tante? Die konnte das. Das war neu. Es kam an. Mindestens die Verkaufszahlen stimmten. Es ist nicht meine Literatur, die mich anmacht. Lieber gucke ich dann direkt im Internet Pornos. Deswegen kann ich leider, leider auch nicht Deine schriftlichen Ergüße lesen. Sorry, aber sind das alte Männerträume bei Dir? Ich sprach so auch zu Dir. Ich sah nur Dein verletztes Gucken. Deine Nähe war und ist immer klasse. Gerade weil Du so intelligent bist. Sehr gut aussiehst. Doch auf einmal schwimmt da was weg? Achselzucken!

Thurn & Taxis, Johannes Fürst von. Strand, Sant Tropez ca. 1967/68. Er kam auf uns zu, gab mir die Hand und sagte zu mir, dem Jungen mit den schönen, wilden blonden Haaren: „Sie kennen mich?“ Ich: „Ja, ich lese jeden Tag die FAZ, Wirtschaftsteil“. Er: „Ich möchte Sie einladen auf meine Jacht dort heute Abend“. Ich: „Nein danke. ich bin hier mit meinem Freund JCB“. Da zuckten seine Augenbrauen! Im Schlepptau hatte er drei dünne Jüngelchen, die ich rein körperlich nie sehen würde an einem Strand! Johannes selbst war ein bayrisches, halbglatziges Mannsbild. Dunkler Typ. Gut aussehend. Es hatte noch keiner an die spätere Fürstin Gloria gedacht. Sie war noch ein Kind. Geboren 1960. JCB wußte ja, in welche Restaurants „man“ in Sant Tropez abends ging. Thurn & Taxis kam immer an unserem Tisch, verbeugte sich und sagte: „Guten Abend“.

Bank UBS-Private Banking, Düsseldorf. Neue Standortgründung. Direktor Walter Bolliger war damit beauftragt. Ich wurde ins Spiel gebracht, Türen für die UBS in der Landeshauptstadt zu öffnen. Mein sehr gutes Netzwerk war halt bekannt. Auch weil sehr viel über meine Ausstellungen in Print-Medien und WDR3-Vorankündigen berichtet wurden. Vier Aktenordner muss ich noch scannen für meine Presse-Rubrik. Und so kam es auch, das man relativ schnell über UBS gut redete. Fleissig stellte ich Walter Bolliger Kunden und Entscheidungsträger in der Landeshauptstadt vor. Viele Einladungen der UBS folgten als Dank für mich. Ob „gehobene“ Karnevals-Sitzungen in Köln, ob Abendessen, Reisen, etc. Oder auch VIP-Einladungen und Bewirtungen auf der wichtigsten Kunstmesse Art Basel folgten. Dorthin nahm ich einmal den ebenfalls eingeladenen, großen Kunstwissenden, Prof. Heinz Althoff, ein Freund aus Düsseldorf, in meinem Auto mit. Dabei, der Kulturjournalist Michael Georg Müller. Jeder bekam sein Hotelzimmer. Und eine herausragende Bewirtung. Sowohl auf der Messe, als auch beim üblichen, aufwendigen Messe-Empfang und Abendessen für ausgewählte Galerie-Teilnehmer und andere Persönlichkeiten. UBS war und ist der Hauptsponsor der weltberühmten Art Basel. Heinz Althoff freute sich, das in deren VIP-Bereichen, ein Fachbuch von ihm auslag. Die Rückfahrt war lustig. Heinz Althoff war bekannt für seine humorvollen Anmerkungen. So sagte der junge Kulturjournalist Müller, ich sollte doch zuerst ihn nach Hause fahren, da er ja noch einen Kunstbeitrag über die Art Basel schreiben müße. Althoff war entsetzt. Wie bitte, mich alten Mann wollen Sie länger strapazieren? Holen Sie Ihren Block raus. Ich diktiere Ihnen den Beitrag aus dem Stehgreif. So geschah es. Mit Walter Bolliger stehe ich immer noch im Briefkontakt, wie auch mit seiner Ehefrau Katiti. Zu deren Hochzeit war ich damals eingeladen nach Kapstadt, mit Safari. Ein gebildetes, wunderbares Ehepaar. Keine Frage. Ich war kein „großer“ Galerist aber ein cleverer Organisator. Sehr bekannt und gut funktionierend. So sagten sie. Daher boten sich herausragende Kontaktmöglichkeiten für mich.