Grammatikfehler etc. noch vorhanden.

Auch hier ist noch alles in Arbeit. Ich suche die Namen zusammen. Es folgen später Kommentare, Fotos: Mir liegt die rheinische Offenheit. Alles ist aus der Hand geschrieben. Auch ohne das ich mir einbilde, wie so manch anderer in meiner Nähe, ich wäre ein Autor, nur weil ich etwa den großen Intellektuellen, den Buchschreiber Ivan Nagel Jahrzehnte kannte! Oder ist das hier Namedropping? Sicherlich nicht. Denn ohne diese Begegnungen, wäre meine Entwicklung nicht so gut geworden.

Blau Geburtstag 1997. Einladung zu meinem 50.zigsten ins damalige Museum „Volk&Wirtschaft“, im Ehrenhof, heute Kunstpalast, zum „Abend-Mahl“. Halt Osterzeit! Direktor Udo Mayer erlaubte es. Das brachte ihm vom Rathaus danach eine Rüge ein. Noch nie durfte eine privater Galerist in einem städtischen Museum feiern. Über 300 Gäste kamen – zum warmen Abendessen. Was nur teilweise gelang: Der Party-Metzger aus Oberkassel, Poldi Wagner, verschlief. Geliefert wurden zunächst nur die Gemüsebeilagen von seinen Mitarbeitern. Eine Stunde danach kam erst das Fleisch! Peinlich aber lustig. Manche glaubten, der Blau als Galerist ist halt schon anders drauf. Eingedeckt waren die Biertische mit Stroh und großen, stämmigen Kerzen. Es kamen Entscheidungsträger, Kulturgrößen, tolle Freunde und gute Kunden. Etwa Michel Friedman, Regierungspräsident Jürgen Büssow, HA Schult, Thomas Beckmann, Cellist, der auch auf einer sehr kleinen, historischen, englischen „Armen-Geige“ spielte. Dir. Hetjens Museum Bernd Hakenjos, Jörg Immendorff, Ratsherr Wolfgang Kamper, Wolfgang Schulhoff, Präs. Kuratorium Museumsinsel Hombroich, Cem Özdemir (Damals der „Kevin Kühnert“ der GRÜNEN), Matthias Eichhorn, Dir. Schauspielhaus, Ehrenbürger Aloys Odenthal, Peter Kern, Schauspieler , Dr. Adrian Flohr, Vors. Jüdische Gemeinde Düsseldorf, Bürgermeister Joachim Erwin, Sabine von Keudell, (Inhaberin Langen Foundation) usw. usw. Ministerpräsident Johannes Rau, schrieb einen Glückwunsch mit – Absage: Ostern fordert die Familie ihr Recht. Und dann geschah es: Mein Vorsitzender des Freundeskreises Heinrich Heine, K.H. Theissen, nahm ein Mikrofon um auch meine Gäste zu begrüßen. Jeder in Düsseldorf wußte, wie wichtig ihm erhöhte Aufmerksamkeit war. Theissen sagte: Damit Sie als Jude hier nicht alleine sind, Herr Dr. Friedman, haben wir (!) auch den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Herrn Dr. Adrian Flohr eingeladen! Starke Unruhe im Kuppelsaal. Ich bin entsetzt, irritiert. Stehe neben Theissen mit hochrotem Kopf. Michel Friedman springt auf, will nach Hause gehen, mit den Worten, unverschämt. Bürgermeister Joachim Erwin rennt hinter ihm her, holt ihn zurück. Jörg Immendorff springt auf, schimpft wie ein Rohrspatz zu Theisen, nimmt ihm das Mikro weg. Auch über 30 Pressevertreter waren privat Gäste und Zuhörer. Die Ehefrau von Star-Architekt Manfred Hecker, sitzt neben Theisen. Sie springt auf, nimmt Ihre quadratische Hermes-Handtasche und sagt: Hier ist meine Reaktion zu ihren mißlungenen Worten. Sie schlägt die Handtasche auf seinen Kopf! WOW! Ein Skandal das Ganze. Theisen nimmt seine Ehefrau und geht. Beifall! Sponsor der Getränke, dank einem Freund und Verkaufsleiter Klaus Coenen, Diebels Brauerei. Das Essen für 304 Gäste übernahm ich. Siehe u.a. Rhein. Post, WZ, Express vom 29.03.1997, dto. BILD – eine ganze Seite.

Blau & Bundeswehr! Auch hier trifft Fleiß, Disziplin und Verantwortungslust auf Glück. Denn mein Oberst der „Schwere-Pioniere-Kompanie“ (Fahrdienste verschiedenster Art) in Koblenz-Lützel, Franz-Paul Windscheif, mochte mich. Er sagte zu mir: Wenn doch meine fünf Kinder auch mal so werden würden. Damals verstand ich diesen Satz nicht. Doch was ich verstand, war, das es unter den auch hartgesottenen, auch teilweise leicht vorbestraften Burschen auf unserer „Bude“ (Stube), nicht um Muskeln ging. Die hatte ich eher nicht. Aber die meist älteren. Und doch wurde ich zum „Stubenältesten“ ernannt – von dem Herrn Oberst. Dank meiner flinken Zunge, meiner Wachheit und Humor ( Zitat Windscheif) behauptete ich mich. Und erkämpfte etwa bei Nachtmärschen, das die Kerle durchhielten. Denn zäh, belastbar waren einige nicht! Einige Male trug ich deren G3-Gewehre. Ja, so war es. Die Mindest-Nachtmarsch-Zeit wurde erreicht. Der Wochenendurlaub war gesichert. // Mein Hobby, die Politik, das Zeitgeschehen, die Wirtschaft brachten mir Pluspunkte beim Oberst. Nicht Fussball, wie bei anderen Vorgesetzten. Das war mein Glück. Es lief gut für mich. // Per Brief an das Verteidigungs-Ministerium, dank interner Unterstützung vom Oberst, darf eine Strophe eines Pionierliedes bei der Bundeswehr nicht mehr gesungen werden darf. Das wir zunächst das Bundeshaus in Bonn besichtigten. Und danach ging es ins Ahrtal zum Saufen, dank Kompaniekasse. // Jeden Freitag gab es Politikbelehrung. Meine Aufgabe, welcher Soldat soll über welche Themen am folgenden Freitag einige Sätze vortragen. Anschließend wurde diskutiert. // Jeden Tag bekam ich drei Zeitungen. Dann durfte ich einzelne Ausschnitte ans schwarze Brett heften. Noch heute ist die morgendliche Zeitung für mich ein MUSS. // Bis auf den nicht gewollten Motoradführerschein, durfte ich alle anderen machen. Wie auch zeitlich begrenzte Berechtigungsscheine. LKW fahren, mit Anhänger, daran scheiterten die meisten bei der Prüfung. Der kleine Blau, nicht. // Herrlich der Einsatz mit Planierraupe. Dieses Ungetüm, nur mit zwei Steuerknüppel zu lenken, machte Spaß. Vor allen Dingen, auf einen Riesentransporter, Marke Faun, aufzufahren, Bremsen treten, festhalten, bis sich die Ladefläche, die beiden Fahrspuren, wieder senkten. Vorher waren die beiden schmalen Fahrspuren sehr schräg gestellt worden. // Oberst Windscheif gab mir frei, damit ich im Hofgarten in Bonn gegen die Notstandsgesetze demonstierern konnte. Er gab mir frei, damit ich Vorträge des damals bekannten Pastor Niemöller anhören und mitdiskutieren konnte. Thema damals – auch der Vietnam-Krieg. Klingt alles toll? Ja, war es auch. Denn dadurch wurde ich erwachsen. Oberst Windscheif förderte mich, ließ mich laufen. // Wenn ich mal falsch handelte, stauchte er mich vor der Kompanie auch zusammen. So stritt ich mich laut und nicht gute Sätze brauchend, mit einem uns verhassten Feldwebel. Das war ein Ekel. Ein Intrigant. Voller Komplexe wegen seiner fetten, gedrungenen Gestalt. Der Feldwebel beschwerte sich. Und so kam es zur Maßregelung vor versammelter Truppe. Auf die Frage, wieso ich so ausfallend geworden war, sagte ich: Weil zu viel Jägermeister meine Zunge lockerte! Seitdem kann ich die Marke nicht mehr ansehen. Das ganze spielte in Aachen-Vogelsang, während eines Manövers. // Auf unsere Bude war auch ein stiller Typ aus NRW. Ich nenne ihn hier X. Er hörte leise klassische Musik. Wurde von vielen dafür gehenselt. Doch ich verteidigte ihn, wurde neugierig. Fragte, was ist das für eine Musik. Wagner. Richard Wagner. Die war mir unbekannt. So stieg ich ein, lernte diese zu genießen. X träumte, das er mal im Festspielhaus Bayreuth sein konnte. Ich glaube, das hatte er nie erlebt. Nun, jeder weiß aus meiner Umgebung, das ich da mehr viel erleben durfte. // Aber über ihn kam ich zum 5.000 Meter Lauf. Weil ich ihn dafür bewunderte, da er so anderes drauf war, auch sein Körper wirklich nach einem Sportler aussah, lief ich mit. Bitte, keine Übertreibung: Diese Strecke lag mir. Es war mir nur nicht bekannt. // Die Kompanie beorderte mich zum Koblenzer Stadt-Sportfest als Langläufer. Und – gewann für unsere Kompanie. Der Siegerpreis: sechs Whisky-Gläser. Nett! Eine Sportlerin wollte mich daraufhin unbedingt in Ihren Verein bringen, weil meine Laufzeit so ungewöhnlich gut war. Und das ohne Training. Sie sagte mir eine Läuferkarriere voraus. Nee, das wollte ich nicht. // X wurde ein langjähriger Freund. Ihm half ich, über mein Netzwerk, hier dem Journalisten Don F. Jordan, seine Verlobte (möchte auch diesen Namen nicht nennen) „Y“, aus der damaligen rumänischen Diktatur, von Nicolae Ceausescu, nach Deutschland zu gelangen. Y war schön, eine mehrsprachige Dolmetscherin. Sie arbeitete in Bukarest in der Schweizer Botschaft. Es ging ihr gut. Sie wurde für X erst eine Urlaubsbekanntschaft in Rumänien, dann seine Verlobte. Ausreisen durfte sie nicht, um den, wie man damals sagte, Feind und Revanchisten X in Deutschland zu ehelichen. // Nicolae Ceausescu besuchte Deutschland. Don F. Jordan bat ich, ihm eine Notiz zu geben, mit der Bitte um schnellste Ausreisemöglichkeit für Y. Dies gelang nach 6 Monaten. Aber mit schrecklichen Erlebnissen für sie: Erst wurde sie von der für Arbeit zuständigen Polizei, als Putzhilfe am Stadtrand von Bukarest eingesetzt. In einem Friseurladen. Dann kam sie vor Ausreise, in ein Gefängnis. Dort wurde sie mehrmals vergewaltigt. Schließlich kam sie nach Deutschland und sie heirateten. Nachwuchs kam. Und – die Scheidung nach ein paar Jahren. Denn, es wurde bekannt, das Y „hungrig“ auch auf andere Männer war. Damit sie nicht ausgewiesen werden konnte, wollte sie den Sohn behalten. Doch es gelang, das X als Vater der Sohn zugesprochen wurde. Vor dem entscheidenden Gerichtstermin nahm ich sie beiseite: Als Zeuge werde ich aussagen über ihre Männerbekanntschaften. Schließlich war ich Zeuge, da ich manchmal mit beiden „schwitzte“….// Mein Kumpel X, der Vater, bekam die Auflage, innerhalb von vier Wochen, eine Frau zu finden, die bei ihm einzog, damit das Kind eine Ersatzmutter hatte. Absurd, diese kurze Zeitauflage! Also suchten er und ich in den Zeitungen nach Kontaktanzeigen und fanden eine Frau, die gerade von einem Polizisten getrennt worden war, wegen Gruppensex. Sie sagte Ja. Auch da gab es gemeinsame, „schwitzige“ , lockere Zeiten. Also eine Wiederholung von dem, was sie vorher jahrelang mitmachte! Diese künstliche, aber auch amüsant-lockere Beziehung, ging nach ca. 15 Monaten zu Ende. // Auf Bitte von X trafen wir uns nicht mehr. Er wollte Ruhe in sein Leben bringen. Vorher brachte ich ihn, den Schlosser, noch dazu, seinen Maschinenbau-Techniker zu machen. Daher bekam er einen richtig guten Job. Er fand eine neue Frau, eine Liebe, ohne Druck und Auflagen. Sie heirateten. // Lieber hochbetagter Herr Oberst Windscheif, noch heute bin ich von ihnen beeindruckt, weil sie mich gut und richtig behandelt haben. Waren sie etwa damals ein Vaterersatz? In meine Entwicklung floß viel Selbstsicherheit, Selbstwertgefühl. Dank Ihnen. Dieser Beitrag über meine Wehrpflichtzeit ist mir wichtig! Leider hat dieser Doktor-Titel-Schwindler und Schönling, von Gutenberg, (aus einer wirklich tollen, seriösen Familie stammend, hochvermögend mit 300 Millionen€) die Wehrpflicht abgeschafft. Das ganze Pflegesystem in Deutschland brach zusammen. Die Berufsarmee steht heute leider nicht so gut da. Technisch eher ein Schrotthaufen. Trotz der guten Ansätze, Aufräumarbeiten von Ministerin Ursula von der Leyen. Ungewöhnliche lange 5 Jahre Dienst! Gutenberg und seine Vorgänger, alles eher Kurz-Zeit-Minister, brachten keine Verbesserungen.

Beuys, Josef. 1983. Ein Glücksfall. Für mich. Für viele, unzählige Studenten. Nicht für Johannes Rau, damals NRW-Wissenschaftsminister. Zuständig für die Kunstakademie. Tatsächlich! Josef Beuys öffnete Schleusenartig die Toren der Kunstakademie D-Dorf für Studenten. Jeder Mensch ist ein Künstler, so Beuys. Natürlich meinte er das so nicht. Wurde aber so aufgeschnappt. Okay. Ein großes Thema. Mein Thema: Beuys richtete mir selbst eine kleine Ausstellung ein. besorgte einen Banker der Commerzbank als Käufer. In einer Woche war der Spuk vorüber. Begleitet von einem ersten kleinen Pressebericht – in der Düsseldorfer Altstadtzeitung! (Scan folgt). Meine Güte, was war ich da stolz! Seine Meister-Studenten, und Aktentaschenträger, bekamen nie Geld für deren Hilfen. Sondern – Originale Zeichnungen etc. Das war mein Sprung zu mir Umsatz und Bekanntheit, wie sich nach Beuys Tod 1986, herausstellte. Denn ich war bei den Studenten bekannt, das ich die Mittel immer hatte, diese Arbeiten zu kaufen. Auch seine Frau Eva lernte ich kennen. Wie auch seine beiden Kinder, die über ihren weltberühmten Vater stöhnten. Er fehlte ihnen, manchmal. Oder zu oft? Jedenfalls klingelte ich von Anfang an in D-Dorf-Oberkassel, Drakeplatz, manchmal bei der sympathischen Eva Beuys, um mit ihr zu klären, ob meine Beuys echt sind oder nicht. Das schaffte ein Vertrauensverhältnis. Daher gab es nie Schwierigkeiten von Streitereien oder Verboten in der Öffentlichkeit. Andere Galeristen erleben nicht gerade einfache Dinge mit Künstlerwitwen. Presse Düsseldorfer Altstadtzeitung 10.06.1983

Bornheim, Dr. Wolfgang. Köln/Mallorca. einer der bekanntesten Steuerberater Deutschlands, (damals Schlütter. Bornheim, Seitz) u.a. Aufsichtsratvorsitzender Stoer-Werbegruppe, Mitglied im Vorstand Wallraff-Richards-Museum. Condor-Pilot, wirklich stark wissend, hochgebildet. Marlies seine herrliche Kölsche Mutter: „Siegfried, hätte ich doch zwei Kinder in die Welt gesetzt. Die Klugheit von denen wäre ausreichend gewesen. Ausserdem kann ich jetzt jeden Tag eine Flasche Rotwein trinken, dank dem erfolgreichen Wolfgang. Bei meinem Mann war nur eine Flasche pro Woche möglich. Herzliches Lachen“. Zitat Ende. Das war Wolfgang auch: ein begnadeter Koch. Siehe auf u.a. Phönix Beiträge. Koch-Papst Ekart Witzigmann verlieh ihm in meinem Beisein, schwarze Kochjackenknöpfe! Das war nach seinem 6-Stunden-Dauer-Essen in Alaro, Mallorca. In seiner luxeriösen Finca. Anlass der 50.zigste Geburtstag seines engen Freundes. Für 50 Gäste. Nach jedem Gang musste das Personal ihre Garderobe Themenbezogen wechseln. Wie auch die Tischdekoration jedesmal. Live-Musik gab es dazu. Jeder Gast bekam ein „Drehbuch“ mit CD als Andenken. Kein anderer als Gerhard Schwaiger, Chefkoch vom Sterne-Restaurant Tristan, war sein“Hilfskoch“! Tatsächlich! Das Personal brachte Schwaiger aus dem Tristan mit. Daher war das Restaurant geschlossen. Leider ist Wolfgang Bornheim mit 55 Jahren verstorben. Nierenversagen (1955-2011). Wahnsinn! Jahrelang durfte ich mehrmals im Monat an seinem großen Esstisch sitzen, als Unterhalter und Zuhörer . (Zitat Bornheim) für seine anspruchsvollen, auch berühmten Gäste, die er bekochte. Aus der Wirtschaft, Politik und den Medien. Siehe auch GEE. Presse www.juve.de

„Boso“, Il Marchese Giuseppe Roi, Vincenza, Italien. 1924-2009. Tja! Was kann einem jungen Mann wie mir, mit blonden wilden Haaren, hungrig auf die Welt, nicht alles passieren! JCB stellte mir seinen älteren, guten, langjährigen Freund aus dem Hochadel vor. In Vicenza. Auf seinem Schloß, in der Nähe der weltberühmten Renaissance-Villa „La Rotonda“ von Architekt Andrea Paladio. An der Autobahn-Ausfahrt wurden wir von „Boso“ abgeholt. Auch in einem Porsche. Vorher gab es, was sehr selten vorkam, Zwist zwischen JCB und mir. Fuhr ich doch die ganze Zeit seinen dunkelblauen Porsche. Doch kurz vor dem Treffen mit Boso, wollte JCB am Lenkrad sitzen. Das mochte ich nicht. Schnell verdrängte ich es, als ich den ungemein gut aussehenden Herrn aus dem Hochadel sah. Siehe Wikipedia. Nicht vergessen, wie man sieht! // Natürlich lebte der „Il Marchese Boso“ auf seinem Schloß mit einer Gesellschaftsdame zusammen. Eine Gräfin. Immer saß sie beim Essen mit am Tisch. Nicht dabei war sie, wenn Boso über sein Weltreisen berichtete. Diese Erzählungen waren ungewöhnlich. Etwa wenn er lächelnd seine Telefon-Anrufliste vorlas: Anruf von Agnelli (FIAT), Baron Rothschild, Matrose Peter, Papst soundso usw. Herrlich, wie verrückt er sich auslebte! So ist das halt auch, wenn Ahnen gut vorgesorgt haben…// Boso hat nie gearbeitet. Aber viele soziale Ehrenämter erfüllt. // JCB war besonders angetan von seinem stark eleganten Riesen-Penthouse in Rom. Sein Schloß in Vicenza war nicht protzig oder groß. Alles war stimmig. Später besuchten JCB und ich nochmals Boso, mit Christiane Nagorny. (Die leider sehr früh verstorbene Freundin, am Tag der Eröffnung meines zweiten Kunsthandels in Düsseldorf. Sie sollte als Kunststudentin dort regelmäßig aushelfen. Ein anderes, bitteres Thema, welches heute noch schmerzt. Christiane war lebenshungrig, aktiv. Ein Typ zwischen Jeans und Flanell). „Boso“ und Giovanni Agnelli: Es gab, so erzählte JCB, mal eine Mittelmeerkreuzfahrt. Thema griechische Inseln-Tour. Auf der Jacht von Agnelli. // So wurde etwa Lunch eingenommen bei Stavros Spyros Niarchos (dem erbitterten Reeder-Konkurrenten von Aristoteles „Ari“ Onassis.) Auf der seiner „Niarchos-Insel“. Mit welcher Ehefrau damals, weiß ich nicht. Ob eine Athina (Thina) Livanos, oder eine aus der Ford-Familie, die Charlotte. Thina wurde später umbegbracht. Keiner weiß bis heute, von wem. // Alles war locker auf der Yacht. Zu locker für JCB. In Athen ging der damals 24.jährige an Land. Flog zurück nach Deutschland. Seine Bescheidenheit hat er sich bekanntlich, bis heute erhalten. Nochmals „Boso“, der mich stark beeindruckte. Ein wirklicher Weltbürger. Souverän und unabhängig. // Irgendwann besuchte „Boso“ Köln. Als Präsident der italienischen Rotaryr oder von Lions-Club? Tagungsort der europäischen Verbandstagung war in einem Hotel. Dort entwischte er aus dem Fenster um zu uns zu kommen. Wir fuhren ihn zu Schloß Georgshausen zum Abendessen. Dann kam ein sympathisches Kompliment: Er möchte gerne mein Jacket haben. Ein englisch-großkarriertes, blau-grünes Jackett, welches ich in München mal erworben hatte. Das gefiel mir. Er bekam es geschenkt. Tja!

Brinkschulte, Rainer F. – alias Rainer Frederic. Buchvorstellung in Palma, in der Galerie Blau: „Herr Blau oder die Affäre Gallé“. Mir zu Ehren nannte er seinen Hauptkommissar Herr Blau! Rainer Brinkschulte kannte ich „ewig“ aus meinen Düsseldorfer Zeiten. Er war amüsant, intelligent, elegant und einflußreich im Verlagswesen. Davon erfuhr ich bei unseren vielen, vielen Mittagessen. In etlichen Restaurants in Düsseldorf bezahlte er nie direkt. Die Rechnungen wurden seiner Sekretärin zugesandt. Er arbeitete für „Die Zeit“, „Capital“, er baute die PR-Abteilung bei Gruner&Jahr auf, war Vorstandsassistent dort, er ist der Miterfinder der „Wirtschaftswoche“ und „Horizont“, und er war Headhunter für Chefredakteure. Oft sollte ich Telefonate mithören. das liebte er. Tatsächlich bewunderte ich ihn sehr. Doch wollte er nie, das seine elegante Ehefrau, eine Gräfin aus Österreich, dabei war. Es sollte „Männergeschwätz“ bleiben. Tja! Presse Mallorca Magazin 19.09.2003. Magazin „Mallorca Deluxe“, Farbbericht S. 134. „Faces & Places“.

Casa, Lisa della. Opern-Weltstar. Wunderschöne Dame. Elegant. Herausragende, gepflegte Tonbildung. Siehe YouTube. Dank Hans Gerling lernte ich sie kennen. Sie waren zig Jahre befreundet. Ihr Wohnsitz: Schloß Gottlieben, am Bodensee. Sie war freundlich aber scheu, war mein Eindruck. Doch ich war natürlich überwältigt in Ihrer Nähe zu sein. // Heute noch höre ich Aufnahmen von ihr. Auch dank Bernd Weikl, ihrem Kollegen, der mit Ihr Strauß-Opern sang. Er sprach über sie, als ich ihn Jahre später auf Mallorca kennenenlernte. Angesprochen wurde ich, ihn zu unterstützen bei seiner Benefizaktion. So kamen mir wieder der Anfangskontakt sehr gerne in Erinnerung.

Cramm, Gottfried von. (1909-1976) DER Tennisbaron. Immer noch ein Vorbild im deutschen Sport. Ehrenmitglied, wie JCB, dem ältesten lebenden Davis-Cup-Spieler (2019) beim deutschen Tennisbund. JCB war sein Tennis-Meisterschüler & Freund. So war JCB etwa Ehren-Gast, am Hochzeits-Nebentisch in Venedig, als von Cramm die damals vermögende Frau der Welt heiratete. Barbara Hutton. Die Hochzeitskosten wurden beglichen von einem „Zinn-Baron“ aus Mexiko. Siehe Medien und auch Kölner Stadtanzeiger vom 15.11.2011, Seite 26. // Viele gemeinsame Auslandsreisen folgten mit Gottfried von Cramm und JCB. Bis Kairo. (So lernte ich zig Jahre später auch etwas besser Ägypten kennen. Auch den Bruder des Königs, in Alexandria). Es folgten für beide Einladungen, etwa zu dem damaligen König Faruk, der dann aber von seinem Thron verjagt wurde durch Revolluzer Nasser. // Von Cramm lernte ich über JCB zunächst in seiner kleinen Stadtwohnung in Hamburg kennen. Er besass, wie seine sechs Brüder, ein Schloß. Dort lebte auch seine elegante, betagte Mutter, eine Gräfin. Sie brachte alle Schlösser mit in die Ehe als sie den „nur Baron“ von Cramm heiratete. Einmal traf ich sie dort. Diese Ausstrahlung! Sie beherrschte den Empfangssaal. // Gottfried von Cramm war ein ungemein höflicher Typ. Immer lächelnd. Hochgebildet. Mit englischem Humor. Hilfsbereit. Damit ich besser aus dem Bett komme, schenkte er mir einen Wecker. Offensichtlich hatte JCB ihm meine damalige Schwäche genannt. Gut so!

Cramm, Siegfried von. Bruder von Gottfried. Er wollte mich adoptieren. JCB sagte nur: Das kannst Du machen. Dann bist du aber nicht Siegfried Blau geworden, wie ich es Dir empfohlen hatte, und Du es doch auch akzeptiert, besser, verstanden hattest, als Du 20 Jahre alt warst! JCB, wieder lagst Du richtig. Danke auch dazu.

Cramm, Burkhard Freiherr von. (1936-2016). Bodenburg/Ibiza. Neffe von Gottfried. Mit seiner charmanten Ehefrau Elisabeth. Geborene Möller. Ihre Schwester ist die berühmte Friseurin Marlies Möller. Treffs auf Ibiza, wo beide auch eine Terrassenwohnung in unserem Bario, Viertel hatten: In Can Furnet/Jesus. Leider ist Burkhard eine Woche nachdem wir ihn und seine Elisabeth bekocht hatten, verstorben. Seinerzeit waren auch unsere Gäste, Andreas&Meinrad. Als ich höflisch Arm in Arm, mühselig die Treppen mit ihm hoch ging, zum Wagen, blieb er immer stehen, heftig nach Luft schnappend und sagend: „Siegfried lasse mich hier liegen. Es reicht, ich kann nicht mehr“. Hart, sehr hart das alles. Dieser immer fröhliche, kluge Mensch, vermochte gut über seinen Tod reden. Jahre redete er aber auch, englisch witzig stöhnend, über die horrenden Kosten eines neues Daches für sein Schloß. Aber immer war er humorvoll dabei. Seine zehn Jahre als Geschäftfsführer des renommierten, feinen Überseeclub in Hamburg, sind natürlich auch nicht vergessen!

Delden, Edzard van. Kunsthändler aus Münster und Osnabrück. Freund von JCB. Neffe des damals größten europäischen Textunternehmers Van Delden. Mein erster großer Kunde. Während der Neueröffnung 1978, erwarb Edzard sechs Silber-Platzteller, Augsburg von 1777! Preis 20.000DM. Heute „unbezahlbar“. Damals war ich erschrocken. Besser, hocherfreut. Das Finanzgesetz seinerzeit: Die ersten drei Jahre nur halbe MWST, bei einem Umsatz von nicht mehr als 60.000DM/Jahr. Am ersten Abend flog ich raus dem System für Startunternehmer! So etwas macht herrlich stark!

Droste, Dr. Manfred, Mitherausgeber der Rheinischen Post 70 Jahre-Feier. Er hatte mit seiner Frau Gisela eingeladen ca. 1.000 Gäste in sein Düsseldorf Heim, in Stockum. Gemeinsam fuhren Helmut Hentrich, Ehrenbürger und ich mit meinem Wagen dort hin. Es war klasse, wie die Drostes auch an die Kinder dachten: Im weitläufigen Park, Rheinnähe, waren Bewirtungsstände mit sehr vielen Pommes aufgebaut! Siehe Düss. Anzeiger vom 04.06.1997.

Erwin, Joachim, CDU-Oberbürgermeister Düsseldorf. Einer der wenigen, der es schaffte, eine große Stadt in Deutschland zu entschulden. Dabei hatte seine eigene Partei ihm ziemlich Stöcke zwischen die Karrierebeine gehalten. Einige waren Eifersüchtig, da seine Frau aus einer vermögenden Bauunternehmerfamilie stammt, die Gelder ihm gaben für Öffentlichkeitsarbeiten. Gelder, Hilfe von der eigenen CDU-Partei bekam er nicht, wie man es erwarten könnte. Und doch wurde er die Nr. 1. Respekt! Gewählt zum Oberbürgermeister in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Erwin war gebildet. Konnte aus dem Stehgreif Heine-gedachte aufsagen. Und, und, und. Ihm verdanke ich viele Reden in meiner Galerie. Leider verstarb relativ früh an Krebs.

Fassbinder, Rainer Werner. Filmregisseur, München. Fassbinder selbst suchte jahrelang unsere Nähe. Warum? Nun, er war eben nicht nur ein Arbeitstier und Chaot. Hart zu vielen Menschen. Aber nicht zu uns. Er schleppte uns sowohl in München, als auch etwa in New York zu allen möglichen oder unmöglichen Bar-Adressen. Oft liefen wir weg. Wir waren überfordert. Er war auch ein trauriger Typ, der unsere Bürgerlichkeit, deren Wärme mochte. Wir waren eben nicht devote Fans! Das Hotel Deutsche Eiche in München war unser Hotel. Und da er gegenüber wohnte, war es auch sein Stamm-Restaurant, sein Wohnzimmer. Und auch Drehort manchmal. Gute Gespräche gab es etwa mit Mario Adorf. Nicht mit Brigitte Mira. Sie fragte, welche Rolle ich spiele in dem Film, ich glaube, sie sagte „Angst Essen Seele auf“. Ich sagte, ich bin kein Schauspieler. Abrupt drehte sie mir den Rücken zu, am Stammtisch, und häkelte weiter irgendwas. Ein Abendessen in Fassbinders Wohnung in der Reichenbachstraße, kann ich nicht vergessen. Wir nahmen an einem riesigen Holztisch platz. Da er mir schmuddelig schien, ging ich in die Küche und holte ein Haustuch, putze alles brav sauber, bis Fassbinder mich anschrie: „Bist Du verrückt? Wie kannst Du mein Kokain wegwischen!?“. Oh, was wusste ich denn von so einem Zeug! Doch weitere aufgeregte Worte sagte er nicht. Er griff in seine hässlich-grüne Militärhose, Aussentasche, holte ein Bündel Geld heraus und schickte einem aus seiner Handlanger-Clique neues Kokain holen. Er drehte sich um zu mir und – grinste. // Sein Freund hieß Armin Meier. Muskulöser Metzger, blond, attraktiv mit hellblauen Augen, flinker Aushilfs- Kellner in der Deutschen Eiche. Ruppig zu den meisten Gästen. Nicht zu uns! Später wurde er Fahrer bei Fassbinder. Armin begann Selbstmord. Eine Woche vorher hat er uns in Köln besucht. Ohne Ankündigung. Er war völlig neben der Spur. Er weinte, stöhnte über die Filmschauspieler, die ihn nicht ernst nehmen. Leider erkannten wir nicht, wie tief sein Leiden war.

Fassbinder nahm uns mit zu seiner Noch-Ehefrau Ingrid Carven. (Schwester von der international erfolgreichen Opernsängerin Trudeliese Schmidt). Carven wollte Chanson-Sängerin werden. Nun sollten wir die ersten fremden Zuhörer sein, in ihrer Wohnung. Dabei, der Komponist Peer Raaben. (der wurde später ein Großer! Über 90 Filmmusiken). Sie schäumte. Schrie herum, was das soll? Fassbinder, ganz gemein leise und ruhig: „Du willst doch auf der Bühne singen. Also bitte“. Dann fing sie an. Und – es war nicht schlecht. So zwischen Marlene Dietrich und Edith Piaf klingend. Alles gut. Jahre später trat sie auf – in einer unglaublichen schönen Robe von Yves Saint Laurent, von ihm geschneidert. Sie hatte Erfolg. Auch als Schauspielerin lief es gut. Nicht so gut lief ein Weihnachtsessen in unserem Hotel Deutsche Eiche. Damals noch simpel ausgestattet. Ein Künstlerhotel. Oft wohnten Balletttänzer unter dem Dach kostenlos. Franz Beckenbauer etwa feierte dort, sehr ausgelassen, mit Fussballkollegen, verkleidet Fasching. Und zig andere – sogenannte Prominente – aus allen sozialen Gruppen. // Nun waren wir eingeladen, mit den Inhaber des Hotels, Mutter Ella &Tochter Sonja Reichenbach, und der Fassbinderclique , zum Gansessen. Dabei, immer, die wunderbare, legendäre Kellnerin Toni. Ihr Bayrisch war für uns schwer zu verstehen. Aber, ihr verdanke ich, das ich Thomas Bernhard las. Bitte, das war nicht normal, das eine Servicefrau wusste, wer Thomas Bernhard ist! Das war alles so widersprüchlich und erstaunlich. Daher bekam sie auch immer Freikarten für alle Kulturtempel in München – von den Intendanten! // Es dauerte nicht lange, da stritten sich wieder mal, sehr heftig, sehr laut, Ingrid Carven und Fassbinder. Deren gegenseitigen Körperbeschreibungen in deftigster bayrischer Strassensprache gebe ich hier nicht wieder. Aber ich berichte schon, das Knochen der Gans an deren Köpfe flogen. JCB und mir war das zuviel. Wir verschwanden Grußlos.

Fassbinder & Harry Baer, Filmschauspieler, Produzent, Regisseur, Mitarbeiter von Fassbinder seit 1969. Autor Buch „Deutsche Eiche“. Nicht weil er gut aussah, sondern weil er ruhig und konzentriert gut arbeiten konnte, brauchte Fassbinder ihn. Das Restaurant Deutsche Eiche, war ja Fassbinders „Wohnzimmer“ . Daher tauchte oft Harry Baer auf. Natürlich habe ich ihn nicht übersehen. So manches Gespräch wurde geführt, so manches Bier wurde gemeinsam getrunken, etwa.

Feltus, Ross, Fotograf, Düsseldorf. Vater von Barbara Becker, Ex von Boris Becker. Kein einziges Mal habe ich Ross Feltus gefragt, wie es seinem Schwiegersohn Boris Becker geht! Das fand Ross Feltus toll. Denn er fragte mich, warum jeder ihn darüber ausquetschen wollte. Aber nicht sein Kumpel Siegfried Blau! Ross Feltus erzählte dann, das er und seine Tochter Barbara und Boris Becker bei Bundeskanzler Kohl zum Essen eingeladen waren. Kohl sagte: ja Herr Feltus, wir haben viele Probleme, mit Ausländern und Farbigen in Deutschland. Ross Feltus: Herr Bundeskanzler, wir haben keine Probleme, wir haben Aufgaben! Daraufhin wurde Ross Feltus nie mehr eingeladen!

Fürstenberg, Familie, Düsseldorf-Angermund. Besitzer von Schloß Hugenpoet, Kettwig. Yvonne & Adolf von Fürstenberg verdanken wir unseren Repräsentanten Dominik Graf von Stauffenberg. Er lebte in ihrem Herrenhaus. Endlich sah er eine sinnvolle Aufgabe. Umzug mit uns nach Palma, in unser weitläufiges Apartment, mit vier Schlafzimmer, drei Bäder und Kamin, am Plaza Santa Eulalila, in einem historischen Palast. Diese Genauigkeit mußte sein…hihi. Tja, in Düsseldorf „unbezahlbar“. In Palma leicht möglich. Später folgte ein von uns organisiertes TV-Interview mit ihm. Die Vorbereitung: der Redakteurin sandten wir Fragen. Dominik gaben wir Antworten. Aber, er brachte es selber mit eigenen Worten gut rüber. Klasse gemacht, Dominik!

Wilhelm Baron von Fürstenberg & Verlobte Juliane von Schaumann-Werder, besuchten uns in Palma. Dabei, GEE Wierichs, aus Meerbusch. Presse Mallorca Zeitung mit Fotos der Drei, 02.08.2002.

GEE! Meerbusch. GEE Wierich, eine Freundin. ein Modell. eine Dressurreiterin, eine Unternehmerin heute. Und – eine bildschöne Frau. Damals und heute. Als Freundin von Wilhelm Baron von Fürstenberg besuchte sie uns in Palma August 2002. Über uns kernte sie dann Wolfgang Bornheim kennen. Siehe oben Bornheim. Sie mochten sich. Wie Schwester und Bruder, sagt GEE. Wolfang dachte anders. Da irrte Wolfgang! GEE wurde aufwendigst fotografiert. Nackend in der Landschaft, in den USA. Anspruchsvolle Farbfotografien. Freundschaftlich präsentierten wir das. Die Medien überschlugen sich mit Beitragen! Verkäufe gab es auch. Presse u.a. Mallorca Deluxe, mehrere Farb-Seiten Februar 2004. Mallorca Magazin 24.12.2002, 02.01.2004. Seitenlange Beiträge! Mallorca Zeitung 31.12.2003.

Gerling, Dr. Hans. Der Mann für mein Geistkapitalzuwachs. Siehe Rubrik „Über mich“.

Graf Armand de Senneville-Grave. In Düsseldorf war er mein Kunde. Sammler von Künstleruhren der Obdachlosen-Selbsthilfe. Später wurden wir befreundet. Zu seiner Hochzeit mit Stephanie Guichard waren eingeladen auf Schloß Dorliére: Mein Kumpel Can-Pierre Ekim, ohne seine damalige Freundin Bettina, und ich. // 350 internationale Gäste. Gut betucht. Leise Rassehunde um uns herum. Wie auch livriertes Personal. Später wurden meine damalige Freundin Yvonne M. und ich nach Paris zum Lunch eingeladen. Zu seinen Eltern in Paris-Neuilly, dem noblen Stadtteil. Seine kesse Mutter, Restauratorin im Louvre, in sehr kurzen Hotpans. Der Vater, Vorstand in der Industrie, mit Jackett, aber ohne Krawatte. Der Pudel – schmuddelig. Herrlich unkompliziert! Warum Lunch? Stil einiger Franzosen bei ersten Treffen. Dann kann man nicht so lange bleiben… PS Yonne M. : Zwei Jahre lebten wir in Krefeld-Verberg zusammen. Wir galten als lustig-lebensfreudiges Paar. Lernten voneinander. Golf-Spielen war für sie sehr wichtig. Daher erspielte ich mir sogar die Platzreife! Dann wollte sie mich heiraten. Ein Kind wollte sie auch noch, mit über 40. Ich sagte: Nein. Sie: Dann musst du gehen. Das tat ich sofort. Mein Vertrauen war erschüttert. Presse Armand Hochzeit siehe Express mit Foto vom 11.07.1998.

Gunzenhauser, Dr. Alfred. Top-Galerist in München. Na klar, ihn kannte man von den gehobenen, wichtigen Kunstmessen. Immer standen für Gäste Thonet-stühle und eine wuchtige Ledercouch auf seinen Ständen. Seine Auge für Mal-Qualitäten, für Kunstmarktentwicklungen wurden bewundert und beklatscht. Über Eleonore Korver lernte ich ihn privat in Palma kennen. wir bekochte beide. Das gespräch lief. Und zum ersten Mal, sah ich ihn gerührt. Eher traurig. Er beklagte sein langweiliges Privatleben. Immer wieder die Münchner Prinzessinnen an seiner Seite, stöhnte er. Das Getue für die Oberschicht. Immer wieder lächeln, an die Umsätze denken. Das war ihm auch zuwider. Aber eben nicht nur. Sonst hätte er keine enormen Verkaufserfolge gehabt. solch eine Riesensammlung aufbauen, clever organisieren können! Das befriedigte ihn. Dachte er. Er stützte sich in Arbeit. Immer! Und nun begegnete er zwei Galeristen, völlig entspannt, unterhaltsam, wie er sagte. Kochend, Gäste bewirten ohne Erwartungen. Mit natürlichem Lachen. Albernheiten zeigen. Tja! Jeder muss sich halt entscheiden, rechtzeitig, welche Lebensqualität man will. // Dank seiner großen Sammlungs-Schenkung nach Chemnitz, entstand dort „sein“ Museum. Passend: Eröffnungsredner, Bundespräsident Köhler. Neben ihm sitzend, seine enge Freundin Eleonore Korver, Mallorca. Siehe Korver.

Hallstein, Prof. Dr. Walter. (1901-1982). Er wurde erster EU (damals EWG-) Kommissionspräsident. (1958-1968 ). Ledig und Schwul. Das wurde damals so nicht genannt, claro. Nicht in die Öffentlichkeit getragen, so wie ich es hier mache, 2020. Kein Problem halt. Vorher war er enger Vertrauter von Bundesaussenminister Adenauer als Staatssekretär. Ein enger Freund von mir, Medizinstudent, später Chirurg, war eine gute zeitlang sein Freund. Gerne gab es Treffen in Hausteins Haus, in der Eifel. CDU-Walter Hallstein erzählte gerne die Geschichte mit Konrad Adenneuer und seiner Zeit als Staatssekretär unter Adenauer, mit anwesenden Journalisten. Seine Zusammenarbeit mit Adenauer gelang immer gut. Und so wurde Adenauer von Journalisten gefragt: Herr Adenauer, Sie wissen doch, man sagt, der ledige Walter Hallstein sei „anders herum“! Und sie arbeiten sehr eng mit ihm zusammen. Der damals schon recht alte Adenbauer antwortet nach einigem Hin und Her: Meine Herren, solange der Hallstein mich nicht anfasst, ist es mir egal!

Heeremann, Constantin Heeremann von Zuydtwick. Später wurde er Bauernpräsident. Und CDU-MDB, Münster. Seine prakmatische Schwester „Floh“, war Vorsitzende der Bauernfrauen. Schwester „Moni“, ohne Arbeit, glaube ich. „Pflichtübung“ – am Nikolaustag: seine Kartoffeln zu essen in seinem Münsteraner Stadtschloss. Und dies zu beklatschen. War alles amüsant. Nie langweilig. Nie dumm! Interessant, weil etwa ein Freund des Hauses, Prinz von Bentheim, von seinem Einsatz für die Resozialisierung von Gefangenen berichtete. Gerne war ich einige Male dabei.

Hilbert, Dr. Germinal. Künstler-Agentur in München, Maximilianstr. & Paris, für Weltstars aus der Oper, wie auch deren Dirigenten. JCB lernte „DIE“ Koloratursopranistin Editha Gruberova über ihn kennen. JCB bekochte sie, in seiner Terrassenwohnung auf Ibiza, in Can Furnet. Gruberova hatte auch in Ibiza ein zweites Zuhause. Wunsch des Welt-Stars, immer wieder: Spaghetti mit Tomatensoße. Die Gruberova trat am 27.03.2019, im Alter von, tatsächlich, 72 Jahren, im Opernhaus München, von der Bühne ab. JCB&ich waren dabei, an meinem Geburtstag. Der Intendant kniete nieder und überreichte ihr einen Riesenblumenstrauß. Transparente hingen an den Balkonen. Es war ein grandioser, guter und emotionaler Abend. Auch wir waren gerührt! // Germinal ist ein gut aussehender Ästhet, vernetzt mit Rotschild und diese Kaliber. Eine wunderbare, elegante, höfliche Persönlichkeit. Der uns auch so manche Tickets in Europa besorgte, wenn es hieß, Ausverkauf. So auch sein attraktiver Stellvertreter Andreas Dellert. Herrlich, Top-Fachgrößen aus dieser Branche nahe zu kennen.

Jordan, Don Franklin Journalist. Sein Vater war der letzte deutsche Botschafter auf Kuba, unter Bundeskanzler Adenauer. Fidel Castro trug ihn als Kind auf dem Arm – Zitat Don Franklin Jordan. Jahrelang war er Gast bei Werner Höfer&Co, beim ARD Frühschoppen. Als USA-Bürger, da er dort geboren wurde. Als er dort lebte, jung war, fuhr er, der hellhäutige, mit Chauffeurmütze, seinen farbigen Freund, hinten sitzend, beleuchtet, provokativ herum. // Über ihn lernte ich den Aussenminister Willy Brandt kennen. Im Restaurant Ria Maternus, Bonn/Bad Godesberg. Die „Wirtin der Bonner Republik“. Zitat Welt 01.12.2001. Willy Brandt feierte dort seinen 60.Geburtstag 1973. Letzter Gast bei Ria: Michail Gorbatschow. Vorher trieben sich dort herum etwa Konrad Adenauer und Ludwig Erhard, Helmut Schmidt und Horst Emke. (Siehe auch oben: Blau & Bundeswehr. Don F. Jordan hilft). Meine Mutter Emmi und er verstanden sich richtig gut. Beschenkten sich mit Aufmerksamkeiten, wenn Don in meine Düsseldorfer Galerie kam. Nun genießt er mit seiner eigenen Familie in Bonn, die Zeit der Reifeflecken!

Kirchhoff, Bodo, Autor. Treff und Gespräch in Santa Ponsa, Mallorca! Der höchst erfolgreiche Immobilien-Mogul von Mallorca, Lutz Minkner, veranstaltet in seinen Büroräumen „Kunstausstellungen“. Das ist ganz nett. (Bei mir kaufte er andere, internationale Qualität….) Bei Minkner war Treffpunkt für auch interessante Geister. Manchmal. Nicht nur wegen seiner Großzügigkeit, was Essen&Trinken betreffen. Und so tauchte auch (wohl sein Kunde) Bodo Kirchhoff auf. Nicht ich erkannte ihn, sondern mein Partner, Theofilos Klonaris, diese Lesegröße, Buchverschlinger. Kirchhoff wirkte – mit uns – zufrieden. Und wir auch. Wir sollten uns melden, verabschiedete er sich. Das haben wir leider nicht gemacht!

Korver, Eleonore. (1935-2015). „Meine“ Niederländerin auf Mallorca! Was sie alles wusste! Über sechs verschiedene Klimazonen auf Mallorca. Welche Pflanzen man kauft: Die, welche in der Erde von Mallorca hochgezogen wurden. Über Schleichwege auf Mallorca per Auto, damit es romantisch bleibt. Denn, sie war eine richtig gute Autofahrerin. Umsichtig, wie viele Frauen. Aber auch rasend, schimpfend ( auf holländisch) über die lahmen Männer. Ihr Satz: „Das ist doch wunderbar“, höre ich immer noch. Ritual: Sie lud mich zu Gesprächen beim Essen ein. Einmal pro Monat. Die Gute fuhr mich auch zu den mir oft unbekannten Restaurants. Herrlich! Was machte ihre Intelligenz, ihren Charme, ihre Internationalität aus? Sie war als Kind von ihrer Mutter schrecklich hart behandelt worden. Sie sollte ein Junge sein. Das hörte sie bis zum Tod ihrer Mutter! Scheußlich. Doch Eleonore kämpfte. Sie wurde überall die Beste. Als Sprachleiterin in München bei Siemens bekam sie (berufliche) Anerkennung. Daher auch ihr gutes Katalan, ihr Spanisch, Französisch, Englisch und – Deutsch! Ausserdem war sie Ehrenhäuptling der Siox. Jawohl! Sie fuhr alle fünf Jahre zu den Indianern nach Minnesota. Dort begann sie ihr Buch über die Sioux zu schreiben. Auf Deutsch zunächst. Ich gehöre zu den Ersten, die es als Konzept vorab lesen durften. Was für eine interessante Persönlichkeit! Das wußte auch ihr Freund, Dr. Alfred Gunzenhauser, Top-Galerist in München. Sie brachte ihn mit zu unseren Abendessen in Palma. Er war gerührt, wie Theofilos und ich auf Mallorca lebten. Das fehlte ihm, sagte er oft. Depressiv klingend. Bei der Eröffnung seines Museums in Chemnitz, durch Bundespräsident Köhler, war an seiner Seite, in der ersten Reihe: Eleonore Korver!

Kuckart, Leonhard. Vorsitzender Kulturausschuss Landtag NRW. Vater der erfolgreichen Autorin Judith Kuckart. Meine Güte, wie oft hat Leonhard Kuckart in meiner Galerie gesprochen, Anstöße gegeben. Und oft gingen wir über Jahre, zu Gesprächs-Essen. Bei unserem Ristorante Luigi, auf der Hohe Straße. Bis heute, 2019, ist Luigi unser Favoritenwirt dort geblieben. Kuckart Äusserungen sind rheinisch offen. Das produzierte nicht nur (CDU) Freunde! Gerade, weil er über Berufskollegen spricht. Eine spannende Geist-Größe! Immer auftretend mit der schönen, aparten, mit Stil gekleideten Dame – Frau S. Ehefrau a.D. von einem VW-Finanzchef.

Krämer, Günter. Generalintendant Kölner Bühnen. Ein Schlachtroß der west-europäischen Bühnen! Was sind wir doch oft zu seinen auswärtigen Premieren gefahren. Und in Köln gab es immer vor einer Premiere in seinem Büro, Drinks. Gerne besorgte er uns schwierige Eintrittskaten. Bezahlen mußten wir selber. Gut so. Wir reden über staatliche Häuser! Wenn 30% der Zuschauer buhten, war er zufrieden. sein Markenzeichen halt, sagte er. Doch in Paris kam es mal anders. Dort war er der erste Deutsche, der den kompletten Richard-Wagner-Ring herausbrachte. Fast alle 3.000 Gäste buhten. Sprachlos gingen wir alle ins gemeinsame Hotel, um die Ecke. Dieses meganegative Erlebnis ließ ihn pausieren. Sich sammeln. Normal. Gerne war ich in seiner freundschaftlichen Nähe. Opern-Stars wie Trudeliese Schmidt, Düsseldorfer Opernbühne, mochten sich das nicht vorstellen. Und sagten mir das auch ins Gesicht. Doch sie wußten nicht von meiner Rolle bei ihm! Etwa besorgte ich ihm, über JCB, bzw. seinem Bruder Friedrich, einen hochkarätigen Reemtsma-Manager in Hamburg, schnellstens fast 500.000DM, damit Krämer seine 60-Personen-Bühne im Foyer in Köln bekam. Daher der Name, drei Jahre lang: WestEnd-Theater. Nach der Zigarettenmarke, die Friedrich bei Reemtsma betreute, bzw. pushte. Tja, Vorsicht bei Nichtkenntnissen. // Dr. Nikolaus Lehnhoff, Regie-Kollege, und er, mochten sich nicht besonders. Lehnhoff wirkte für Krämer zu elitär, oberschichtig. Krämer war eher rauhbeinig. Lehnhoff war ein Kunde von mir in Düsseldorf. Es gab eine gute Nähe. Die nutze mir, da ich nach Glynborne endlich wollte. Dort führte Lehnhoff jahrelang Regie. Bei der Eigentümerfamilie Christie und in der Fachwelt war er hoch angesehen. Lehnhoff besorgte für Krämer, meinem Kumpel Dr. Klaus Grimmelt (ehemaliger guter deutscher Eiskunstläufer, mit erstem Dreifachsprung!, Sportarzt, extrem viel wissend über klassische Musik, was Krämer nervte) und mich, Eintrittskarten mit VIP-Bändchen. So konnten wir uns in den Pausen auch im Eigentümerhaus der Christies bewegen. Schöner war es, weltbekannt, auf dem Rasen zu picknicken. Unglaublich, aber wahr, das „feine“ Herrschaften mit Butler, Silber, teurem Porzellanen, auf eine Decke sitzen, sich quälen, verrenken und pausieren. // Mit dem umstrittenen Krämer simse ich immer noch.

Kruse, Prof. Dr. Alfons. Museum Heinrich-Heine-Instut, Düsseldorf. Auch er eine wirkliche, blitzgescheite, anerkannte Größe. Mit flinker Zunge. Mit Organisationstalenten. Mit Stil. Die Bildung quoll ihm aus allen Poren. Nicht korrektes, was immer das ist, ließ er nicht durch. Seine menschlichen Interessen waren breit gefächert. Trotz Töchter und Ehefrau. Es war immer unterhaltsam, in seiner Nähe zu sein. Von ihm habe auch ich einiges gelernt. Abgeguckt. Unserer Freundeskreis Heinrich-Heine nervte ihn manchmal. Zuviel Medienrummel, sagte er. Wobei wir ihm auch Druck machten für irgendwelche Benefiz-Projekte. Na klar. Lästig.

Lozano, Luis, Palma. Mein privater Sprachlehrer für Spanisch. Ein Sprachlehrer ist erwähnenswert?!? Ja klar. Ohne ihn wäre ich nicht bei der Mallorca Zeitung angenommen worden. Schließlich musste ich mich auf Spanisch bewerben. Da nützte es auch wenig, das ich die obersten zwei Bosse privat gut kannte. Von ihnen oft eingeladen war – als Galerist. In Alicante thronend, „Jon“, Antonio López Ruiz de Zuazo mit seiner Dóna Gurutze. Und in Palma der Direktor José Manuel Atiénzar und seine Dóna, die wilde, gut tanzende Isabel. „Atiénzar“ empfing mich an der Türe, am Tag des Vorstellungsgespräches. Siegfried, ich grüße Dich. Zuständig ist aber der Abteilungs-Direktor, Arturo Ramos. (Verheiratet mit einer aus der Inhaberfamilie). // Wie ich schon erzählte, wurde zu oft für mich auf Mallorca seit Jahren Katalan bzw. Mallorquin gesprochen. Ich verlor meine Selbstsicherheit in Spanisch. Also mußte ich einen Crash-Kursus machen. Privat, ein auf mich zugeschnittener Einzelunterschrift. Der mir gut bekannte, sympathische Redakteur des Mitbewerberblattes, Mallorca Magazin, Alexander Sepasgorian, heute Chefredakteur (2019), empfahl Luis Lozano. So kam es. Luis, auch perfekt Deutsch sprechend, ehemaliger Geschäftsführer einer spanischen Firma in Berlin (ehemaliger Tenor der Opernwelt. Das brachte mich, dem wissenden Klassikmusik-Liebhaber, schnell näher zu ihm) trimmte mich jeden Tag, drei Wochen lang, je 4Stunden. Zweimal kippte ich in seiner Wohnung vom Stuhl. Zusammenbruch! Und er? Klatsch, klatsch landeten seine Hände auf meine Wangen. Er hob mich hoch und sagte: wir machen weiter. Oh Mann. Das war hart. Aber auch er hatte den Ehrgeiz, das ich es schaffen muß bei der Bewerbung auf Spanisch. Zwei junge Mitbewerber galt es raus zu kegeln. Es gelang. Natürlich auch, weil ich durchhielt. Das darf ich schon selber sagen. Neun Jahre arbeite ich erfolgreich bei diesem Verlag EPI mit Mallorca Zeitung. Meine Verehrung und Dank gilt dem Vermittler, Alexander Sepasgorian. Besonderen Dank aber gilt meinem sympathischen, starken, „reifen“ Lehrer, Luis Lozano. Noch heute simsen wir. Etwa zum neuen Jahr 2020.

Lüdecke, Wenzel, Filmproduzent, Berlin. (1917-1989). „Peinliches“. Seine Firmen: „Inter West Film“ – mit Star Horst Buchholz, „Berliner Synchron“, bis heute einer er bedeutendsten Synchronstudios. Als ich noch blond und schön war, wurde ich von einem Freund, Walter Ambrock – erst Schauspieler, dann Geschäftsführer bei Wenzel Lüdecke – mit in Lüdeckes Grunewald Villa, mitgenommen. Zwei Diener mit weissen Handschuhen goßen Unmengen Champagner in große Weinkelche. Irgendwas gab es zu essen am Kaminfeuer. Mein Gastzimmer: Der Anbau für Horst Buchholz. Der junge, hübsche Buchholz selbst war nach der Fertigstellung ausgezogen, abgehauen. Dank gibt es bekanntlich selten. Allerdings ist es bekanntlich schwer zu Beziehungen anderer etwas richtiges zu sagen. Er war eine zeitlang doch wohl sicherlich glücklich, das Wenzel Lüdecke ihn vom Herumstreunen am Bahnhof Zoo, heißt es, – wahrscheinlich wollte er dort aber nur immer Zigaretten kaufen – mit nahm in sein gehobenes, bürgerliches gutes Leben. Seine Welt-Karriere wurde ermöglicht. Buchholz heiratete aufeinmal – eine Frau und zeugte Kinder. // Es war Herbst. Angereist war ich mit einem türkisfarbenen Pullover von JCB. Ohne ihn zu fragen. Ein Butler zog ihn mir im Laufe des Abends aus und – warf ihn in den Kamin. Nein! schrie ich, weinte und lief aus der Villa. Walter Ambrock holte mich zurück. Schrecklich war das. Peinlich. Der geliehene Pullover war verbrannt, wie auch andere Kleidungsstücke der anderen. In der Nacht wurde es dann nochmals unangenehm für mich. Das Telefon klingelte. Wenzel Lüdecke sagte, er könne nicht schlafen. Ich sollte zu ihm kommen. Also tat ich es. Er schlug die Bettdecke auf und sagte, komm. Also wirklich! Das konnte ich nicht. Ich drehte mich wortlos um und ging in mein „Horst-Buchholz-Zimmer“. Nichts gegen angesehene Prominente. Doch das reicht mir einfach nicht. Es war nicht nur lustig dort! Ein Schock für mich, dem jungen, unerfahrenen Menschen.

Manni Müll“. Müllwagenfahrer, Leiter der Kehrtruppe, auf der Hohe Straße, Düsseldorf, wo meine Galerie war. (1978-1999). Er ist eine Persönlichkeit! Und er ist ein guter Freund bis heute. Manfred Spiegler, verheiratet, eine Tochter, 2020 immer noch ein attraktiver und guter Handballer, hat ein ausgesprochen gutes Urteilsvermögen, was Bilder „sehen“ und besonders, was Menschen angeht. Künstler wie Prof. Immendorff , Becking, Roese und viele, viele andere Personen, lernten ihn über mich kennen. In Orange, seine Berufskleidungsfarbe. Sie akzeptierten ihn. Mochten seinen klaren, gesunden Menschenverstand, seine direkten Aussagen. Auch zu deren Kunst! Das war immer unbeschreiblich gut. Beeindruckend. Er kann Bilder „lesen“. So etwa als ein Künstler Bilder für eine Ausstellung aufhing, auf einer Leiter stehend. Manni sagte: Hey, was ist denn auf den Bildern los? Warum malst du so viele Muschis, so viele Penise? Hast du ein sexuelles Problem? Der 35. jährige Künstler, ein Mannsbild, wurde blass, sah mich an. Ich zuckte mit den Achseln. Anmerkung: Zwei Wochen vorher erzählte mir dieser Künstler, er wäre wohl impotent! Natürlich hatte ich das keinem weiter erzählt. Galeristen sind oft Betreuer, oder Krankenschwestern. Von wegen „nur“ Müllwagenfahrer! Vorsicht!

Nagel, Ivan. (1931-2012). Ein Universalgelehrter. Ein Glücksfall für mich. In Hamburg lernte ich ihn in einer Bar kennen. Ohne ihn erkannt zu haben. 1972 war er gerade Intendant in Hamburg geworden. Sein „Oskar-Schlemmer-Kopf“, dieser große Glatzenschädel, seine Augen, seine ausstrahlende Klugheit, das zog mich an. Seine leise Art zu sprechen, eher schamig nach unten guckend, erreichte mich. Daraus entwickelte sich eine jahrzehntelange Freundschaft. Auch war er mehrmals mein Übernachtungsgast, damals in Düsseldorf. // 1979 nahm Ivan Nagel mich mit zu Claus Peymanns Start im Bochumer Schauspielhaus. Anschließend gab es einen private Gesprächsrunde am runden Tisch. Dabei , u.a. Peymann, Fritz Raddatz, Ivan Nagel und halt ich. Sagte ich etwas? Nein. Zu hoch gestochen alles. Irgendwann sagte Raddatz zu Nagel: „Ivan, sag Du doch auch was zur Premiere“. Das tat Nagel. Wenige Sätze. Danach wurde sofort die Runde aufgehoben…..// Oder später einmal bekochte ich Ivan Nagel in meiner Terrassenwohnung in Palma, mit seinem Chauffeur-Freund. Theofilos Klonaris war dabei, der große Bücher – und Filmwissende u.a. Nagel war Gast in der Mallorca-Finca der Suhrkamp-Tante Ulla Berkéwicz, Ehefrau von Verleger Siegfried Unseld, um ein Buch zu Ende zu schreiben. Wir aßen am Tisch, ausser Nagels Fahrer-Freund. Er lag auf meinem Bett um Fußball zu gucken. Dort servierte ich ihm meine Kochkunst. Alles gut, da unsere Gespräche das Wichtigste waren. // Das erste Buch, was er mir in Düsseldorf als mein Gast schenkte: Ein aufwendiges Hitchcock-Ausgabe. Dann, nach 1988 – „Autonomie und Gnade“. Über Mozarts Opern. // Unvergessen ist seine starke, vielbeachtete Rede als kritischer Laudator für seine Freundin Susan Sontag, 2003, in der Paulskirche! Wo erlebe ich heute solche intellektuellen Größen?!

Nyborg, Anders. Bornholm-Mallorca. Anders Nyborg ist mein Empfehler für den Standort Mallorca! Ein Kunde aus Düsseldorf stellte den Kontakt her. Seine Bildung und das gleiche Interesse an Opern brachten uns schnell zusammen – als Freunde. Ein wunderbarer Mensch. Seine charmante finnische Frau Clairy – belesen. Sechssprachig! // Anders Nyborg ist auch ein Hochsee-Regatta-Segler. Das durfte ich erleben von Bornholm nach Oestenbi (Schreibweise!?) mit seiner großen Jacht. Jedenfalls hielt ich – auf Befehl – das Steuer auf 4Grad Nord. Das kann ich nicht vergessen, weil es regnete, Windböen uns arg beschäftigten. Herrlich. Nie hatte ich bei Anders Nyborg Angst! Andere Boote kehrten um. Anders Nyborg nicht! // Zig Riesenskulpturen sind in ganz Europa aufgestellt. Dazu gründete er immer einen Förder-Verein. Holte Sponsoren und die Gemeinden dazu. Dann funktionierte es mit der Finanzierung, mit dem Bau der recht teuren Skulpturen. // Aufgewachsen ist er in dänischen einem Architekten Elternhaus. Der gute Verkauf seines Reiseunternehmens sicherte ihm ein Leben ohne Sorgen auf Bornholm und auf Mallorca. (Steuerliche 180-Tage-Regelung). // Als Autodiktat entwickelte er sich zum Künstler. Denn, ohne Arbeit, nein, das ging nicht bei diesem kreativen, dynamischen Mannsbild. Presse Mallorca Zeitung 13.12.2002 über seine Ausstellung bei mir. Siehe Buch bei Amazon. Anders Nyborg: Ein Künstler auf zwei Inseln. Siehe www.anders-nyborg.dk . Sein Kopf – herrlich anzuschauen auf der Titelseite.

Poch, Ulli – Ulrich, Staatssekretär a.D. Ein Skandal in Berlin? Den gab es unter dem ergeizigen und guten Regierenden Bürgermeister von Berlin, Richard Karl Freiherr von Weizsäcker (1981-1994). Unser Ulli schaffte das. Als – ausgerechnet – Kultur-Staatssekretär. Ulli ließ sich zwei Gehälter überweisen. Das flog auf. Und er flog raus. Flog nach Hamburg, wo ihn die CDU als Geschäftsführer irgendwo versorgte. // Vorher waren wir einige Male Gast in seiner schönen, großen Altbauwohnung. Genossen ihn zunächst als Türöffner für Tickets in der Oper, oder um gute Mitteltische in In-Restaurants zu ergattern. Wie etwa bei der Berliner Restauarnt-In-Adresse, bei der Griechin „Fuffi“. Weil Ulli es für uns so wollte. JCB fand das Auftreten von Ulli oft peinlich, wie er seinen Staatssekretär raushängen ließ. Ulli war es dann doch peinlich mit seiner doppelten Lohnüberweisung: Nach der Entlassung hatte er sechs Monate einen lahmen Unterarm. Er war geschockt über sich! Immerhin!

Ratzinger, Joseph Kardinal. Ab November 1981 Vorsitzender der Glaubenskongregation. Früher genannt – Inquisition. Flughafen Rom. Wartehalle. Dabei, meine Freunde die „Doctores“ (ehemalige Hausärzte) und JCB. Da ich diese berühmten grauen Haare von ihm entdeckte, sagt ich zu meinen Freunden, ich gehe hin und kläre. Ich: „Sind Sie es“? Er stand auf, dieser kleine zierliche Mann, in Schwarz. „Ja“, sagte er. Er reichte mir seine Hand. Ich zog beide Hände weg, legte sie hinter meinem Rücken. Er lächelte. Ich fragte: „Wie geht es dem Papst ( Papst Johannes Paul, II, Wojtyla, damals schon krank). Ratzinger: „Ach, wie soll es einem alten Herrn gehen, der soviel arbeitet und krank ist“. Ich: „Warum gelten SIE sooo stramm konservativ?“ Er: „Wenn sie mich kennen lernen möchten, dann lesen Sie mein Buch „Das Salz der Erde“. „Oh“ sagte ich, „das hat mir unser Düsseldorfer Stadtdechant Terboven empfohlen“. Ratzinger: „Bitte grüßen Sie ihn von mir. Er war ein guter Student von mir“. Längst fühlte ich mich unwohl. Meine anfängliche Schroffheit war mir unangenehm. Ich begegnete einem Herrn, der sehr höflich mir gegenübertrat. Eine starke Aura verströmte. Nun reichte ich ihm meine Hand. Er nahm sie mit seinen beiden Händen, lächelte. Und er nahm die Hände meiner Freunde, die zwischenzeitlich zu uns gekommen waren und wünschte uns allen, alles Gute. Ich fühlte mich klein. Siehe EXPRESS vom 19.09.1997. PS Ratzinger war mal ein aufmüpfiger in der katholischen Kirche. Als junger Mann, als Berater und Redenschreiber von Kardinal Frings. Bei der Vorbereitung zum zweiten vatikanischen Konzil 1962-1965. Frings hielt eine Ratzinger-Rede 1961 in Genua. Es richtete sich gegen die Erstarrung im Vatikan, gegen die Missstände. Johannes XXIII lobte Frings, der Mitglied im 10.köpfigen Konzilspräsidium war! Wann drehte sich Ratzingers Position ins stark Konservative? Und warum? Was war der Anlass? Was wir behalten und beklatschen werden: Das Ratzinger als Papst zurücktrat. Großartig. Er war kein Manager. Er ist ein hochintelligenter Gelehrter. Das reicht ja auch. Siehe den Spielfilm von Dezember 2019: Die zwei Päpste: Klasse. Mit Anthony Hopkins als Papst Benedikt. Und der wunderbare Jonathan Pryce als Papst Franziskus.

Renault, Familie. Sant Tropez. An der Tahiti Plage wurden wir denen vorgestellt. Einladungen folgten in deren Landhaus zwischen 1969-1973. Tja! Ein peinliches Erlebnis hatte ich in deren Swimmingpool, wo ich oft drin war, um nicht allzu sehr aufzufallen, das ich kein Französisch konnte. Mit Englisch kam man damals in Frankreich nicht gut weiter. Ein Staatssekretär von Präsident Georges Pompidou stellte mir zweimal nach. Begrapschte mich unter Wasser. Meine Güte, war mir das peinlich! Auch vor JCB, der sich auf französisch in dieser, ja, High Society – oberhalb des Wassers sicher bewegte. Was habe ich noch behalten? Lässige Freundlichkeiten und gutes Essen.

Residentreff Mallorca. Ur-Resident, Günter Stalter. Bewundernswert, sein Fleiß, seine Kraft, seine Sprachbegabung. Die sehr unterschiedlichsten Residenten auf Mallorca, zu Besichtigungen führen, dafür zu begeistern. Nichts war ihm zu viel. Mir erlaubte er, das ich bei Kirchenbesichtigungen, von den Kanzeln vorlesen durfte aus den entsprechenden Kunstbüchern. Abschluss war immer ein gemeinsames Essen in normal spanischen Landrestaurants. Mit Büffet. Das liegt mir nicht. Daher fuhr ich meistens vorher nach Hause.

Rotenhan, Hans Freiherr von. Mallorca/Berlin. Boris Becker Anwaltskanzlei u.a. Na, auf dieses Becker-Thema habe ich keine Lust. Becker werde ich als Tennis-Welt-Star in Erinnerung behalten, claro. Danach? Nee danke! Hans von Rotenhan war vor allem auch Schlagfertig. So wurde er mal gefragt, warum er den Vorsitz eines Fördervereins habe, für eine bestimmte Krankheit (die auch ein Familienmitglied hat)? Er: Weil ich gesund bin! Hans von Rotenhan: ein wunderbarer, humorvoller, begnadeter Erzähler, Essayist. Herrlich! Siehe sein Mallorca-Buch: „Mallorca ist anders. Ibiza erst recht“.

Smeets, Marlis. Erste Oberbürgermeisterin von Düsseldorf. Text folgt. Siehe auch Gallery

Spiegel, Paul. (1937 – 2006). (Später Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Deutschland ab 2000). Davor war er Vorstand in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Als einziger Galerist war ich in Düsseldorf zu seinem 60.Geburtstagsessen am 25.01.1998 von ihm gebeten, ins Lindner Hotel Rheinstern. Haupt-Einlader/Ausführung, der Zentralrat der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, Präsident & Grußwort, mit dto Dr. Adrian Flohr, Vorstand Jüdische Gemeinde D-Dorf. Festansprache Ministerpräsident Johannes Rau & Paul Spiegel. Wohl mit 120 Gästen. Und – ich wurde, wie nur 5 andere Gäste, in namentlich begrüßt. (Zitat Westdeutsche Zeitung: Galerist Siegfried Blau überbrachte Glückwünsche). Gäste u.a. Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth, Vize Burkhard Hirsch für den Bundestag, NRW-Kultur-Ministerin Ilse Brusis, , NRW Justizminister Behrens, NRW-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, CDU Chef Linssen, NRW-Landtagspräsidentin Katrin Gruber, Hans-Ulrich Klose, D-Dorf Bürgermeister Hardt und Scheffler, TV Fritz Pleiten & Ernst-Dieter Lueg. // Angetan war ich auch immer von seiner Ehefrau Giséle. Die Gespräche mit Paul Spiegel waren immer fordernd, im leisen Ton. Sorgen machte er sich, über die „Flut“ von auch russischen Juden nach Deutschland. Auch, weil die Kosten für die jüdischen Gemeinden enorm groß wurden. Er fürchtete den finanziellen Kollaps. Er fragte auch mich: „Gehe ich mit diesem Thema an die Öffentlichkeit“? Ich sagte: Ja! So kam es dann auch. Siehe Presse Rheinische Post und WZ 26.01.1998.

Schwarzhaupt, Wolfgang, Pharma, Köln. (Bildhauer Dieter Hens). Mitinhaber Wolfgang wurde ziemlich heftig! Sponsor war er für seinen Kumpel Dieter Hens, Bildhauer, Autodiktat. In seinem gestylten, weitläufigen Büroräumen, auf dem Sachsenring, Köln, förderte er eine Ausstellung. Es gab genug zu trinken, Kanapees. Mit-Sponsor war die Credit Swiss, die mit zwei Direktoren aus Zürich angereist waren. Als Galerist wurde ich bezahlt für die Organisation des Vernissage-Abend. Ich versprach 100 Gäste. Und das mindestens der Kölner Express etwas darüber schreiben würde. (Geschah auch.) Start 18Uhr. Bis 18.30 Uhr war kein Gast erschienen. Bei mir innere Unruhe. Doch Wolfgang Schwarzhaupt: Böse, beleidigende Worte über mein Nichtkönnen, ich sei ein Blender, etc., All das musste ich mir bis dahin anhören. Dieter Hens schwieg. Er vertraute mir. Das Wetter war schrecklich: Schneeregen. Um 18.30 Uhr strömten über 200 Gäste herein. Tatsächlich war die Verkehrssituation ja schwierig. Tja, der unbeherrschte Sponsor Schwarzhaupt konnte sich halt nicht beherrschen. // Jahre später: Gibt es die Firma noch? Geht es ihr und Wolfgang gut? Wolfgang Schwarzhaupt Mutter musste ihr Penthouse verlassen, hiess es. Das Apartment in New York wurde verkauft?

Stauffenberg, Dominik Graf von. Mein Mitarbeiter in Palma. Mitbewohner einige Monate dort. Tja, ein großer Name. Ein amüsanter Unterhalter. Mit Whisky konnte man ihn erfreuen. Mit viel Arbeit nicht. Hihi. Wir trennten uns. // Ich lernte ihn bei Yvonne&Adolf von Fürstenberg, in Angermund/Düsseldorf kennen. Dank deren enger Freund Theofilos Klonaris, meinen späteren Galeriepartner. Dort war Stauffenberg der „Kaminholz-Vorleger“, so flüsterte man mir zu. Immerhin ein Graf in diesem – kinderreichen „nur“ Baron-Herrenhaus. Baron Adolf spielte auch gerne mit jungen, muskulösen Burschen, Eishockey. Er war sehr aufgeschlossen und liberal. // Stauffenbergs Spanisch war gut. Er hatte eine spanische Ziehmutter. Seine Mutter, Gräfin Metternich, war eine Jetlake-Tante, die oft mit Fürstin Gloria herumzog. Schließlich ist ein Papst Benedikt amüsanter als ein Sohn…?! haha. Aber, verzeih mir lieber Dominik, es war auch eine gute, lustige Zeit mit Dir. Nun lebst Du weiterhin auf Mallorca. Auch Deine Schwester Alexandra Prinzessin von Hohenzollern (geborene Schenk Gräfin von Stauffenberg) lernte ich anlässlich Deines Geburtstages, in Palma kennen, mit ihren Kindern. Ohne Ihren Mann, Karl Friedrich Prinz von Hohenzollern. (Ein Hobby-Musiker, der mit seiner Band, mit Pseudonym, durch die Dörfer zog und Musik erzeugte: das finde ich klasse!). Die Ehe war da sicherlich schon im Umbruch? Denn später kam die Scheidung. // Leider vergass Sie Unterhaltsgeld für Dominik, bzw. für mich nach Palma mitzubringen. War es nicht so besprochen? Sicherlich irre ich mich….Macht nix. Du hast nicht hungern müßen, nicht wahr, werter Dominik. Privat läuft es gut und entspannt für Dich auf Mallorca, mit überraschend neuer Entwicklung: Buddy Esteban aus Mallorca, unterhält Dich. Klasse!

Steigenberger, Albert Martin Egon. Düsseldorf-Oberkassel (1956-2018), Kunstsammler, erfolgreicher Rennsportpferde-Besitzer, Sohn des großen Hoteliers Steigenberger. Leider ist Albert so jung verstorben! Seine heute erwachsen Kinder, Sophie&David kannte ich als Kleinkinder bereits. Deren Mutter Claudia, ist eine elegante, schöne Frau, geistreich und stark. Immer ist ein Treffen mit ihr ein Genuß. // Albert tauchte in meiner Düsseldorfer Galerie auf. Entdeckte ein Bild. Und danach zig andere! Er erwarb es und bezahlte sofort mit Scheck. „Kennen Sie meinen Namen oder soll ich meinen Ausweis zeigen“, sagte er, mit einem umwerfenden Lächeln. Er war damals ein besonders attraktiver Mann, mit hellblauen Augen, elegant-sportlich. Sofort verstanden wir uns. Auch weil er freche, offene Bemerkungen machte über meine Unsicherheit. Herrlich! Zig Jahre hielten wir guten Kontakt. Auch auf Mallorca. Dort besass er in Port Andratx ein – nach Aussen – Riesenhaus. Gebaut hatte es ein Bremer Kaufmann. Tatsächlich kam es mir drinnen, verbaut klein vor. Claudia mochte nicht Mallorca. Sie hatte oft Pech mit schlechtem Wetter. Albert war auch ein Genussmensch. Fantastisch, die Abendessen mit ihm. Manchmal allerdings riefen seine Pferdesportfreunde an. Dann ließ er Messer und Gabel fallen. Doch wäre ich kein Widder, ließe ich sowas durch! Danke Albert, für alle unsere Zeiten. Auch die schwierigen „Genussphasen mit Prozenten“ ärgerten mich nicht! Presse Balearen Ökonomie, mit Foto Blau-Steigenberger-Klonaris, September 2000. Untertitel: Blau versteht sich als Kunstsinniger Weltbürger!

Steinert, Hajo, Dr. Hans-Joachim, langjähriger Kulturchef Deutschlandradio. Damals erfolgreich. Anerkannt, beliebt, geachtet in ganz Deutschland, wie auch bei uns, den Freunden. Du wurdest Rentner. Ach, lieber Hajo! Dann kam Dein erstes Buch. Unruhe bei uns. Und in den Medien. Dann kam dein zweites Buch. Die Unruhe blieb. Sollte das so rüberkommen, wie bei der Feuchtgebiet-Tante? Ihr Erfolg, die Verkaufszahlen stimmten. Es ist nicht meine Literatur, die mich anmacht. Weder ihre noch Deine, sorry. Lieber gucke ich dann direkt im Internet Pornos. Sollte man von alten Männerträumen sprechen? Ich sprach so auch zu Dir. Ich sah nur Dein verletztes Gucken. Deine Nähe war und ist immer klasse. Gerade weil Du so intelligent bist. Sehr gut aussiehst. Doch auf einmal schwimmt da was weg? Achselzucken!

Streich, Rita. Koloratur-Weltstar der Oper. Mutter von Franklin Berger, Kunststudent der Kunstakademie Düsseldorf. Aber er erzählte nix davon. Bis unsere Ausstellungen erfolgreich abgeschlossen waren, mit den drei von uns ausgewählten Kunststudenten. Dann erst nahm mich Franklin Berger mit nach Essen. Stellte mir seine Mutter vor: Professor Rita Streich, Folkwang-Hochschule. Sein Vater war Regisseur. Franklin wußte, das ich mich stark für Opern interessierte. So bereitete er seine Mutter vor, die neugierig auf mich war, als Partner der gelungenen Ausstellungen ihres Sohnes. Vorbereitet war Ihre Dankes- und Kennenlern-Einladung in ein bürgerliches Restaurant. Sie sagte: Herr Blau, sie mögen sicherlich auch Bratkartoffel mit Spiegelei! Es ist bereits bestellt. Rums. Da staunte ich. Franklin grinste. So war sie halt, der ehemalige Superstar auf allen Weltbühnen, mit Erfolg verwöhnt. Sie war soooo gut! Siehe YouTube.

Thurn & Taxis, Johannes Fürst von. Strand, Sant Tropez ca. 1967/68. Er kam auf uns zu, gab mir die Hand und sagte zu mir, dem Jungen mit den schönen, wilden blonden Haaren: „Sie kennen mich?“ Ich: „Ja, ich lese jeden Tag die FAZ, Wirtschaftsteil“. Er: „Ich möchte Sie einladen auf meine Jacht dort heute Abend“. Ich: „Nein danke. Ich bin hier mit meinem Freund JCB“. Da zuckten seine Augenbrauen! Im Schlepptau hatte er drei dünne Jüngelchen, die ich rein körperlich nie sehen würde an einem Strand! Johannes selbst war ein bayrisches, halbglatziges Mannsbild. Dunkler Typ. Gut aussehend. Es hatte noch keiner an die spätere Fürstin Gloria gedacht. Sie war noch ein Kind. Geboren 1960. JCB wußte, in welche Restaurants „man“ in Sant Tropez abends ging. Thurn & Taxis kam immer an unserem Tisch, verbeugte sich und sagte: „Guten Abend“. // Respekt vor Fürstin Gloria – viel später: Sie sanierte die trudelnden Unternehmen der Thurn & Taxis. Der gemeinsame Sohn soll auch ein Guter, und sehr liberal sein, wie seine Mutter Gloria und Vater Johannes ja auch!

UBS-Private Banking, Düsseldorf. Neue Standortgründung. Direktor Walter Bolliger war damit beauftragt. Ich wurde ins Spiel gebracht, Türen für die UBS in der Landeshauptstadt zu öffnen. Mein sehr gutes Netzwerk war halt bekannt. Auch weil sehr viel über meine Ausstellungen in Print-Medien und WDR3-Vorankündigen berichtet wurden. Vier Aktenordner muss ich noch scannen für meine Presse-Rubrik. Und so kam es auch, das man relativ schnell über UBS gut redete. Fleissig stellte ich Walter Bolliger Kunden und Entscheidungsträger in der Landeshauptstadt vor. Viele Einladungen der UBS folgten als Dank für mich. Ob „gehobene“ Karnevals-Sitzungen in Köln, ob Abendessen, Reisen, etc. Oder auch VIP-Einladungen und Bewirtungen auf der wichtigsten Kunstmesse Art Basel folgten. Dorthin nahm ich einmal den ebenfalls eingeladenen, großen Kunstwissenden, Prof. Heinz Althoff, ein Freund aus Düsseldorf, in meinem Auto mit. Dabei, der Kulturjournalist Michael Georg Müller. Jeder bekam sein Hotelzimmer. Und eine herausragende Bewirtung. Sowohl auf der Messe, als auch beim üblichen, aufwendigen Messe-Empfang und Abendessen für ausgewählte Galerie-Teilnehmer und andere Persönlichkeiten. UBS war und ist der Hauptsponsor der weltberühmten Art Basel. Heinz Althoff freute sich, das in deren VIP-Bereichen, ein Fachbuch von ihm auslag. Die Rückfahrt war lustig. Heinz Althoff war bekannt für seine humorvollen, kessen Anmerkungen. So sagte der junge Kulturjournalist Müller, ich sollte doch zuerst ihn nach Hause fahren, da er ja noch einen Kunstbeitrag über die Art Basel schreiben müße. Althoff war entsetzt. Wie bitte, mich alten Mann wollen Sie länger strapazieren? Holen Sie Ihren Block raus. Ich diktiere Ihnen den Beitrag aus dem Stehgreif. // Mit Walter Bolliger stehe ich immer noch im Briefkontakt, wie auch mit seiner Ehefrau Katiti. Zu deren Hochzeit war ich damals eingeladen nach Kapstadt, mit Safari. Ein gebildetes, wunderbares Ehepaar. Keine Frage. Ich war kein „großer“ Galerist aber ein cleverer Organisator. Sehr bekannt und gut funktionierend halt. So sagten sie. Daher boten sich herausragende Kontaktmöglichkeiten für mich.

Weber, Roland. Landwirtschaftsgärtner, Düsseldorf-Kaiswerswerth. Hochgebildeter Ästhet und Junggeselle. Renommierter Parkgestalter der Oberschicht. Sein Landhaus in Kaiserswerth, ein Genuss. Gebaut von seinem Freund, dem späteren Ehrenbürger von Düsseldorf, auch einem Kunden von mir von Jugendstilglas, Helmut Hentrich. (Siehe Sammlung in der Tonhalle D-Dorf). Das flache Haus gefiel, nicht weil es groß war. Überhaupt nicht. Doch die Raumaufteilung, das ganze Konzept beeindruckte. Nicht lustig, die enge Stiege nach oben, wohl zum Schlaftrakt. Das Landhaus war völlig zugewachsen zur Straße hin. Die Fläche davor auch. Öffnete sich die Türe, blickte man auf verschiebbare Glas-Terrassentüren. Und man sah in den dahinter liegenden Park, viele blühende weiße Tulpen, ca. 1,20 Meter hoch. Links ging es von diesem Eingangs- und Essbereich zum stark rechteckigen Wohnraum. Mit Tonnendecke. Vor Kopf ein Kamin. Überall Bücherregale. Unterbrochen von den raumhohen Schiebetüren zum Park. Mit Roland-Weber-Konzept: Sichtachsen! Wie die klassischen, englischen Parks. Ein eleganter Beistelltisch fiel auf. Neben einer wunderschönen rotlackierten, japanischen Lackdose, lagen ordentlich aufgereiht, Visitenkarten seiner Top-Kunden. Tja, die Eitelkeiten. // Welche gesammelten Bücher gab es? Bücher mit Original-Kunst von Welt-Künstler. Einige wurde im Stadtmuseum mal ausgestellt. „Kunst im Buch“. Der Ausstellungskatalog führte im Impressum wichtige Kunden auf. Etwa Henkel, JCB oder auch Hans Gerling usw. mit diesen Namen. Mit Gerling ging ich nach der Ausstellungseröffnung zum privaten Champagner-Empfang in Roland Webers Garten-Villa. Ausgerechnet Gerling war es, der keinen Stuhl wählte, sondern mit mir – auf dem Fussboden saß! Die sogenannte „obere“ Gesellschaft staunte. Ich nicht. // Zufällig traf ich Roland Weber auf der Königsallee, Bankenseite. Hast Du Zeit, sagte er, dann lade ich Dich zu einer Suppe ein in meinen Stadtgarten. Wir gingen zur Deutschen Bank. Im hinteren Bereich sah ich einen wunderbar gestalteten Garten. Dort ließen wir uns nieder. Ich lauschte seinen Reisebeschreibungen. Herrlich, sein Wissen und was er dort für eine ruhige Oase auftragsgemäß geschaffen hatte!