Korrekturen, Pressebeiträge, Fotos fehlen noch.

Mir liegt die rheinische Offenheit. Alles ist aus der Hand geschrieben. Auch ohne das ich mir einbilde, wie so manch anderer in meiner Nähe, ich wäre ein Autor, nur weil ich etwa den großen Intellektuellen, den Buchschreiber Ivan Nagel Jahrzehnte privat kannte! Ist das hier Namedropping? Sicherlich nicht. Denn ohne diese Begegnungen, wäre meine Entwicklung nicht so gut geworden

Blau 50.Geburtstag 1997. Einladung ins damalige Museum „Volk&Wirtschaft“im Düsseldorfer Ehrenhof, heute – Kunstpalast, zum „Abend-Mahl“, Gründonnerstag, halt Osterzeit! Geschenkersatz – Geld der Gäste für die „Aktion – Gemeinsam gegen Kälte“. Schirmherr Bundespräsident Roman Herzog. Galerie-Nachbar, Freund Thomas Beckmann, Cellist, führt diese Aktion seit Jahren. // Museums-Direktor Udo Mayer erlaubte meine Feier in seinem Museum. Das brachte ihm vom Rathaus danach eine Rüge ein. Noch nie durfte eine privater Galerist in einem städtischen Museum feiern!//  304 Gäste folgten meiner Einladung – zum warmen Abendessen. Was nur teilweise gelang: Der Party-Metzger aus Oberkassel, Poldi Wagner, verschlief. Geliefert wurden zunächst nur die Gemüsebeilagen von seinen Mitarbeitern. Eine Stunde danach kam erst das Fleisch! Peinlich aber lustig. Manche glaubten, der Blau als Galerist ist halt schon anders drauf. Eingedeckt waren die Biertische mit Stroh und großen, stämmigen Kirchen-Kerzen. // Es kamen Politiker aller Parteien, Entscheidungsträger, Kulturgrößen, Kirchenvertreter . Oster-Sonntag wurde von der Kanzel geschimpft, das es nackte Empfangsmädchen mit Bodypaintung gab. Mein Essen mochten sie aber, und getrunken haben sie auch…! Gäste waren auch langjährige Freunde, Presseleute – privat, etwa Dr. Manfred Droste, Verlagschef Rheinische Post, und Kunden. Gäste siehe unten Pressebeiträge. // Klasse, Thomas Beckmann, der Cellist, spielte auf einer sehr kleinen, historischen, englischen „Armen-Geige“ ein Geburtstagsständchen. // Cem Özdemir – damals der „Kevin Kühnert“ der GRÜNEN – kam auch, wie auch der Ehrenbürger Aloys Odenthal. Peter Kern, Schauspieler, sprang auf, stimmte das Lied „Happy Birthday“ an. Alle standen auf und sangen mit. Bewegend. Dann schlief der liebe Kern sofort ein. Herrlich! // Dabei auch Dr. Adrian Flohr, Vors. Jüdische Gemeinde Düsseldorf, mit denen ich eng verbunden war, wie auch mit Bürgermeister Joachim Erwin, CDU. Sabine von Keudell, (Inhaberin Langen Foundation), eine sehr enge Freundin von JCB, gab mir auch die Ehre. usw. usw. // Ministerpräsident Johannes Rau, SPD, schrieb einen Glückwunsch mit – Absage: Ostern fordert die Familie ihr Recht. Brief siehe unter den Pressebeiträgen. // Und dann geschah es: Der Vorsitzende des Freundeskreises Heinrich Heine, K.H. Theissen, – ich war der Pressesprecher und stellvertretende Vorsitzende, nahm ein Mikrofon um meine Gäste zu begrüßen. Jeder in Düsseldorf wußte, wie wichtig ihm erhöhte Aufmerksamkeit war. (Seine liebe Mutter sagte mal zu mir: Sein enormes Geltungsbedürfnis wird ihn noch vernichten). Theissen sagte: Damit Sie als Jude hier nicht alleine sind, Herr Dr. Friedman, haben wir (!) auch den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Herrn Dr. Adrian Flohr eingeladen! Bums! Starke Unruhe im Kuppelsaal. Ich bin entsetzt, irritiert. Stehe neben Theissen mit hochrotem Kopf. Michel Friedman springt auf, will nach Hause gehen, laut mit den Worten, unmöglich! Bürgermeister Joachim Erwin rennt hinter ihm her, holt ihn zurück. Jörg Immendorff springt auf, schimpft wie ein Rohrspatz zu Theisen, nimmt ihm das Mikro weg. Über 30 Pressevertreter waren privat Gäste und Zeugen. Theisen setzt sich wieder zu seiner Frau Evelin. Die stämmige Ehefrau von Star-Architekt Manfred Hecker, sitzt neben Theisen. Sie springt auf, nimmt Ihre quadratische Hermes-Handtasche und sagt: Hier ist meine Reaktion zu ihren mißlungenen Worten. Sie schlägt die Handtasche auf seinen Kopf! WOW! Ein Skandal das Ganze. Theisen nimmt seine Ehefrau und geht. Beifall! // Logistik, Aufbau der Möbelierungen, Deko und Sponsor der Getränke, Verkaufsleiter Klaus Coenen, Diebels Brauerei. Ein Freund, der leider zu früh verstarb. Das warme Essen für meine Gäste bezahlte ich, claro. Presse Rheinische Post, Westdeutsche Zeitung, Magazin D-Journal, Express vom 29.03.1997, dto. BILD – eine ganze Seite.

1999 – 27.03. Blau Geburtstag in Köln – mit BAB Wolfgang Niedecken & Co im Restaurant „San Remo“, Köln. Endlich mal bin ich in der BILD….!

Blau & Bundeswehr! Auch hier ergibt Fleiß, Disziplin und Verantwortungslust mein Glück. // Mein Oberst der „Schwere-Pioniere-Kompanie“ (Fahrdienste verschiedenster Art) in Koblenz-Lützel, Franz-Paul Windscheif, mochte mich. Er sagte zu mir: Wenn doch meine fünf Kinder auch mal so werden würden. Damals verstand ich diesen Satz nicht. // Doch was ich verstand, war, das es unter den auch hartgesottenen, auch teilweise vorbestraften Burschen auf unserer „Bude“ (Stube), nicht um Muskeln ging. Die hatte ich eher nicht. Aber die meist älteren. Und doch wurde ich zum „Stubenältesten“ ernannt – von dem Herrn Oberst. Dank meiner flinken Zunge, meiner Wachheit und Humor ( Zitat Windscheif) behauptete ich mich. Und erkämpfte etwa bei Nachtmärschen, das die Kerle durchhielten. Denn zäh, belastbar waren einige nicht! Einige Male trug ich deren G3-Gewehre. Ja, so war es. Die Mindest-Nachtmarsch-Zeit wurde erreicht. Der Wochenendurlaub war gesichert. // 

Mein Hobby, das aktualisierte Wissen und Interesse für Politik, das Zeitgeschehen, die wirtschaftlichen Zusammenhänge brachten mir Pluspunkte beim Oberst. Nicht Fussball, wie bei anderen Bundeswehr-Vorgesetzten. Das war mein Glück. Es lief gut für mich. // Per Brief an das Verteidigungs-Ministerium, dank interner Unterstützung vom Oberst, darf eine Strophe eines Pionierliedes bei der Bundeswehr nicht mehr gesungen werden darf. // Ausflug mit der Kompaniekasse. Mein Vorschlag wurde akzeptiert: Zunächst wurde das Bundeshaus in Bonn besichtigt – da ich noch nie dort war. Und danach ging es ins Ahrtal zum „Saufen“. // Jeden Freitag gab es „Politikbelehrung“. Meine Aufgabe: Welcher Soldat soll über welches Thema am folgenden Freitag einige Sätze vortragen. Anschließend wurde diskutiert. // Jeden Tag bekam ich drei Zeitungen. Einzelne Ausschnitte durfte ich ans schwarze Brett heften. Noch heute ist die morgendliche Zeitung für mich ein MUSS. // Bis auf den nicht gewollten Motorradführerschein – jeder mußte nach der Ausführt ins Gelände, sein Motorrad säubern, durfte ich alle anderen „Scheine“ machen. Wie auch zeitlich begrenzte Berechtigungsscheine für motorisierte Fahrzeuge. LKW-fahren, Rückwärtsfahren mit Anhänger, daran scheiterten die meisten bei der Prüfung. Der damals noch kleinwüchsige Blau, nicht. (Bei der Bundeswehr schoß ich in die Höhe). // Herrlich der Einsatz mit der Planierraupe. Dieses Ungetüm, nur mit zwei Steuerknüppel zu lenken, machte Spaß. Vor allen Dingen, auf einen Riesentransporter, Marke Faun, aufzufahren, Bremsen treten, festhalten, bis sich die Ladefläche, die beiden Fahrspuren, wieder senkten. Vorher waren die beiden schmalen Fahrspuren sehr schräg gestellt worden. Oft standen Zuschauer daneben, wenn es Ausseneinsätze gab – und klatschten. // 

Oberst Windscheif gab mir frei, damit ich im Hofgarten in Bonn gegen die Notstandsgesetze demonstrieren konnte. Er gab mir frei, damit ich Vorträge des damals bekannten Pastor Niemöller anhören und mitdiskutieren konnte. Thema damals – auch der Vietnam-Krieg. Klingt alles toll? Ja, war es auch. Denn dadurch wurde ich schneller erwachsen. Oberst Windscheif förderte mich, ließ mich laufen. // Wenn ich mal falsch handelte, stauchte er mich vor der Kompanie auch zusammen. So stritt ich mich laut und nicht gute Sätze brauchend, mit einem uns verhassten Feldwebel. Das war ein Ekel. Ein Intrigant. Voller Komplexe wegen seiner fetten, gedrungenen Gestalt. Der Feldwebel beschwerte sich. ( Wie andere aus der mittleren Ebene auch. Wichtigtuer?!) Und so kam es zur Maßregelung vor versammelter Truppe. Auf die Frage, wieso ich so ausfallend geworden war, sagte ich: Weil zu viel Jägermeister meine Zunge lockerte! Seitdem kann ich die Marke nicht mehr ansehen. Das ganze spielte in Aachen-Vogelsang, während eines Manövers. // 

Auf unsere Bude war auch ein stiller Typ aus NRW. Ich nenne ihn hier „X“. Er hörte leise klassische Musik. Wurde von vielen dafür gehenselt. Doch ich verteidigte ihn, wurde neugierig. Fragte, was ist das für eine Musik. Wagner. Richard Wagner. Die war mir unbekannt. So stieg ich ein, hörte zu, lernte diese zu genießen. // „X“ träumte, das er mal im Festspielhaus Bayreuth sein konnte, zu deren Richard-Wagner-Aufführungen. Ich glaube, das hatte er nie erlebt. Nun, jeder weiß aus meiner Umgebung, das ich da mehr, viel mehr erleben durfte. Fast jedes Jahr war ich in Bayreuth. Wie auch sehr, sehr oft bei den – noch elitäreren Salzburger Festspielen. Oder wo auch sonst immer in Westeuropa. // Über „X“ kam ich zum 5.000 Meter Lauf. Weil ich ihn dafür bewunderte. Er war anders drauf. Auch sein Körper sah wirklich nach einem Sportler aus. So lief ich die 12/14 Runden mit. Bitte, keine Übertreibung: Diese Strecke lag mir. Es war mir nur nicht bekannt. // Die Kompanie beorderte mich daraufhin einmal zum Koblenzer Stadt-Sportfest als Langläufer. Und – ich gewann für unsere Kompanie. Der Siegerpreis: sechs Whisky-Gläser. Nett! Eine Sportlerin wollte mich unbedingt in Ihren Verein bringen, weil meine Laufzeit so ungewöhnlich gut war. Und das ohne Training. Sie sagte mir eine Läuferkarriere voraus. Nee, das wollte ich nicht. // „X“ wurde ein langjähriger Freund. Ihm half ich, über mein Netzwerk, hier etwa mit dem Journalisten Don Franklin Jordan (siehe unter Begegnungen über ihn), seine Verlobte aus Rumänien zu holen. Auch ihren Namen möchte ich nicht nennen, da sie – laut BILD-Foto-Bericht später mit einem hohen SPD-Mann befreundet war. Also, dieser „Madame Y“, lebend in der damaligen rumänischen Diktatur, von Nicolae Ceausescu, half ich nach Deutschland zu gelangen. // „Y“ war schön, eine mehrsprachige Dolmetscherin. Sie arbeitete in Bukarest in der Schweizer Botschaft. Es ging ihr gut. Sie wurde für „X“ erst eine Urlaubsbekanntschaft in Rumänien, dann seine Verlobte. Ausreisen durfte sie nicht, um den, wie man damals sagte, Feind und Revanchisten „X“ in Deutschland zu ehelichen. // Nicolae Ceausescu besuchte DeutschlandDon Franklin Jordan bat ich, ihm eine Notiz zu geben, mit der Bitte um schnellste Ausreisemöglichkeit für „Y“. // Dies gelang nach sechs Monaten. Aber mit schrecklichen Erlebnissen für sie: Erst wurde sie von der für Arbeit zuständigen Polizei, als Putzhilfe am Stadtrand von Bukarest eingesetzt. In einem Friseurladen. Dann kam sie vor der Ausreise, in ein Gefängnis. Dort wurde sie zwei mal vergewaltigt. Schließlich kam sie nach Deutschland und sie heirateten. // Oft traf ich beide. Und übernachtete auch. Mit viel „Nähe“ zu Dritt. // Nachwuchs kam. Und – die Scheidung nach ein paar Jahren. Denn, es wurde bekannt, das „Y“ hungrig auch auf andere Männer war. Auch Gruppensex mochte. Damit sie nicht ausgewiesen werden konnte, wollte sie den Sohn behalten. Doch das Gericht sprach dem Vater „X“ den Sohn zu. Vor dem entscheidenden Gerichtstermin nahm ich sie beiseite: Vor Gericht werde ich aussagen, das auch ich mit ihr und anderen „schwitzte“….// Mein Kumpel „X“, der Vater, bekam die Auflage, innerhalb von vier Wochen, eine Frau zu finden, die bei ihm einzog, damit das Kind eine Ersatzmutter hatte. Absurd, diese kurze Zeitauflage! Also suchten er und ich in den Zeitungen nach Kontaktanzeigen und fanden eine Frau, die gerade von einem Polizisten getrennt worden war, wegen Gruppensex. Sie sagte Ja. // Auch da gab es gemeinsame, „schwitzige“ , lockere „Dreier-Zeiten“. Also eine Wiederholung von dem, was sie vorher jahrelang mitmachte! Diese künstliche, aber auch amüsant-lockere – Beziehung, auch wieder für mich (!) ging nach ca. 15 Monaten zu Ende. // Auf Bitte von „X“ trafen wir uns nicht mehr. Er wollte Ruhe in sein Leben bringen. Vorher brachte ich ihn, dem Schlosser, noch dazu, seinen Maschinenbau-Techniker zu machen. Danach bekam er einen richtig guten Job. Er fand eine neue Frau, eine Liebe, ohne Druck und Auflagen. Sie heirateten. // 

Lieber hochbetagter Herr Oberst Windscheif, noch heute bin ich von ihnen beeindruckt, weil sie mich gut und richtig behandelt haben. Meinen Werdegang gut beschleunigten. Waren sie etwa damals ein Vaterersatz? In meine Entwicklung floß viel Selbstsicherheit, Selbstwertgefühl. Dank Ihnen. Dieser Beitrag über meine Wehrpflichtzeit ist mir wichtig! //

Leider hat dieser Doktor-Titel-Schwindler und Schönling, von Gutenberg, aus einer wirklich tollen, seriösen Familie stammend, hochvermögend mit 300 Millionen€, die Wehrpflicht zu schnell abgeschafft. Das ganze Pflegesystem in Deutschland brach zusammen. // Die Berufsarmee steht heute leider nicht so gut da. Technisch eher ein, nun ja, fast Schrotthaufen, heißt es. Besser wurde es, mit den Aufräumarbeiten von Ministerin Ursula von der Leyen. Ungewöhnliche lange hielt sie sich. 5 Jahre! Gutenberg und seine Vorgänger, alles eher Kurz-Zeit-Minister, brachten keine Verbesserungen. // Schafft es tatsächlich eine heutige AKK ab 2019? // Aktuell, 10.02.2020: AKK tritt zurück. Zunächst als CDU-Vorsitzende und Kanzler-Kandidatin zum Sommer 2020, sagt sie. Das geht schneller, sage ich. Und das sie Verteidigungsministerin bleiben kann, so Merkel? Nee, da irrt wohl wieder mal die auch angeschlagene Tante Merkel. Frau Merkel, bei allem Respekt, aber zu viele Politik-Alleingänge von Ihnen, schädigten uns Land. Etwa der absurd schnelle Atom-Ausstieg. Die 1.Millionen Flüchtlinge, verständlich suchende, in 2015, fast die Hälfte nicht erfasst, ohne Rücksprachen mit Koalitionspartner und besonders ohne EU-Schulterschluß. Nee danke, das wars. // Nein, nein, das war es noch nicht. Die schreckliche, weltweite Corona-Seuche 2020 stärkt die Regierung, da Merkel anerkennend gut handelt mit Gesundheitsminister Jens Spahn. Die Umfragewerte stiegen wieder für die CDU. // Es gibt wirkliche Lebens-Dramen – für uns alle! Personalfragen sind kein Thema. Derzeit.

Oberstleutnant Windscheif, links
…auch streng war er, der Oberstleutnant! 
Blau angezogen. Als Wehrpflichtsoldat. Rückwirkend zum Zeitsoldat „Z2“ eingestuft. Zwei Jahre also. Windscheif wünschte, ich solle Berufssoldat werden. Dein Typ braucht die moderne BW. Zitat Ende. Nein, das nicht, sagte ich. 
Blau ausgezogen. Fast nackend. Stehend, schön albern. Ja, ja, die Bundeswehr! Alkohol lockert. Da gab es so manche Storys…

Bayreuth, Jubiläum 100 Jahre Festpiele & Dr. Oswald Georg Bauer. // Jahrhundertring 1976-1980. Dank meinem Freund Hans Gerling, dem Förderer von Bayreuth, Versicherungskonzern Gerling, bekam ich für diesen stilbildenden Ring-Aufführung Karten zur Premiere 1976. Kurzfristig war eingesprungenen, der Regisseur Patrice Cheréau, 31 Jahre jung! Erster Ausländer als Ring-Regisseur. Diese Aufführungen waren eine Welt-Sensation. Spalteten sie doch „Traditionisten“ mit den „Erneuerern“. // Ohrenbetäubender Lärm nach den jeweiligen Vorstellungen. Die – gefühlte – Hälfte der Zuschauer setzte Trillerpfeifen ein gegen Bravo-Geschrei. Über eine Stunde lang. Wunderbar! Was für ein kulturelles Erlebnis! // Da Rudolf Augstein ein Wagner-Musik-Fan war, gab es auch bei ihm in seinem „Der Spiegel“ , Titelgeschichten. //

Bayreuth Besichtigung Festspielhaus. Über einem Freund, dem Kölner Galeristen und Vorsitzenden des Bundesverbandes der Galerien, Gerd Reinz, bekam ich eine Führung hinter den Kulissen. Mit Erklärungen der Technik und alles. Ein Gerd Reinz Freund aus Köln, war dort der technische Direktor (Name vergessen). Bedingung: Ein Kasten Kölsch mußte ich mitbringen. Herrlich! Die Hand geben durfte ich einigen der Mitwirkenden, etwa Patrice Cheréau. // Gerd Reinz stellte die Verbindung her zu der damaligen rechten Hand von Wolfgang Wagner, Dr. Oswald Georg Bauer. Mit ihm war ich öfters privat zusammen. Die Gespräche liefen gut. Ein energischer, verspannter, individueller Typ. Hochgescheit, aber auch kompliziert. Mach nix. Das war alles gut für mich. Für einige Zeit. // Dr. Bauer – ab 1974 bei Wolfgang Wagner. Später Generalsekretär der „Bayerischen Akademie der Künste, München. Buch u.a. von Dr. Oswald Georg Bauer, „Wieland Wagner. Revolutionär und Visionär des Musiktheaters“. Sowie „Geschichte der Festpiele Bayreuth“, Band I und Band II.

Beuys, Joseph. (12.05.1921 – 23.01.1986. Ein Glücksfall. Für mich. Für viele, unzählige Studenten, etwa dem agilen Roland. Nicht für Johannes Rau, damals NRW-Wissenschaftsminister. Zuständig für die Kunstakademie. Tatsächlich! // Josef Beuys öffnete Schleusenartig die Toren der Kunstakademie D-Dorf für Studenten. Jeder Mensch ist ein Künstler, so Beuys. Natürlich meinte er das sooo nicht. Wurde aber so aufgeschnappt. Okay. Ein großes Thema. // Mein Thema 1983: Beuys richtete mir selbst eine kleine Ausstellung ein. Besorgte einen Banker der Commerzbank als Käufer. In einer Woche war der Spuk vorüber. Begleitet von einem ersten kleinen Pressebericht – in der Düsseldorfer Altstadtzeitung! Meine Güte, was war ich da stolz! // Seine Meister-Studenten, und Aktentaschenträger, bekamen nie Geld für deren Hilfen. Sondern Originale, Zeichnungen etc. Das war mein Sprung zu mehr Umsatz, Gewinn und Bekanntheit, wie sich nach Beuys Tod 1986, herausstellte. // Denn ich war bei den Studenten bekannt, das ich die Finanzmittel immer hatte, diese Arbeiten zu kaufen. Roland hieß einer der fleißigsten, der immer wieder mit Original-Arbeiten von Beuys auftauchte, verkaufte, wie auch andere. // Auch seine Frau Eva lernte ich schnell kennen. Wie auch seine beiden Kinder, Wenzel und Jessyka, die über ihren weltberühmten Vater stöhnten. Er fehlte ihnen, manchmal. Oder zu oft? // Jedenfalls klingelte ich von Anfang an in D-Dorf-Oberkassel, Drakeplatz, bei der sympathischen Eva Beuys, um mit ihr zu klären, ob meine Beuys-Arbeiten echt sind oder nicht. Das schaffte ein Vertrauensverhältnis. Daher gab es nie Schwierigkeiten, Streitereien oder Verboten in der Öffentlichkeit. Andere Galeristen erleben nicht gerade einfache Dinge mit ihr. Besonders, als sie eine Künstlerwitwe war. Presse Düsseldorfer Altstadtzeitung 10.06.1983

Wie schlicht alles anfing, wenn auch mit einem großen Künstler-Namen! 
Hier ein Foto von 1983 in einem Beitrag der Mallorca Zeitung vom 19.01.2006

Bornheim, Dr. Wolfgang. Köln/Mallorca. einer der bekanntesten Steuerberater Deutschlands, damals Schlütter, Bornheim, Seitz. Etwa war er Aufsichtsratvorsitzender Stoer-Werbegruppe, Mitglied im Vorstand Wallraff-Richards-Museum, Condor-Pilot. Wirklich stark wissend, hochgebildet. // Marlies seine herrliche Kölsche Mutter: „Siegfried, hätte ich doch zwei Kinder in die Welt gesetzt. Die Klugheit von denen wäre ausreichend gewesen. Ausserdem kann ich jetzt jeden Tag eine Flasche Rotwein trinken, dank dem erfolgreichen Wolfgang. Bei meinem Mann war nur eine Flasche pro Woche möglich“. Zitat Ende. Herzliches Lachen. // Das war Wolfgang auch: ein begnadeter Koch. Siehe auf u.a. TV-oder Presse-Beiträge. // 

Bornheim & Witzigmann. Koch-Papst Eckard Witzigmann verlieh Bornheim im Beisein der Gäste, mit stark lobenden, warmen Worten, schwarze Kochjackenknöpfe! Das war nach seinem Sechs-Stunden-Dauer-Essen in Alaro, Mallorca, am 05.03.2004. Siehe unten Foto Eckard Witzigmann mit Siegfried Blau. // Auch auf Facebook Februar 2020 zu sehen. // Anlass der 50.zigste Geburtstag von Bornheims engen Freundes Mario. In seiner luxuriösen Finca. Für 50 Gäste. Nach jedem Gang wechselte das Personal ihre Garderobe – Themenbezogen. Wie auch die Tischdekoration jedesmal wechselten. Live-Musik gab es dazu. // Jeder Gast bekam danach ein „Drehbuch“ mit CD als Andenken. Kein anderer als Gerhard Schwaiger, Chefkoch vom Sterne-Restaurant Tristan, war sein „Hilfskoch“! Tatsächlich! Das Service-Personal brachte Schwaiger aus seinem Tristan mit. Daher war das Restaurant geschlossen. Nie zuvor habe ich solch einen privaten Aufwand, solche eine Kreativität erlebt! // 

Bornheim tot! Leider ist Wolfgang Bornheim mit 55 Jahren verstorben. (19955 – 2011). Nierenversagen. Wahnsinn! // Über 4 Jahre lang durfte ich mehrmals im Monat an seinem großen Esstisch sitzen, als Unterhalter und Zuhörer. Zitat Bornheim. Seine Gäste, anspruchsvolle, auch berühmten, die er immer hochklassisch, mit edelsten frischen Produkten von „Rungis“, bekochte. Die Genießer waren aus der Wirtschaft, Politik und den Medien. Siehe auch GEE. Presse www.juve.de

Jahrhundertkoch Eckard Witzigmann & Blau bei Bornheim, 05.03.2004
Super-Privat-Koch Bornheim, 2004, in seiner Finca in Alaro/Mallorca. Die Gemeinde wollte zunächst beim Bau seiner großen Finca, mit begehbaren Kühlräumen, keinen Drehstrom liefern: Mißtrauen. Als wolle er ein Restaurant eröffnen…

„Boso“, Il Marchese Giuseppe Roi, Vincenza, Italien. 1924 – 2009. // Was kann einem jungen Mann wie mir, mit blonden wilden Haaren, hungrig auf die Welt, nicht alles passieren! JCB stellte mir seinen, guten, langjährigen Freund aus dem Hochadel vor. In Vicenza. Auf seinem Schloß, in der Nähe der weltberühmten Renaissance-Villa „La Rotonda“ von Architekt Andrea Paladio. // An der Autobahn-Ausfahrt wurden wir von „Boso“ abgeholt, mit seinem dunkelbraunen Porsche. // Vorher gab es, was sehr selten vorkam, Irritationen zwischen JCB und mir. Fuhr ich doch die ganze Zeit seinen dunkelblauen Porsche. Doch kurz vor dem Treffen mit „Boso“, wollte JCB am Lenkrad sitzen. Das mochte ich nicht. // Schnell verdrängte ich es, als ich den ungemein gut aussehenden, gepflegten jungen Herrn aus dem Hochadel sah. Das konnte ich nicht vergessen, wie man sieht! // Siehe Wikipedia. // Natürlich lebte der „Il Marchese Boso“ auf seinem Schloß mit einer Gesellschaftsdame zusammen. Einer Gräfin. Immer saß sie beim Essen mit am Tisch, lächelnd. Nicht dabei war sie, wenn „Boso“ über seine Weltreisen berichtete. Diese Erzählungen waren ungewöhnlich. // Auch spannend, wenn er belustigt seine Telefon-Anrufliste vorlas: Anruf von Agnelli (FIAT), Baron Rothschild, Matrose Peter, Papst soundso usw. Herrlich, wie verrückt er sich auslebte! So ist das halt auch, wenn Ahnen gut vorgesorgt haben…// „Boso“ hat nie gearbeitet. Aber viele soziale Ehrenämter erfüllt. // JCB war besonders angetan von seinem klassisch-eleganten Riesen-Penthouse in Rom. In bester Lage. // Sein Schloß in Vicenza war nicht protzig oder groß. Alles war zwar edel, antik, aber stimmig. Oft erfand er Gerichte. So etwa selbstgemachte Nudeln, die mit der Hand gegessen wurden. // Auch amüsierte ihn und uns seine „Schweine-Skulpturen-Sammlung“. Von Kitsch bis zu Picasso. Von anderen Trophäen, Sammlerstücken mag ich erst garnicht erst erzählen.//

Bosos Tante lebte auch in dem berühmten, historischen, weltbekannten Ort Vicenza. „Boso“ telefonierte mit ihr, um mit uns bei ihr Kaffee zu trinken. Als die Türe aufging, wußten wir sofort warum es so sein sollte: TIEPOLO! Sie wohnte im „Palazzo Valmarana“ von 1564 – im angebauten kleineren Nebenhaus. Gebaut auch von Andrea Palladio! Sie wurde vom Staat „gezwungen“, zweimal pro Woche für je 2 h die Haustüre aufzumachen. Zur Besichtigung: Alle Wände waren von „Tiepolo“ bemalt, bzw. auch von seinem Sohn. Da sie fror im Winter, die Kamine nicht genug heizten, lies sie eine Heizung einbauen. Die Rohre wurden durch die Tiepolo-Wände geführt! Heute würde man damit einen Megaskandal verursachen. Mit Recht. // Später besuchten JCB und ich nochmals Boso, mit Christiane Nagorny. // 

„Boso“ und Giovanni Agnelli, damals Inhaber von FIAT. Es gab, so erzählte JCB, mal eine Mittelmeerkreuzfahrt. Thema griechische Inseln-Tour. Auf der Jacht von Agnelli. So wurde etwa Lunch eingenommen bei Stavros Spyros Niarchos, dem erbitterten Reeder-Konkurrenten von Aristoteles „Ari“ Onassis. Auf seiner „Niarchos-Insel“. Mit welcher Ehefrau damals, weiß ich nicht. Ob eine Athina (Thina) Livanos, oder eine aus der Ford-Familie, die Charlotte. Thina wurde später umbegbracht. Keiner weiß bis heute, von wem. // Alles war locker auf der Yacht. Zu locker für JCB. In Athen ging der damals 24.jährige JCB an Land. Flog zurück nach Deutschland. Seine Bescheidenheit hat er sich bekanntlich, bis heute erhalten. //

Boso und meine Nähe, da er mich stark beeindruckte. Ein wirklicher Weltbürger. Souverän und unabhängig. Irgendwann besuchte „Boso“ Köln. Als Präsident der italienischen Rotarier oder vom Lions Club? Tagungsort der europäischen Verbandstagung war in einem Kölner Luxus-Hotel. Dort entwischte er aus dem Fenster um uns zu treffen. Wir fuhren ihn nach Schloß Georgshausen zum Abendessen. Dann kam ein sympathisches Kompliment: Er möchte gerne mein Jacket haben. Ein englisch, dezent großkariertes, blau-grünes Jackett, welches ich in München mal bei Mode Wagenbach erworben hatte. Das gefiel mir. Er bekam es geschenkt. Tja! 

Brinkschulte, Rainer F. – alias Rainer Frederic. Geboren 08.03.1944. // Seine Buchvorstellung in Palma, in der Galerie Blau: „Herr Blau oder die Affäre Gallé“. Mir zu Ehren nannte er seinen Hauptkommissar Herr Blau! Rainer Brinkschulte kannte ich „ewig“ aus meinen Düsseldorfer Zeiten. Über den Freundeskreis Heinrich Heine lernten wir uns kennen. Fast immer standen wir zusammen und „veränderten humorvoll die Welt“. // Er war amüsant, intelligent, elegant und einflußreich im Verlagswesen. Davon erfuhr ich bei unseren vielen, vielen Mittagessen. In etlichen Restaurants in Düsseldorf bezahlte er nie direkt. Die Rechnungen wurden seiner Sekretärin zugesandt. Er hatte schon ein ziemlich elitäres Gehabe. Doch immer mit Stil. Wie auch seine Büro-Adresse für Düsseldorfer Denke stimmte: Oberkassel, Kaiser-Friedrich-Ring 63. Privat – Düsseldorf-Wittlaer. // Er arbeitete für „Die Zeit“, „Capital“, er baute die PR-Abteilung bei Gruner&Jahr auf, war Vorstandsassistent dort, er ist der Miterfinder der „Wirtschaftswoche“ und „Horizont“, und er war Headhunter für Chefredakteure&Co. // Oft sollte ich Telefonate mithören. Das liebte er. Tatsächlich bewunderte ich ihn. Doch wollte er nie, das seine elegante Ehefrau, eine Gräfin aus Österreich, dabei war. Es sollte „Männergeschwätz“ bleiben. // Presse Mallorca Magazin 19.09.2003. Magazin „Mallorca Deluxe“, Farbbericht S. 134. „Faces & Places“.

Claassen, Alfred. Gerne skizziere ich auch ihn. Claassen, eine Persönlichkeit. Alleine dieser Begriff würde er mit starker Geste wegwischen. Nicht nur ich habe den Verdacht, seit Jahrzehnten, er hat auch einen Doktortitel. So wirkt er jedenfalls. Wie ein angenehmer Vollblutakademiker! Seine Bescheidenheit bringt keine Klärung. Sein Intelligenz erfreut. // Doch zögerlich ist Alfred keineswegs. Gnade Gott, man sitzt neben ihm bei einer klassischen Musik-Premiere. Und ihm gefällt das Dirigat nicht. Oha! Schneller als alle anderen posaunt er ein kräftiges Buuuuuuh heraus. Mein Trommelfell schien zu platzen, als der englische Dirigent John Pritchard (1921-1981) in Köln auftrat. In Alfreds Ohren, und in meinen, unmögliche Tempi brachte. Meine Güte, was habe ich mich erschrocken über Alfreds lautem Buh! So ist er, der Alfred. Rheinisch offen, sagt, was Sache ist. Immer noch. Seine Meinung in Köln ist „gefürchtet“ bei den Kulturverantwortlichen, und Schaffenden. Leserbriefe? Unzählige lies er raus. Im Sinne von Stéphane Hessel:“Empört Euch“! // Auch gut, Alfred live zu hören. Nie ist er der erste, der was bemeint. Immer ist er kurzweilig. Immer verziert er seine Aussagen mit rheinischem Humor. // Respekt habe ich auch vor seinem Lerneifer. Wegen der klassischen Musik lernte Alfred erst Italienisch, danach Französisch! // Und ihn zu einem Abendessen als Gast zu bekommen, fast unmöglich. Alfreds Kulturkalender ist vollgespickt mit Kulturdaten. Dabei, viel Musik, Besichtigungen, Vorträge, Diskussionen, Festivalreisen. Zwischendurch, irgendwo eine Hilfe durchziehen. //

Claassen Wohnung. Wunderbar, der Gute kann auch toll kochen! Das wußte auch ein naher Freund von ihm, der unkomplizierte, bekannte Soziologe Prof. Dr. Alphons Silbermann. Claassen wohnte noch „Am Zuckerberg“, in Köln. Ein Jugendstilhaus, weisse Fassade. Schick. Leider ohne Aufzug. // Der immer schon hochbetagt wirkende Professor Silbermann, was seine Körperlichkeit angeht, hangelte sich mühevoll mit Krückstock, die Treppen hoch, um in Claassens Etagenwohnung zu kommen. Alfred rief. „Man“ kam. Eher nicht notwendig zu nennen: Fast alle Wände – Bücherregale. Vollgestopft mit Bücher. Und auch gelesen! // Legendär, seine umgebundene Schürze, Kochlöffel in der Hand. Die Haare – bläulich-grau, wellig. Sein Gesicht – gepflegt. Sein Blick – eher nach unten. Nur nicht den Kopf zu hoch tragen! Herrlich. Die Tischgespräche – klasse. Nicht nur wenn Silbermann giftig-witzig, natürlich mit Tiefe, Kritik rausließ. // Wer wissen will, was Claassen unternimmt, muss halt ihn anrufen oder anschreiben.

Wir möchten gerne so einen Freund genießen, wie Alfred! // Zig Anekdoten könnte ich hier erzählen. Doch, was solls. Es sprengt hier den Rahmen. // Danke Alfred, das auch ich in Deiner Nähe bin, seit ewigen Zeiten. Siehe unten auch unter Hänseroth. Hänseroths Doktorvater – Alphons Silbermann. Beide in Wikipedia. 

Anmerkung aktuell 2020: Die Pfarrerstochter, Frau Dr. Merkel, hat, ohne CSU und Brüsseler Rückendeckung, in 2015 die Schleusen für über 1 Million Migranten geöffnet. Helfen ja, das ist notwendig. Doch bitte kontrolliert! In Abstimmung mit der EU und dem Koalitionspartner CSU und SPD. Leider nicht geschehen. // Seit 2015 gibt es zig Probleme. Protest-Zuwächse bei Populisten seitdem. // Außerdem: Es wird Zeit, das nur zweimal vier Jahre eine Kanzlerschaft möglich sein sollte. Wie in Frankreich, USA, England etc. Nur mal so nebenbei! // Das Zusammenleben ist schwierig: Sprachprobleme! Und was macht „unser“ Alfred Claassen? Er bezahlt privat Arbeits- und Lernmaterial, um wöchentlich, ohne Bezahlung der Stadt Köln, Migrantenkinder zu unterrichten in Deutsch! Dazu brauche ich nun wirklich nix mehr sagen!

Casa, Lisa della. Opern-Weltstar. Wunderschöne Dame. Elegant. Herausragende, gepflegte Tonbildung. Siehe YouTube. Dank Hans Gerling lernte ich sie kennen. Sie waren zig Jahre befreundet. Ihr Wohnsitz: Schloß Gottlieben, am Bodensee. Sie war freundlich aber eher scheu, war mein Eindruck. Doch ich war natürlich überwältigt in Ihrer Nähe zu sein. // Heute noch höre ich Aufnahmen von ihr. Auch dank Bernd Weikl, ihrem Kollegen, der mit Ihr Strauß-Opern sang. Weikl sprach über sie, als ich ihn Jahre später auf Mallorca kennenlernte. Angesprochen wurde ich, ihn zu unterstützen bei seiner Benefizaktion. So kamen mir wieder der Anfangskontakt zu Lisa della Casa sehr gerne in Erinnerung. 

Cramm, Gottfried von. (1909-1976) DER Tennisbaron. Immer noch ein Vorbild im deutschen Sport. Ehrenmitglied, wie JCB, dem ältesten lebenden Davis-Cup-Spieler (2020) beim deutschen Tennisbund. JCB war sein Tennis-Meisterschüler & Freund. So war JCB etwa Ehren-Gast, am Hochzeits-Nebentisch in Venedig, als von Cramm die damals reichste Frau der Welt heiratete, mit über 800 Gästen, am 08.11.1955, Woolworth-Erbin Barbara Hutton. Die Hochzeitskosten wurden beglichen von einem „Zinn-Baron“ aus Mexiko. Siehe Medien und auch Kölner Stadtanzeiger vom 15.11.2011, Seite 26. // Viele gemeinsame Auslandsreisen folgten mit Gottfried von Cramm und JCB. Bis Kairo. So lernte ich zig Jahre später auch etwas anders Ägypten kennen. über die Familie des Königs, in Alexandria zum Bespiel, dank telefon-Nummer, die ich von JCB vorher erhielt. // Es folgten für von Cramm & JCB Einladungen, 1950-1952, zu dem damaligen König Faruq. (Kairo 1920-1965 Rom). // König Faruq wurde von seinem Thron verjagt durch Revolluzer Nasser, Mitte 1952. // Von Cramm lernte ich über JCB zunächst in seiner kleinen Stadtwohnung in Hamburg kennen. Es wartete dort auch ein Freund, Mainhard Graf Nayhaus. Zig Essays und Bücher schrieb Nayhaus im Laufe seines Lebens. Er war der große Beobachter der Bonner-Politk-Szene. Unmengen von Beitragen gab es in diversen Printmedien.// Nach dem Aperitif fuhren wir Vier in dem damals neuen, angesagten, englisch-grünen Mini-Cooper von Graf Nayhaus, in ein Bistro. Viel Freude bei uns allen, wegen dieses sehr kleinen, verrückten modernen Auto, dem „Vater aller Kleinwagen“. // Von Cramm besass, wie seine sechs Brüder, ein Schloß. Wasser-Schloß Bodenburg, Hildesheim. Dort lebte auch seine elegante, betagte Mutter, eine Gräfin. Sie brachte mehrere Schlösser mit in die Ehe, als sie den „nur“ Baron von Cramm heiratete. Jeder ihrer sechs Söhne bekam ein Schloß! // Einmal traf ich sie dort. Diese elegante, intelligente Ausstrahlung! Sie beherrschte den Empfangssaal. Dort hing ein überlebensgroßes „von Cramm-Ölbild // Gottfried von Cramm war ein ungemein höfliche Persönlichkeit. Immer lächelnd. Hochgebildet. Mit englischem Humor. Hilfsbereit. Weltweit akzeptiert, bewundert. // Damit ich besser aus dem Bett komme, schenkte er mir einen Wecker. Offensichtlich hatte JCB ihm meine damalige Schwäche genannt. Gut so! 

JCB schlägt seinen Meister&Freund v. Cramm. Feuchte Augen bei beiden.
JCB, links, damals mit 20 und jetzt mit 88. Ehrenmitgliederliste Internationaler Tennisclub Deutschland: Herren Adrian, Peter. Becker, Boris. Behrend, Tomas. Biederlack, Johann Christoph…..Bungert, Wilhelm…usw
Frauen: …Graf, Stefanie….Huber, Anke…usw.
JCB ist der älteste lebende Davis-Cup-Spieler Deutschlands 2020.

Cramm, Siegfried vonBruder von Gottfried. Ehemaliger Offizier. Gern gesehener Gast von Bundespräsidenten abwärts. // Dieser Schlossherr (Name des Schloßes fehlt mir gerade, bei Hildesheim. ) wollte mich adoptieren. Mehrmals besuchte ich ihn. Nie gab es eine falsche Nähe, Belästigung etc.. Er brachte mich immer in mein Gastzimmer, bot eine Felldecke an, um sie über meine Füße zu legen. Wichtig waren für uns Gespräche. // Und – leckere Karpfen aus seinem Teich. Seine immer beschürzte Frau Böhnisch, langjährige Haushälterin und Köchin, tauchte immer im richtigen Moment aus der Küche auf. Siegfried von Cramm hatte ein Klingelknopf unter der runden Ess-Tischplatte, wie er mal lachend erklärte, aufgrund meiner fragenden Blicke. // JCB sagte nur: Adoption? Das kannst Du machen. Dann bist du aber nicht Siegfried Blau geworden, wie ich es Dir empfohlen hatte, und Du es doch auch akzeptiert, besser, verstanden hattest, als Du 20 Jahre alt warst! Was die „Strasse“ denkt, könnte dir egal sein. Ob die „sogenannte Gesellschaft“ dich wirklich akzeptiert!? // JCB, wieder lagst Du richtig. Danke auch dazu. 

Cramm, Burkhard Freiherr von. (1936-2016). Bodenburg/Ibiza. Neffe von Gottfried. Mit seiner charmanten Ehefrau Elisabeth. Geborene Möller. Ihre Schwester ist die berühmte Star-Friseurin Marlies Möller. // Treffs gab es auf Ibiza, wo beide auch eine Terrassenwohnung in unserem Bario (Viertel) haben: In Can Furnet/Jesus. // Leider ist Burkhard eine Woche nachdem wir ihn und seine Elisabeth bekocht hatten, verstorben. Seinerzeit waren auch unsere Gäste, Andreas Brautlecht & Meinrad Günther. // Als ich höflich Arm in Arm, mühselig die Treppen mit ihm hoch ging, zum Wagen, blieb er immer stehen, heftig nach Luft schnappend und sagend: „Siegfried lasse mich hier liegen. Es reicht, ich kann nicht mehr“. Hart, sehr hart das alles. Dieser immer fröhliche, kluge Mensch, vermochte gut über seinen Tod reden. // Jahre redete er aber auch, englisch witzig stöhnend, über die horrenden Kosten eines neues Daches für sein Schloß. Aber immer war er humorvoll dabei. Seine zehn Jahre als Geschäftfsführer des renommierten, feinen Überseeclub in Hamburg, sind natürlich auch nicht vergessen! Nun haben wir noch die Elisabeth.

Delden, Edzard van. Kunsthändler aus Münster und Osnabrück. Langjähriger Freund von JCB. Neffe des damals größten europäischen Textunternehmers Van Delden. Einer aus der Familie, war ein CDU-Bundestagsabgeordneter. // Edzard: Mein erster großer Kunde! Während der Neueröffnung 1978, erwarb Edzard sechs Silber-Platzteller, Augsburg von 1777! Preis 20.000DM. Heute „unbezahlbar“. Damals war ich erstaunt, erschrocken. Besser, hocherfreut. Das Finanzgesetz seinerzeit: Die ersten drei Jahre nur halbe MWST, bei einem Umsatz von nicht mehr als 60.000DM/Jahr. Am ersten Abend flog ich raus dem System für Startunternehmer! So etwas macht stark, gibt unternehmerischen Schwung! Wie ich später erfuhr, Edzard fragte hinter meinem Rücken JCB: Wieso ich den Mut habe als Kunsthändler selbständig zu sein? JCB sagte: Blau hat sich an meiner Seite, seit seit seinem 17.Lebensjahr, immer neugierig gezeigt. Gelernt, viele Fachbücher und Kunstkataloge, besonders Ausstellungskataloge gelesen. Er fühle sich fit dazu. Mit seinem angelesenen „Halbwissen“, macht er volles Programm!

Douglas, Michael, Filmschauspieler. Berlin. September 2009. Filmpremiere „Liberace“. Was für ein Abend! Was für ein TV&Print Aufgebot! Was für ein sympathischer, höflicher Typ! // Also, die Nichte von JCB, Christiane, ist Managerin bei einer Berliner Filmfirma. Zuständige Leiterin für die Betreuung von Weltstars. Hier – der angereiste Michael Douglas. Wir waren von ihr ausgestattet mit VIP-Bändchen, claro. Zur Premiere. Leider war der Gegenspieler, der ebenso klasse Star Matt Damon verhindert. // Nun standen wir vor dem Kino-Saaleingang, in erster Reihe und warteten auf Douglas. Langsam schob er sich an den Medien vorbei, an Gästen, zum Saaleingang hin. JCB,s Neffe Christian, der größer ist als JCB&ich, filmte mit seinem Smartphone das Geschehen hinter uns. Plötzlich stand er fast vor mir. Ich rief „Hey Michael. Ich lebe auf Mallorca!“ Sofort reagierte er, faste meine Schulter an und sagte: „Tatsächlich! Und wie ist die Lage mit den fürchterlichen Bränden auf Mallorca?“ Ach, sagte ich, viele Medien übertreiben. Es ist bestimmt nicht gut, das es solche Brände gibt. Doch seine Finca liegt ja nicht in der Nähe der Brände. Usw. usw.“. Er war beruhigt, strahlte mich an, gab mir noch einen Klaps auf die Schulter und er ging lächelnd weiter. Immerhin warteten im Kinosaal über Zweitausend auf die Premiere. // Überraschend für mich: er ist ja sooo klein! Was solls. Er ist eine „Größe“. // 2009 brannte es ja fürchterlich in Gegenden von Mallorca. Wirklich nicht lustig. // Alle wissen, er hat dort seit zig Jahren seine Riesenfinca „s´Estaca“ bei Valldemossa. Oft besuchte er und seine Ehefrau Catherine Zeta-Jones Mallorca. Außerdem sponserte Douglas das Kulturzentrum „Costa Nord“ in Valldemossa. Klasse gemacht. Ein Besuch lohnt sich. Es ist raffiniert aufgebaut, mit Videofilmen über die Geschichte von Mallorca. Und wenn etwa ein Boot im Film zu sehen war, als es anfänglich noch keine Wege auf der Bauerninsel gab, dann bewegte sich, schwankte leicht der Boden! Toll!

https://www.youtube.com/watch?v=7YfCHeO6oKc

Dies hier ist das Filmchen!

PS 07.05.2020. Neuester Stand zur Michael-Douglas-Finca: Nun will er sie doch nicht verkaufen. Es ging ja hin und her. Auch wegen der Ehekrise gab es Unschlüssigkeiten. 60Millionen Euro sollten bei Verkauf erzielt werden. Und danach weniger. Zitat Mallorca Zeitung.

Droste, Dr. Manfred, Mitherausgeber der Rheinischen Post,  70 Jahr-Feier. Er hatte mit seiner Frau Gisela eingeladen ca. 1.000 Gäste in sein Düsseldorf Heim, in Stockum. Gemeinsam fuhren Helmut Hentrich, Ehrenbürger, auch Kunde von mir, und ich mit meinem Wagen dort hin. // Es war klasse, wie die Drostes auch an die Kinder dachten: Im weitläufigen Park, Rheinnähe, waren Bewirtungsstände mit sehr vielen Pommes aufgebaut! Von wegen nur für Kinder! Auch für uns Erwachsene…. Siehe Düss. Anzeiger vom 04.06.1997. Die Eheleute Droste waren auch Gast bei meinem 50.Geburtstag, im Museum „Volk&Wirtschaft“, (heute Kunstpalast) Gründonnerstag 27.03.1997. Siehe Gästenamen in den Medien.

Erwin, Joachim,  CDU. (1949-2008). Bürgermeister von 1998-1999. Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf 1999-2008. // Einer der wenigen, der es schaffte, eine große Stadt in Deutschland zu entschulden. // Dabei hatte seine eigene CDU-Partei ihm ziemlich viele Stöcke zwischen die Karrierebeine gehalten. Einige waren Eifersüchtig, da seine Frau aus einer vermögenden Bauunternehmerfamilie stammt, die Gelder ihm gaben für Öffentlichkeitsarbeiten. Gelder, Hilfe von der eigenen CDU-Partei bekam er nicht, so wie man es erwarten könnte. Und doch wurde er die Nr. 1. Respekt! Joachim Erwin war gebildet. Konnte aus dem Stehgreif Heinrich-Heine-Gedichte aufsagen. Was ich als stellv. Vorsitzender vom Freundeskreis-Heinrich-Heine, nicht kann! Und, und, und. // Ausserdem war er, wie gesagt, einer der wenigen, die eine Großstadt in Deutschland, entschuldet hatten. // Ihm verdanke ich viele Reden und Gespräche in meiner Galerie. Gut fand ich auch seinen Humor. Leider verstarb er relativ früh an Krebs. 

Fanzhi, Zeng, chinesischer Künstler. Geb. 1964. Unser langjähriger Freund, Film-Professor Frank Döhmann, organisierte ein Künstlerprojekt in den „Berliner Filmstudios“. Per Kamera wurde die Malerei von Zeng Franzhi dokumentiert. Von der leeren Leinwand bis zur Beendigung seines Werkes. // In Berlin waren JCB und ich eingeladen zur Enthüllung des fertigen, riesenformatigen Bildes. Am 19.11.2014 war es soweit. Vor handverlesenen Gästen, erlebten wir das Werk, die Snacks und Champus. Jeweils nur 5 Personen durften, ohne Fotos zu machen, einen abgetrennten Raum betreten, um das Werk zu sehen…// Wir staunten auch darüber: wir googelten, wer ist Fanzhi? Und wie sind seine Verkaufs-Preise? Letztens erzielte diese Bildgröße in Hongkong 20 Millionen Dollar! Stille bei uns. // Wir brachten unsere Berliner Freunde zu dem spektakulären Abend mit: Prof. Dr. Thomas Speich und sein Erwin Härtl. Dabei auch Frank Döhmanns klasse, aufgeweckte tolle Ehefrau, die TV-Regisseurin Britta Keils. 

Von links Prof. Döhmann, Künstler Fanzhi, die Managerin, verantwortliche Mitarbeiter des Filmstudio im blauen Anzug und die „Brille&Kappe“, JCB vorne rechts

Fassbinder, Rainer Werner. Filmregisseur, München. Fassbinder selbst suchte und pflegte jahrelang unsere Nähe. Warum? Nun, er war eben nicht nur ein Arbeitstier und Chaot. Hart, ruppig zu vielen Menschen. Aber nicht zu uns. // Er schleppte uns sowohl in München, als auch etwa in New York zu allen möglichen oder unmöglichen Bar-Adressen. Oft liefen wir daraus weg. Wir waren überfordert von den „Spielen“ einiger Männer dort. // // Zurück zu Fassbinder. Er war auch ein melancholischer, trauriger Typ, der unsere Bürgerlichkeit, deren Wärme mochte. Wir waren eben nicht devote Fans! // Das Hotel Deutsche Eiche in München, Reichenbachstrasse, war und ist immer noch, seit Jahrzehnten unser Hotel. Und da Fassbinder gegenüber wohnte, war es auch seine Adresse, Stamm-Restaurant. Sein Wohnzimmer. // Und auch Drehort manchmal. Gute Gespräche gab es etwa mit Mario Adorf. Nicht mit Brigitte Mira. Sie fragte, welche Rolle ich spiele in dem Film, ich glaube, sie sagte „Angst Essen Seele auf“. Ich sagte, ich bin kein Schauspieler. Abrupt drehte sie mir den Rücken zu, am Stammtisch, und häkelte weiter irgendwas. Etwas überdreht, die schon damals „reife“ Schauspielerin! Und unbescheiden: Fassbinder holte Brigitte Mira in Berlin aus einem Künstler-Altenheim. Sie war längst vergessen. Na, da erwartet man doch ein bisschen mehr Demut! // Ein Abendessen in Fassbinders Wohnung in der Reichenbachstraße, kann ich nicht vergessen. JCB und ich nahmen an einem riesigen Holztisch platz. Da er mir schmuddelig schien, ging ich in die Küche und holte ein Haustuch, putze alles brav sauber, bis Fassbinder mich anschrie: „Bist Du verrückt? Wie kannst Du mein Kokain wegwischen!?“. Oh, was wusste ich denn von so einem Zeug! Doch weitere aufgeregte Worte sagte er nicht. Er griff in seine hässlich-grüne Militärhose, Aussentasche, holte ein Bündel Geld heraus und schickte einem aus seiner Handlanger-Clique neues Kokain holen. Er drehte sich um zu mir und – grinste. // Sein Freund hieß Armin Meier.Muskulöser Metzger, blond, attraktiv mit hellblauen Augen, flinker Aushilfs- Kellner in der Deutschen Eiche. Ruppig zu den meisten Gästen. Nicht zu uns! // Später wurde er Fahrer bei Fassbinder. Armin beging Selbstmord. Eine Woche vorher hat er uns privat in Klutstein/Schildgen, bei Köln besucht. Er war völlig neben der Spur. Er weinte, stöhnte über die Filmschauspieler, die ihn nicht ernst nehmen. Leider erkannten wir nicht, wie tief sein Leiden war. // Übrigens liess Fassbinder nicht nur seinen Freund Armin mehrmals „durchs Bild laufen“, sondern er wollte dies auch mit mir machen. Wie auch mit einigen anderen, die ihm nahestanden. Also, er ließ anrufen, in meiner Düsseldorfer Galerie. Meine Mutter vertrat mich: R.W. Fassbinder möchte, das Siegfried kommende Woche nach München kommt zu Filmaufnahmen. Meine Mutter: ich kenne sie nicht und – legte auf! Das wars mit Film und so. 

Fassbinder & Ingrid Carven. Fassbinder nahm uns mit zu seiner Noch-Ehefrau Ingrid Carven. Schwester von der international erfolgreichen Opernsängerin Trudeliese Schmidt. Carven wollte Chanson-Sängerin werden. Nun sollten wir die ersten fremden Zuhörer sein, in ihrer Wohnung. Dabei, der Komponist Peer Raaben. (der wurde später ein Großer! Über 90 Filmmusiken). Sie schäumte. Schrie herum, was das soll? Fassbinder, ganz gemein leise und ruhig: „Du willst doch auf der Bühne singen. Also bitte“. Dann fing sie an. Und – es war nicht schlecht. So zwischen Marlene Dietrich und Edith Piaf klingend. Alles gut. // Jahre später trat sie auf – in einer unglaublichen schönen Robe von Yves Saint Laurent, von ihm geschneidert. Sie hatte Erfolg. Auch als Schauspielerin lief es gut. // Nicht so gut lief ein Weihnachtsessen in unserem Hotel Deutsche Eiche. Nun waren wir eingeladen, von den Inhaber des Hotels, Mutter Ella & Tochter Sonja Reichenbach, und der 20-köpfigen Fassbinderclique , zum Gansessen. // Es dauerte nicht lange, da stritten sich wieder mal, sehr heftig, sehr laut, Ingrid Carven und Fassbinder. Deren gegenseitigen Körperbeschreibungen in deftigster bayrischer Strassensprache gebe ich hier nicht wieder. Aber ich berichte schon, das Knochen der Gans an deren Köpfe flogen. JCB und mir war das zuviel. Wir verschwanden Grußlos.

Fassbinder & unser Hotel „Deutsche Eiche“ war damals noch simpel ausgestattet. Ein Künstlerhotel. Oft wohnten Balletttänzer unter dem Dach – kostenlos. Dabei, immer, die wunderbare, legendäre Inhaber-Verwandte und Kellnerin Toni. Ihr Bayrisch war für uns schwer zu verstehen. Aber, ihr verdanke ich, das ich Thomas Bernhard las. Bitte, das war nicht normal, das eine Kellnerin, so sagte man damals noch, wusste, wer Thomas Bernhard ist! Das war alles so widersprüchlich und erstaunlich. Daher bekam sie auch immer Freikarten für alle Kulturtempel in München – von den Intendanten! // Franz Beckenbauer etwa feierte in der „Eiche“, sehr ausgelassen, mit Fussballkollegen, verkleidet, Fasching. Und zig andere – sogenannte A-Prominente. Auch aus allen sozialen Gruppen. Sprich, auch B und C-Promis. // Zur A-Klasse gehörte natürlich etwa der östereichische Theaterschauspieler Walter Schmidinger. (1933-2013). Einer der ganz großen im deutschsprachigen Theater. Beliebt in München. Kein Laufstegtyp. Groß gewachsen, ungemein humorvoll, kess, mit auffallender, guter Stimme und scharfem Blick. Wenn er uns entdeckte, kam er zu uns, verbeugte sich und bat um einen Platz an unserem Tisch: Dann sage ich auch ein Gedicht auf! Herrlicher Typ, der mich, dem jungen mit den blonden wilden Haaren, gefallen wollte. Und natürlich auch dem damals ebenso jungen und immer sehr beliebten, top aussehenden JCB. // So wie das auch mit dem Engländer John Cranko war. Ein Choreograf, ein Großer der Tanz-Branche. (1927-1973). Passabel aussehend, höflich und amüsant. Chef des damals sehr berühmten, weltweit anerkannten „Stuttgarter Ballett“ (Chef ab 1961). Dort dabei, die weltberühmten Tänzer Marcia Haydée, Richard Cragun, Birgit Keil. Es gibt immer noch die John-Cranko-Schule. // Also, er kam, sah mich, bat mich einfach so, zum Tanz. Mitten im Restaurant. Mit seinem Gipsarm. Tja, was in der „Eiche“ aber auch damals alles an Lockerheit los war! // Sein Kollege Maurice Béjart, ebenso weltberühmt, tauchte auch mal dort auf. Nein, nein, nicht um mit uns zu tanzen. Um ein Bierchen mit dem französisch sprechenden JCB und mir zu trinken. Das wars. Doch seine wunderschönen blauen Augen, seinen Charakterkopf, den kann ich nicht vergessen. Googelst Du diese Leutchen. 

Fassbinder & Harry BaerFilmschauspieler, Produzent, Regisseur, Mitarbeiter von Fassbinder seit 1969. Autor Buch „Deutsche Eiche“. // Nicht weil er gut aussah, sondern weil er ruhig und konzentriert gut arbeiten konnte, brauchte Fassbinder ihn. Das Restaurant Deutsche Eiche, war ja Fassbinders „Wohnzimmer“ . Daher tauchte oft Harry Baer auf. Natürlich habe ich ihn nicht übersehen. So manches Gespräch wurde geführt, so manches Bier wurde gemeinsam getrunken, etwa. 

Feltus, Ross, Star-Fotograf, besonders für Kinderporträts, Düsseldorf. (1939-2003). Vater von Barbara Becker, Ex von Boris Becker. Kein einziges Mal habe ich Ross Feltus gefragt, wie es seinem Schwiegersohn Boris Becker geht! Das fand Ross Feltus toll. Denn er fragte mich, warum jeder ihn darüber ausquetschen wollte. Aber nicht sein Kumpel Siegfried Blau! // Ross Feltus erzählte dann, das er und seine Tochter Barbara und Boris Becker bei Bundeskanzler Kohl zum Essen eingeladen waren. Kohl sagte: Ja Herr Feltus, wir haben viele Probleme, mit Ausländern und Farbigen in Deutschland. Ross Feltus: Herr Bundeskanzler, wir haben keine Probleme, wir haben Aufgaben! Daraufhin wurde Ross Feltus nie mehr eingeladen! // Mit Ross Feltus gab es eine gute berufliche Zusammenarbeit. Ausstellungen etc. // Seine Atelier-Einladungen zu Halloween jedes Jahr, also, die lagen mir nicht. Das hat nix mit ihm zu tun, dem blendend aussehenden, sportlichen, drahtigen Mann, sondern mit mir. Halloween finde ich furchtbar! // Und – wir waren mal beide eingeladen als Juroren für die Auswahl von Cheerleader-Girls. Sprich, hübsche, junge gut gebaute, lächelnde Girls, zu entdecken, damit sie den Beifall der Zuschauer rauskitzeln. Für die Düsseldorfer Rhein Fire, American Football. Meine Güte, was haben Ross Feltus und ich uns köstlich amüsiert, über die Selbstdarstellungen der jungen, wohl auch naiven „Dinger“! Wir beide waren nicht „versaut“ genug, unsere Chancen zu nutzen, für einen längeren Abend….Einige schienen uns doch sehr zu mögen! Unübersehbar war das nicht. // Die Nähe zu dem sympathischen Sport-Manager der Rhein Fire, Alexander Leibkind – ehemaliger siebenfacher Deutscher Meister im Judo, Mitglied Nationalmannschaft – machte es möglich. (1952 München-2006 New York. Plötzlicher Herztod. Schrecklich. Das hatte mich sehr ergriffen). Der gute Leibkind war auch mal vorher der Sportberater von Steffi Graf , Ulrike Meyfahrt oder Michael Groß. // Leibkind und ich waren zusammen mal in der Fernseh-WDR-Talksendung „Happy Hour“ eingeladen. Am 31.September 1996. Zitat deren Pressemitteilung: Blau ist einer der fünf deutschen Galeristen, die erstklassige Kunst preiswert anbieten. Zitat Ende. Nanu, das wußte ich garnicht!

Frauen. Der Anfang: Elke, auch 6 Jahre alt. Nachbarkind. Wir sitzen in einer Blumenwiese, suchten an uns herum. // Inge, 24Jahre alt. Ich bin 12 Jahre alt. Nachbarin, neben unserem Fachwerkhaus, Adresse Bies, in Wuppertal-Vohwinkel. Plumstoilette, Holzhäuschen, hinter dem Wohngebäude. Die Türe ging auf. Sie saß mit geöffnetem Schenkeln: Sigi, steck ihn rein. Ich war entsetzt. Lief weg. Kam aber wieder. Da war aber schon ein strammer, halbnackter behaarter Bursche bei ihr im Einsatz. Neu: ich genoß das Zusehen. Start nicht als Spanner, sondern als Mitmachender und Gucker. Später las ich in wissenschaftlichen Texten, das 40% aller Frauen und 70% aller Männer so unterwegs sind! // Roswitha, 16, groß gewachsen, ausgewachsen. Rechts Kumpel Wini, ich links neben ihr sitzend, auf einer schrägen Wiese, Nähe Gruitenerstrasse, Vohwinkel: Wini und ich sind 14 Jahre alt. Es gab keine Gründe, das wir uns verstecken mußten. Ihre Hände massierten uns. Wir durften jeder eine Brustwarze streicheln. // Elisabeth, M. aus Remscheid. Meine erste „Liebe“. Beide waren wir 17 jahre alt. Es lief alles gut. Dann tauchte JCB auf. Öffnete Perspektiven. Er sagte: ich habe doch nichts gegen Frauen! Und ich sagte – ich habe nichts gegen gut riechende, gut aussehende neugierige Freunde. // 12 Jahre später traf ich Elisabeth zufällig auf der Strasse in Wuppertal-Elberfeld. Mit Freund. Ein Blick von uns beiden, und wir dachten das Gleiche…Schwitzen wollen! Sie luden mich zum Abendessen ein, bei denen zuhause. Elisabeth und ich setzten ihren Freund augenzwinkernd unter viel Alkohol. Er wurde müde, ging zu Bett. Elisabeth und ich trieben es auf dem Teppich – vor dem Bett! Oh meine Güte. Pfui Teufel, oder? Nee, pure Leidenschaft! // Meine vielen Reisen brachten Erfahrungen. Schweden: Wunderschöne Blonde, die sagte: Du bist zu ungeduldig! Dränge nicht so! Sie meinte richtigerweise – ich bin unerfahren. // IG Chemie-Gewerkschaftssekretärin aus Mannheim. Bei der IG Chemie in Wuppertal kennengelernt. Eine Hochkluge. Sie bewegte mich zum Lesen von Sartre, Voltaire, Camus, Oskar von Nell-Bräuning ( der mich stark beeindruckte!) und andere Aufklärer & Co. // Sie sagte nach dem Abendessen in Mannheim, wo ich extra für eine Nacht hinfuhr: Du musst aufpassen. Ich verliere mich gleich. Und ich rief beim Akt, so erzählte sie anschließend: Ich kann es. Ich kann es! // Eine besondere Nähe, die auch meine fehlende Scheu vor „zu Dritt“ zeigt, hatte ich ich über 10 Jahre mit einem Ehepaar. Gefühlt einmal im Monat trafen wir uns meistens in meiner Wohnung. Oft mit einem Abendessen – „vorher“. Manchmal organisierte ich auch einen weiteren Kumpel dazu. Bis zu meinem Umzug 1999 nach Palma lief das so ab. // Auch mit anderen Paaren, Eheleuten. Oder mit Hetero-Männer, die mit mir, sehr, sehr oft, tranken und „Filmchen“ guckten. Und sich dabei ansehnlich entspannten. Gerne habe ich das ermöglicht, denen sozusagen „Christlich“ geholfen. // Das Ganze war nur möglich, dank meiner Fantasie, meiner Sprache. // Nicht Freudenhäuser interessierten mich. Zu kalt. Zu geschäftsmässig. Zu technisch. Mit einem Neusser, der attraktive, gut konditionierte „J“., mit dem ich Kunstgeschäfte abwickelte, ging ich mal in Düsseldorf – hinter dem Bahnhof. Eine bekannte Freudenhaus-Adresse, vom Zug aus zu sehen. Wir bestellten eine „Kommerzielle“ zu Dritt. Ging nicht. Nur zwei Frauen auf einem Zimmer, das wäre okay, sagten man. Wir zahlten und starteten. Hosen runter. Jeder hatte seine Frau neben sich sitzend. Sie massierten uns. Und sie redeten – übers Kochen! Da platzte dem breitschultrigen Jürgen der Kragen. Er sprang auf, nahm sein Kondom ab und schmiss ihn seiner Nutte an den Kopf. Die andere drückte eine Klingel. Sofort tauchten zwei muskulöse Bären, zwei Rausschmeißer auf. Wir hatten Glück, sie wurden nicht brutal, schmißen uns nur raus, weil ich schlagfertig mich beschwerte über die Frauen und deren unprofessionelle, miese Art. „Heiß“ werden konnte man damit nicht! Das war nix, diese angestrebte, lockere Nummer zwischen gleichdenkenden Kumpel! geblieben ist aber das Mitmachen in Swingerclubs. Herrlich wie man mit wenigen Worten, wilde Hausfrauen und Ihre Typen, begeistern kann. Nun, immer wird kontrolliert, ob man dazu passt. Was das heißt, kann jeder für sich klären! // Noch heute muss ich meiner Mutter danken. Ihre Aufgeklärtheit, Offenheit, Toleranz öffneten mir so viele neue, abwechslungsreiche Erlebnisse. Gerade lächele ich über all dies hier. // Mein Rückblick zeigt mir auch, das es wohl einen Knacks bei mir gab, als meine Eltern sich trennten. Da war ich 14! Mitten in der Pubertät. Der Glaube an einer funktionierenden Ehe ging eindeutig hierbei verloren. Bloß keine Bindung! Die Angst davor. // Die Schmerzen meiner Mutter habe ich sehr wohl noch vor Augen. Die lauten Streitereien meiner Eltern auch. Bei offenem Fenster. Ich schämte mich. Ich weinte. Furchtbar! Trost bekam ich oft von mein Sandkastenfreund Knut Seipold. Er hörte es mit, als wir mit unseren Fahrrädern draussen in der Nähe waren. // Siehe auch Bundeswehr. Siehe auch hier folgend Frauen: „Die Amsterdamerin“

Frauen:„Die Amsterdamerin“. Golf-Freundin:Zwei Jahre lebten wir in Krefeld-Verberg zusammen. Über meinen langjährigen Krefelder Kumpel Can Piere Ekim lernte ich die drahtig-schlanke Rothaarige mit Sommersprossen, Samstagmittag bei einem lässigen IN-Italiener in Krefeld kennen. Sie schnappte meine Sätze auf. Sie drehte sich um und – sofort war klar, wir verstehen uns. Überraschend schnell einigten wir uns aufs Zusammenziehen, in ihre toll gelegene ET-Gartenwohnung. // Wir galten als lustig-lebensfreudiges Paar. Wir lernten voneinander. Sie: wie man sich von seinem Vater emanzipiert. Er war mal was Großes was Druckerei-Firmen in den USA und in Europa betraf. Die allerdings nach und nach insolvent wurden. Ausserdem hielt er über 70 Patente. // Gut aussehend war er auch. Längst getrennt lebend von seiner ebenso Range Rover fahrenden Frau. Doch sie redeten miteinander. // Er war ein besitzergreifender, unangenehmer Typ gegenüber seiner Tochter, seiner Chefsekretärin, in Meerbusch. Immer trat er auf mit besten Manieren aber schlechtem Agieren. Fies! // Und ich: Endlich mal wieder Konzentrationen mit allen Konsequenzen, mit einer Frau lebend. // Golf-Spielen war für sie sehr wichtig. Handicap 6!!! Ihre Liebe zum Golf sah man in Ihrer Wohnung. Wirklich alles sah nach Golf aus. Ob Toilettenpapier, Seife, zig Geräte, Kleidungsteile usw. Daher erspielte ich, nein ich mußte mir sogar die Platzreife erspielen! Okay. Ich bekam Respekt für diesen Sport, der auch anstrengend sein kann. // Was passte zu uns? Kochen konnte ich. Ihre – gefühlt – sechs Friteusen kamen in den Keller. Den Garten gestaltete ich auch gerne. // Dann wollte sie mich heiraten. Ein Kind wollte sie auch noch, mit über 40. Ich sagte: Nein. Es ist nicht, wie anfangs besprochen, mein Lebensziel. Sie: Dann musst du gehen!!! Entsetzen bei mir! Wieder eine Trennung nach meiner Pubertät. Das tat ich sofort. Ich ging. Mit Koffer. Mein Vertrauen war erschüttert. Komödienhafte Sätze wurden wie Blitze hinter mir her gerufen: Ich vernichte Dich! // Eng befreundet geblieben bin ich mit ihrem damals verheirateten Nachbar Lutz Rocholl. Heute lebt er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Christina. JCB und ich treffen beide auf Ibiza oder in ihrer wunderbaren, hochmodernen Bauhaus-Stil-Villa in Krefeld-Verberg. Christina kocht und lächelt gut! Der englische Humor von Lutz – herrlich! Siehe auch Graf Armand.

Frauen – in Duisburg. Alleine lebend suchte ich Vergnügen. Normal. Massenansammlungen mag ich nicht. Da mich weder knallvolle, „mondäne“ Diskotheken noch die „Sauf-Altstadt“ in Düsseldorf interessierten, fuhr ich in die Nachbarstadt Duisburg. Über die Autobahn in 20Minuten erreichbar. // Arbeitermilieu mag ich. Daher sauste ich nach Duisburg Marxloh und Bruckhausen. // In Marxloh fand ich in einer unbedeutenden Seitenstrasse der Hauptstrasse, ein eher kleines Kino. Treffer! Nachdem sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah ich, das die letzten Sitzreihen stark belegt waren. Mädchen und Jungen fummelten, knutschten miteinander. Andere Burschen griffen zu, über die Lehnen hinweg, oder saßen daneben, gestreckt. herrlich. genau das, was ich suchte. Marxloh, Du tats mir gut! Nicht wenige Male. //

Frauen in Duisburg Bruckhausen. Dort suchte ich auch. Las ich doch, wie arm auch dieses Viertel ist. // Imposant – zunächst die Hochöfen. Was für eine wuchtige Industriearchitektur! Irgendwie bedrohlich wirkte dies auf mich. Die Schlote qualmten. Tag und Nacht! // Nicht so ansehnlich, so manche Blicke die mich erreichten, beim langsamen Vorbeifahren auf den – damals noch vergammelten Bürgersteigen. (Später wurde dort viel saniert. Die Kriminalität stieg stark an. Die Stadt hoffte, das eine schönere Umgebung mit „Möblierungen“, wie Bäumchen und Bänke, Pflasterungen, angenehmere Zustände bringen). // Einige Male sprach ich immer nur die ca. 25.jährigen Burschen an, das es hier eine Bar geben soll, wo man Frauen aufreißen kann. Warum 25.jährige? Nun, weil sie noch beeinflußbar sind, ältere Kumpels akzeptierten. // Nee, hörte ich oft von denen, doch nicht hier findet man Frauen! Dann stiegen einige jeweils ein, wollten mir in anderen Duisburger Stadtvierteln Möglichkeiten zeigen. Immer lud ich sie ein, ein Bier dann dort mit mir zu trinken. Einige benutzten mich, um irgendwo nur hingefahren zu werden. Kein Problem. Ich genoß deren Gesellschaft. Die zum Teil herrlich merkwürdigen, auch sehr offenen Gespräche, erfreuten mich. // Wieder andere waren neugierig auf meine Art des Lebens. Fuhr ich doch mit einem, für mich dummen kleinen, schwarzen, aber sehr sauberen Mercedes 190 herum. Einige wollten unsere Gespräche auch bei mir zuhause weiter fortführener, da ich von starken, heißen „Filmchen“ erzählte! Und ich roch gut. Das hörte ich nicht wenige Male! Immer im Kopf, es stank oft in Bruckhausen. Daher mußte ich auffallen. // Und dann kam, was statistisch kommen mußte. Darauf war ich vorbereitet. Wußte aber doch nicht, ob ich verprügelt werde oder was auch geschehen würde. // Irgendeinem paßte was nicht. Ein Bursche, Typ Nachbarjunge, ruhig, kam mit nach Düsseldorf. Wie immer, tranken wir ein Bier, guckten die „Filmchen“. Man entspannte sich. Doch die Ruhe war schon auffällig. // Wir gingen zurück zum Aufzug, fuhren sechs Etagen runter in die Tiefgarage. Ich wollte die Zwischentüre aufschließen, als ich bei mir kaltem Schweiß auf meinem Rücken spürte. Das war neu. Ich drehte mich um und sah – ein Klappmesser. Ruhig fragte ich: was willst Du? Was hasst Du davon, wenn ich hier auf dem Boden liege. Wie kommst du nach Duisburg? Dann drehte ich ihm wieder meinen Rücken zu und schloß langsam die Türe auf. Ich ging weiter. Er folgte und wir stiegen ein. Ohne Worte. Auf den Rückfahrt fragte ich: Was sind deine Probleme? Und nun erzählte er über sich und seinem Scheiß Leben. Seine Augen waren feucht. Innerlich, na klar, war ich angespannt. Nur Ruhe bewahren, sagte ich mir. Sein reden schien ihn zu entspannen. Hoffentlich. Wir erreichten irgendeine Strasse in Duisburg wo er raus wollte. Ohne ein Wort zu sagen stieg er aus. // Langsam fuhr ich los. Und nun weinte ich. War erfreut über mein Glück. Folge: Nie, nie wieder habe ich mich auf diese Art herumgetrieben. Nie mehr! Das war eine Warnung gewesen. Unfassbar, wenn ich heute darüber nachdenke, wie leichtsinnig ich war. Wie dumm! So wurde mir ein „Pier Paolo Pasolini-Schicksal“ erspart! Doch alle wissen wir, wie stark Triebe sind!

Fritz, Professor Johann P. Seit 1992 Leiter „International Press Institute“. Weltweites Netzwerk für ca. 2000 führende Verleger und Journalisten aus 120 Staaten. Infos auch von Holger Weber, stellv. Chefredakteur der Mallorca Zeitung. Siehe sein Interview mit Prof. Fritz , Woche 35/2007. Vermittelt von mir, da ich mit Johann Fritz und seiner Frau Brigitte befreundet war, auf Mallorca. Sie lebten in Santa Ponsa. // Gerne war ich bei ihnen zum Essen eingeladen. Brigitte konnte halt gut kochen und – erzählen. Sie hatte in Österreich eine populäre Radiosendung mit gutem Ruf! // Natürlich hörte man auch gerne ihren Mann Johann zu! Denn er saß am Tisch mit Staatsführern von der ganzen Welt. Ob Gorbatschow, Kohl, König Juan Carlos, Bill Clinton, oder Dalai Lama. // In dem Interview mit Holger Weber, werden die Probleme der abnehmenden Pressefreiheiten erklärt. Die Aufweichungen des „Quellenschutzes“ weltweit. Die wandelnde Rolle der Chefredakteure hin zum Manager, Unternehmer. Und es wird von Prof. Fritz festgestellt, die abnehmende Qualität des Journalismus. Durch Sparmassnahmen gesteuert. Recherchen werden flüchtiger. // Spannend!!! Siehe Foto im Beitrag der MZ. Unterbrechung. Dieser Beitrag wird fortgesetzt…

Fürstenberg, FamilieDüsseldorf-Angermund. Den Besitzer von Schloß Hugenpoet, Kettwig, Familie Adolf von Fürstenberg, verdanken wir unseren Repräsentanten Dominik Graf von Stauffenberg. Der junge Stauffenberg, 35 Jahre, lebte in ihrem Herrenhaus. Endlich sah er eine sinnvolle Aufgabe: Umzug mit uns nach Palma, in unser weitläufiges Apartment, mit vier Schlafzimmer, drei Bäder und Kamin, am Plaza Santa Eulalila, in einem historischen Palast. Diese Genauigkeit mußte jetzt sein…hihi. Tja, in Düsseldorf „unbezahlbar“. In Palma damals möglich. Und nötig. Immerhin lebten wir zu Dritt dort. // Später folgte ein von Theofilos und mir organisiertes TV-Interview mit ihm. Die heimliche Vorbereitung: Der Redakteurin sandten wir Fragen. Dominik gaben wir Antworten. Aber, er brachte es selber mit eigenen Worten gut rüber. Klasse gemacht, Dominik! Siehe Stauffenberg.

Fürstenberg Maximilian, von. Seit dem Tod seines Vaters Adolf, 2007, lebt Maximilian, der erstgeborene, mit seiner Ehefrau Stephanie und deren fünf Kinder in dem elterlichen Herrenhaus, in Düsseldorf-Angermund, alleine dort. // 07.05.2016. Maximilian und seine Frau Stephanie, traf ich nach zig Jahren dort. Auf dem Weg zum Park Graf Spee, Schloß Heltorf, sah ich den Orchideen-Liebhaber „Maxi“ durch den Zaun, mit seinen Kindern spielen. Spontan hielt ich an und rief – Hallo! Maximilian: Komm rein, wir trinken Kaffee! Mein Begleiter Andreas Brautlecht und ich gingen hinein. // Leider erreichten wir telefonisch nicht Andreas Freund Meinrad Günther, aus D-Dorf-Kaiserswerthder nachkommen wollte zum Spaziergang beim Schloß Heltorf. Der Gute machte sich sicherlich Sorgen, wegen unseres Zuspätkommen dort. // Klasse, unsere lässigen Gespräche mit Maxi und allen sehr gut erzogenen, pubertierenden fünf Kindern, und deren Mutter Stephanie, (geborene Gräfin von Adelmann), auf deren Parkterrasse. Nach so langer Zeit liefen unser aller Erinnerungen auf Hochtouren! Andreas staunte, wie locker angenehm diese Adelsfamilie ist. // Siehe auch Film www.derwesten.de: „Maximilian Baron von Fürstenberg führt erstmals durch sein Schloß Hugenpoet“, 26.04.2016, 15Uhr. Siehe WAZ

FürstenbergWilhelm Baron von & Verlobte Juliane von Schaumann-Werder. Einladung nach Palma. Dabei, Wilhems Freundin, GEE Wierichs, aus Meerbusch. Ich habe seit dieser Zeit keinen Kontakt mehr zu dem jüngeren Bruder von Maximilian, Wilhelm. Es gab noch deren Hochzeitseinladung von wilhelm und Juliane, an der ich nicht in Düsseldorf teilnahm. Sie sollen auch wieder geschieden sein. Presse Mallorca Zeitung mit Fotos der Drei, 02.08.2002.

König Juan Carlos mit unserem Baron Wilhelm, auf einer Seite der Mallorca Zeitung, am 02.08.2002. Schöner Zufall! 

GEE! Meerbusch. GEE Wierich, eine Freundin, ein Model, eine Dressurreiterin, eine Unternehmerin heute. Und – eine bildschöne Frau. Damals und heute. Als Freundin von Wilhelm Baron von Fürstenberg besuchte sie uns in Palma, August 2002. Siehe Presse unter Fürstenberg, Wilhelm. // Über uns lernte sie Wolfgang Bornheim kennen. Bei unserer Berufseinladung in die Restaurant-Mühle, Es Moli des torrent, in Santa Maria, Mallorca. Die UBS-Private Bank mietete komplett das Mühlen-Restaurant, in Santa Maria. Eine der Top-Adressen auf Mallorca! Thema: die damals führende Privatbank der Welt, UBS, wollten auf Mallorca potente Kunden finden, über uns. So luden wir 25Gäste ein, und die UBS auch. In polarer Hängung stellten wir unseren renommierten Künstler Horst Becking vor. (Passend als Schweizer Grenchen Trienale-Preisträger. Das waren etwa auch Gerhard Richter, Antonio Tapies, Roy Lichtenstein, Günter Uecker). // Leider bekam Becking der Gute, einen Herzgeschichte. War nicht reisefähig. Sein Sohn, Dr. Dominic Becking, Internet-Professor, und Laienkomiker, tatsächlich, vertrat seinen Vater klasse. Mit einer launigen Rede begrüßte er uns alle. // Weiter zu GEE. (Siehe auch oben Bornheim). Sie mochten sich. Wir sind wie Schwester und Bruder, sagt GEE. Wolfang dachte anders. Hörte schon die Hochzeitsglocken läuten. „In sechs Monaten ist sie meine Frau“ sagte er zu mir. Da irrte der berühmte, durchsetzungsstarke, hoch erfolgreiche Anwalt Wolfgang! // GEE wurde aufwendigst fotografiert. Nackend in der Landschaft, in den USA. Anspruchsvolle Farbfotografien. Freundschaftlich präsentierten wir das. Die Medien überschlugen sich mit Beitragen! Verkäufe gab es auch. Presse u.a. Mallorca Deluxe, mehrere Farb-Seiten Februar 2004. Mallorca Magazin 24.12.2002, 02.01.2004. Seitenlange Beiträge! Mallorca Zeitung 31.12.2003. Siehe unter Rubrik Presse 2003-2004 weitere Fotos.

GEE mit JCB und Kay. Siehe auch GEE-Foto oben unter Bornheim

Gerling, Dr. Hans. Der Mann für mein „Geistkapitalzuwachs“ und Kultur. Siehe in der Rubrik „Über mich – Privat“.

Graf Armand de Senneville-Grave. In Düsseldorf war er mein Kunde. Sammler von Künstleruhren der Obdachlosen-Selbsthilfe. Statt zum Militär konnten Franzosen damals eine Auslandszeit antreten. Wenn man Beziehungen hatte… // Später wurden wir befreundet. Zu seiner Hochzeit mit Stephanie Guichard waren eingeladen auf Schloß DorliéreMein Kumpel Can-Pierre Ekim, ohne seine damalige Freundin, und ich. Mit seinem tollen MG-Flitzer fuhren er uns hin. // Über 300 internationale Gäste. Gut betucht. Leise Rassehunde um uns herum. Wie auch livriertes Personal. Herrlich wirkte ein weisses, romantische Riesen-Zelt vor dem Schloß. Top dekoriert. Wir wurden gesetzt an einen runden Zehnertisch-Tisch mit Jugendlichen aus vier Nationen. // Später wurden meine damalige Freundin und Lebensgefährtin, meine Amsterdamerin und ich, nach Paris zum Lunch eingeladen. Zu Graf Armands Eltern in Paris-Neuilly, dem noblen Stadtteil. Gespräche auf Englisch und Deutsch, mit Sohnemann Armand. // Seine kesse, schlanke Mutter, Restauratorin im Louvre, in sehr kurzen Hotpans. Der Vater, Vorstand in der Industrie, mit Jackett, aber lässig ohne Krawatte. Der Pudel – schmuddelig. Herrlich unkompliziert! Warum Lunch? Stil einiger „Oberschicht-Franzosen“ bei ersten Treffen. Dann kann man nicht so lange bleiben…// Presse Hochzeit Graf Armand siehe Express mit Foto vom 11.07.1998. 

Gunzenhauser, Dr. AlfredTop-Galerist in München. Na klar, ihn kannte man von den gehobenen, wichtigen Kunstmessen. Immer standen für Gäste Thonet-stühle und eine wuchtige Ledercouch auf seinen Ständen. Seine Auge für Mal-Qualitäten, für Kunstmarktentwicklungen wurden bewundert und beklatscht. Über Eleonore Korver lernte ich ihn privat in Palma kennen. wir bekochte beide. Das gespräch lief. Und zum ersten Mal, sah ich ihn gerührt. Eher traurig. Er beklagte sein langweiliges Privatleben. Immer wieder die Münchner Prinzessinnen an seiner Seite, stöhnte er. Das Getue für die Oberschicht. Immer wieder lächeln, an die Umsätze denken. Das war ihm auch zuwider. Aber eben nicht nur. Sonst hätte er keine enormen Verkaufserfolge gehabt. solch eine Riesensammlung aufbauen, clever organisieren können! Das befriedigte ihn. Dachte er. Er stützte sich in Arbeit. Immer! Und nun begegnete er zwei Galeristen, völlig entspannt, unterhaltsam, wie er sagte. Kochend, Gäste bewirten ohne Erwartungen. Mit natürlichem Lachen. Albernheiten zeigen. Tja! Jeder muss sich halt entscheiden, rechtzeitig, welche Lebensqualität man will. // Dank seiner großen Sammlungs-Schenkung nach Chemnitz, entstand dort „sein“ Museum. Passend: Eröffnungsredner, Bundespräsident Köhler. Neben ihm sitzend, seine enge Freundin Eleonore Korver, Mallorca. Siehe Korver. 

Hallstein, Prof. Dr. Walter. (1901-1982). Er wurde erster EU (damals EWG-) Kommissionspräsident. (1958-1968 ). Ledig und Schwul. Das wurde damals so nicht genannt, claro. Nicht in die Öffentlichkeit getragen, so wie ich es hier mache, in 2020. Kein Problem halt. // Vorher war er enger Vertrauter von Bundesaussenminister Adenauer als Staatssekretär. // Ein enger Freund von mir, Medizinstudent Jeff, später Chirurg, war eine gute zeitlang sein Freund. Es gab Treffen in Hausteins Haus, in der Eifel. // Und es gab diese lustige Geschichte von CDU-Walter Hallstein mit Konrad Adenneuer und seiner Zeit als Staatssekretär unter Adenauer, mit anwesenden Journalisten. Seine Zusammenarbeit mit Adenauer gelang immer gut. Und so wurde Adenauer von Journalisten gefragt: Herr Adenauer, Sie wissen doch, man sagt, der ledige Walter Hallstein sei „anders herum“! Und sie arbeiten sehr eng mit ihm zusammen? Der damals schon recht alte Adenbauer antwortet nach einigem Hin und Her: Meine Herren, solange der Hallstein mich nicht anfasst, ist es mir egal! Kann aber auch sein, das dies ich dies verwechsle. Es passt auch zu dem Junggesellen Erich Ollenhauer…(1901-1963). SPD- und Fraktions-Vorsitzender von 1952-1963. Oder zu Außenminister Heinrich von Brentano?….

Hänseroth, Prof. Dr. Albin ( 1939-2004) & Dietrich Hainz. Musik richtig zu hören, das lernte ich bei diesen beiden Freunden. Wenn es sein mußte, auch mit Klavierauszug. Etwa, um mir zu beweisen, wie falsch ein Superstar wie Maria Callas oft sang. Wenn auch dramaturgisch überzeugend, emotional stark, uns alle erreichend. Als Gegenüberstellung wurde dann ein anderer Weltstar vorgespielt: Joan Sutherland. Edita Gruberova kam erst später dran. Sie entthronte die Sutherland. Gerade Hänseroth wollte mir nicht folgen anfangs, wie stark ich die Gruberova fand. Nun ja, fachliche Argumente konnte ich nicht gut bringen. Aber mein Bauch- und besonders mein gutes Hörgefühl, das war halt Argument genug. // Jahre danach lernte Hänseroth die Gruberova aus beruflichen Gründen kennen und -schätzen. Sie wurden Freunde. Daher sagte Gruberova nie ab, wenn Hänseroth sie unter Vertrag nahm. Als Intendant. // Alles hörten wir mittels Schallplatten oder CD,s. Davon gab es tausende in deren Altbau-Etagen-Wohnung! Über viele, viele Jahre ging das so. Auf dem Roten Berg, 4, Kölner Altstadt, wohnten sie. Freier Blick auf den Rhein, dank einer Baulücke. (Später, wohnte über Ihnen, in der Giebelwohnung, Alice Schwarzer). // Albin,s Heimatstadt war Mönchengladbach. Die Eltern waren Inhaber einer Leiterfabrik. Die Mutter von Albin und die Mutter von der ebenfalls aus dem Ort stammenden berühmten Konditorei Heinemann, Mchnglb./Düsseldorf, kannten sich gut. Und amüsierten sich über deren klugen Söhne, die „anders herum“ waren. So sagte man damals. // Albins Bruder übernahm die Leiterfirma. Und – fuhr sie gegen die Wand. So mußte Albin sich mit seinem Professoren-Gehalt und mit Musikkritiken finanziell einsetzen. Das hieß – viel Arbeit. Ausgerechnet der ihm damals, intern „verhasste“ und intellektuell bekämpfte Springer-Verlag ermöglichte sein Zusatzeinkommen. // Glück für mich: Albin fuhr ich sehr, sehr oft zu Musikpremieren. Ob nach Köln, Düsseldorf, Bonn, Essen, Amsterdam oder Brüssel etc. Aber auch zum Musiktheater Gelsenkirchen. Damals noch unbekannt. Für mich als Galerist, eine zusätzliche Entdeckung: Überall gibt es dort als Architektur-Deko, wunderschöne Ives-Klein-Objekte. Sein berühmtes Blau. Zig riesengroße Wandtafel! Unvorstellbar heute, es zu bezahlen. Damals in den 60.ziger Jahren, ein Eröffnungs-Skandal. Der Architekt Werner Ruhnau hatte sich aber durchgesetzt. // Über Albin Hänseroths überregionalen Musikkritiken in der „Die Welt“, gewann dieses Haus an großem Ansehen und Akzeptanz. Auf einmal schrieben alle großen, überregionalen Medien über sie! Intendant, der großartige Claus Leininger ab 1977. Entdecker des Opern-Regisseur Dietrich W. Hilsdorf. Bis dahin war Hilsdorf nur ein Theaterregisseur. Hilsdorf ist hochrenommiert heute. // Es spricht für das musikalische Gefühl und Wissen von Hänseroth, das er diese Adresse „Hochschrieb“.// Seine zweite Presse-Freikarte wurde für seinen Freund Dietrich Hainz eingesetzt. Eine andere für mich organisiert, Oder auch für den noch heute von mir hoch geschätzten Musik-Wissenden und Freund Alfred Claassen. Siehe unter Claassen. // Diese vielen Musiktheaterbesuche, über zig Jahre, brachten mir viel. Nämlich Wissen, besseres Hören, Erkennen. Auch auf den „Graben“ (Orchester) zu achten, wie Hänsreoth immer sagte. Typisch für ihn – leise sprechend aber bestimmend. Die Unterschiede von Dirigenten lernen. Lernen. Jawohl! Von wegen nur auf Sänger/Innen hören! Albin war zäh. Unnachgiebig. Geschwafele mochte er nicht. Tratsch schon. Doch da lass ich hier mal lieber die Finger von. // Dietrich, sein Freund, war ein ebenso großer Kenner der Musikszene. Ja, er unterstützte fachlich oft Albin. Und ich saß soooo oft daneben! Auch, weil ich mindestens einmal pro Woche bei Ihnen zum Essen abends eingeladen war. Dietrich war ein begnadeter Koch. In seiner kleinen Küche zauberte er Unglaubliches! Aber nicht nur für uns Drei. Für zig Gäste. So kam Pina Bausch mit Tänzern. Vorbesprechnungen für ein Engagement in Barcelona, am Opernhaus „Gran Teatre del Liceu“. Dort war Albin ab 1990 künstlerischer Direktor. Das Liceu ist keine staatliches Haus. Es gehört 50 vermögenden Familien. Doch das Opernhaus war in finanzielle Schieflache geraten. Hänseroth sollte es sanieren. Die weltberühmte Montserrat Caballé sprach lange Zeit nur, „von dem Deutschen“. Sie war sauer über Albins Aufgaben, Sparmassnahmen. Der Riesenblumenstrauß am Flughafen zur Begrüßung wurde gestrichen, etwa. Sie schäumte. Statt mit Chauffeur fuhr man die Gute, aber verwöhnte, mit dem Taxi. Ihr Bruder, ein erfolgreicher Musik-Künstler-Agent, wurden etliche Privilegien gestrichen. Na klar. Es war ja bisher auch Korruption im Spiel! // Recht oft waren JCB und ich nach Barcelona gedüst, um in der Intendantenloge Musik zu genießen. In seiner Ära brannte das Opernhaus ab! Weltnachrichten! Wahnsinn.// Hänseroth wechselte als Nachfolger von Peter Ruzicka als Intendant zur Hamburgischen Staatsoper. (1995-1999). An deren Anfangszeit ich mich noch gut erinnere: Albin setzte – gegen die Stadt Hamburg, einen neuen, jungen Dirigenten durch, Ingo Metzmacher. Ein hochkluger Familienpapa, Höflisch, aber stark in seinem fachlichen Auftreten. Ingo Metzmacher schmiß ein Drittel der Geiger raus. Ein Skandal damals. Die Medien schrien. Metzmacher sagte öffentlich: ich kann nicht mit Beamten Musik schaffen. Nur mit Musikern! WOW! Nun beobachteten alle den Zirkus von Hamburg! Es kam die erste Vorstellung: Riesenbeifall. So blieb es in der international dann folgenden Kariere des Ingo Metzmacher. // Doch Albin erzählte uns immer, er will nach Köln zurückkehren. Als Intendant. Es gelang. Er wurde 1999 Nachfolger des renommierten Mit-Gründer und Intendanten, der Kölner Philharmonie, Franz Xaver Ohnsorg. Bis zu seinem Krebstod 2004. // Besonderen Dank geht an Alfred Claassen. Unser Freund, der diskret ihn betreute, pflegte. Wie er auch dies Jahre vorher schon bei Albins Freund Dietrich Hainz tat. Noch heute gilt auch meine Verehrung, mein Vertrauen zu Alfred. Siehe Claassen 

Hänseroth Freund Dietrich Hainz. (1946-1995). Besondere freundschaftliche Nähe aber hatte ich zu „seinem“ Dietrich. Ihm verdanke ich das Differenzieren können über Musik. Er war es, der auch die POP-Musik bestens kannte und sie einsetze: Dietrich kreierte unzählige Musikkassetten. Auch oder besonders, für mich. Sie alle besitze ich noch. (Siehe Kassette für Opern-Weltstar Rita Streich, Sohn Franklin Berger ). Oft wechselte er Pop- und klassische Musik ab. Seine Begabung: Er fand die gleiche emotionale Linie für beide Stilrichtigen. So gut, das Radio Südwestfunk ihn kopierte! // Klasse diese Essens- und Musikabende, mit anderen, wo reihum jeder ein ca. 3Minuten Musik-Stück nennen musste, was Dietrich dann aufzeichnete. Alle bekamen dann wunderbar gestaltete Collagen auf den jeweiligen Musik-Kassetten. // Oft brauchte man Dietrich, etwa am Theater an der Ruhr, in Mülheim, gegründet 1981 von Intendant Roberto Ciulli, für Musikuntermalungen. Kontakt kam über seinen Schauspieler, Volker Roos, dem eigenwilligen. Ihm war immer suspekt, das ich Haushaltszahlen usw. nennen konnte. (siehe Rubrik Über mich“, mein Vater). Oder Reiner Klingenfuss, TV Regisseur von Vorabendprogramme, ließ sich beraten und Musik aufspielen. Oder auch Pina Bausch nutzte sein Können. Wie auch der „bekloppt-gute“ Inhaber der Kölner Filmdose-Theater, Walter Bockmayer. Allerdings nutze er ihn auch zum Nähen der Deko für deren Mini-Bühne. Nun ja, selbst der FDP-Innemnister Gerhard Baum tauchte dort auf und amüsierte sich, wie der damals unbekannte pummelige Dirk Bach beste Komiken ablieferte. Herrliche Zeiten waren das! // Leider verstarb Dietrich Hainz mit jungen Jahren. Sein galliger Humor, seine Musikkassetten, die Unterweisungen über klassische Musik, ein Glücksfall. Dietrich, nie werde ich Dich vergessen! Skizzen vom 23.03.2020 – sein jährlicher Todestag.

HeeremannConstantin Heeremann von ZuydtwickSpäter wurde er Bauernpräsident. Und CDU-MDB, Münster. Über Edzard van Delden, Antiquitäten in Osnabrück&Münster, und JCB lernte ich ihn kennen. Seine pragmatische Schwester „Floh“, war Vorsitzende der „Bauernfrauen“. Schwester „Moni“, ohne Arbeit, glaube ich. „Pflichtübung“ am Nikolaustag: seine Kartoffeln zu essen in seinem Münsteraner Stadtschloss. Und dies zu beklatschen. War auch alles amüsant. Nie langweilig. Nie dumm! Interessant, weil etwa ein Freund des Hauses, Prinz von Bentheim, von seinem Einsatz mit Besuchen im Gefängnis, für die Resozialisierung von Gefangenen berichtete. Gerne war ich einige Male dabei. Das ist aber diesmal wohl ein wenig Namedropping…

Hilbert, Dr. GerminalKünstler-Agentur mit Sitz in München, Maximilianstr. & Paris, für Weltstars aus der Oper, wie auch deren Dirigenten. // JCB lernte „DIE“ Koloratursopranistin Editha Gruberova über ihn kennen. JCB bekochte sie, in seiner Terrassenwohnung auf Ibiza, in Can Furnet. Gruberova hatte auch in Ibiza ein zweites Zuhause. Wunsch des Welt-Stars, immer wieder: Spaghetti mit Tomatensoße. Die Gruberova trat am 27.03.2019, im Alter von, tatsächlich, 72 Jahren, im Opernhaus München, von der Bühne ab. JCB&ich waren dabei, an meinem Geburtstag. Der Intendant kniete nieder und überreichte ihr einen Riesenblumenstrauß. Transparente hingen an den Balkonen. Es war ein grandioser, guter und emotionaler Abend. Auch wir waren gerührt! // Bekocht haben wir Germinal nur auf Ibiza. Auch dort wollte er nicht gerne in Restaurants. Das mußte er ja oft mit Künstler und Intendanten etc,. beruflich. Erfreut waren wir, wenn er seine Gäste mitbrachte. Ob Künstler, ob höchste Persönlichkeiten aus Paris oder sonstige interessante Menschen. Oder wir wurden von ihm bekocht auf Ibiza, in seinem alten, wunderschönen Herrenhaus mit großzügigem Park. Mit dem Auto fährt man vorher an einige andere Fincas vorbei. Alte Bauten oder hochmodern. Etwa ist dort seit 2015 der neue Design-Kasten von dem bekannten Fussballer und Trainer, Zinédine Zidane. Seine zwei Haushälften sind mit einem Glastrakt verbunden. Dort sieht man von der Strasse, ein breite Treppe, die in die erste Etage führt. Manchmal sieht man auch breite Schultern, von dem Ex-Fussballer. Und – in Badehose oder Unterhose. Kein Witz! Seltsames Haus. // JCB gab etliche Einladungen zu seinen Geburtstagen. Ob in Köln, München oder auf Ibiza. Dann kam auch Germinal dazu. // Germinal Hilbert ist ein gut aussehender, intelligenter Ästhet, weltweit vernetzt mit Rotschild, in Paris und diese Kaliber. // Eine wunderbare, elegante, höfliche Persönlichkeit. Und ein guter, langjähriger Freund. Der uns auch so manche Tickets in Europa besorgte, wenn es hieß – Ausverkauft. Oder sein attraktiver Stellvertreter Andreas Dellert, hilft. Herrlich, Top-Fachgrößen aus dieser Branche nahe zu kennen. 

Edita Gruberova. Letzter Auftritt eines Weltstars in München, am 27.03.2019. Im Alter von sagenhaften 72Jahren. Eine Top-Ausnahmegröße! Ihr Agent: Dr. Germinal Hilbert. Dank seiner guten fachlichen Beratung und Vermittlung, konnte es zu solch einer sehr langen Sänger-Karriere kommen. 

Siehe Wikipedia.

Jordan, Don Franklin.  Journalist. Sein Vater war der letzte deutsche Botschafter auf Kuba, unter Bundeskanzler AdenauerFidel Castro trug ihn als Kind auf dem Arm – Zitat Don Franklin J. Jahrelang war er Gast bei Werner Höfer&Co, beim ARD Frühschoppen. Als USA-Bürger, da er dort geboren wurde. Als er dort lebte, jung war, fuhr er, der hellhäutige, mit Chauffeurmütze, seinen farbigen Freund, hinten sitzend, beleuchtet, provokativ herum. // Über ihn lernte ich den Aussenminister Willy Brandt kennen. Im Restaurant Ria Maternus, Bonn/Bad Godesberg. Die „Wirtin der Bonner Republik“. Zitat Welt 01.12.2001. Willy Brandt feierte dort seinen 60.Geburtstag 1973. Letzter Gast bei Ria: Michail Gorbatschow. Vorher trieben sich dort herum etwa Konrad Adenauer und Ludwig Erhard, Helmut Schmidt und Horst Emke. (Siehe auch oben: Blau & Bundeswehr. Don F. Jordan hilft). Meine Mutter Emmi und er verstanden sich richtig gut. Beschenkten sich mit Aufmerksamkeiten, wenn Don in meine Düsseldorfer Galerie kam. Nun genießt er mit seiner eigenen Familie in Bonn, die Zeit der Reifeflecken!

Kirchhoff, Bodo, Autor. Treff und Gespräch in Santa Ponsa, Mallorca! Der erfolgreiche Immobilien-Mogul von Mallorca, Lutz Minkner, veranstaltet in seinen Büroräumen „Kunstausstellungen“. Das ist ganz nett. (Bei mir kaufte er andere Kunst, internationale Qualität….) Bei Minkner war Treffpunkt für auch interessante Geister manchmal, oder eben halt seinen Kunden. Großzügig war es immer dort, was Essen&Trinken betreffen. Und so tauchte auch (wohl sein Kunde) Bodo Kirchhoff auf. Nicht ich erkannte ihn, sondern mein Partner, Theofilos Klonaris, diese Lesegröße, Buchverschlinger. Kirchhoff wirkte – mit uns – zufrieden. Und wir auch. Wir sollten uns melden, verabschiedete er sich. Das haben wir leider nicht gemacht! Doch manchmal sind kurze Treffen intensiv und gut.

Korver, Eleonore. (1935-2015). „Meine“ Niederländerin auf Mallorca! Was sie alles wusste! Über sechs verschiedene Klimazonen auf Mallorca. Welche Pflanzen man kauft: Die, welche in der Erde von Mallorca hochgezogen wurden. Über Schleichwege auf Mallorca per Auto, damit es romantisch bleibt. Denn, sie war eine richtig gute Autofahrerin. Umsichtig, wie viele Frauen. Aber auch rasend, schimpfend ( auf holländisch) über die lahmen Männer. // Ihr Satz: „Das ist doch wunderbar“, höre ich immer noch. // Ritual: Sie lud mich zu Gesprächen beim Essen ein. Einmal pro Monat. Die Gute fuhr mich auch zu den mir oft unbekannten Restaurants. Herrlich! // Was machte ihre Intelligenz, ihren Charme, ihre Internationalität aus? Sie war als Kind von ihrer Mutter schrecklich hart behandelt worden. Sie sollte ein Junge sein. Das hörte sie bis zum Tod ihrer Mutter! Scheußlich. // Doch Eleonore kämpfte. Sie wurde überall die Beste. Als Sprachleiterin in München bei Siemens bekam sie (berufliche) Anerkennung. Daher auch ihr gutes Katalan, ihr Spanisch, Französisch, Englisch und – Deutsch! // Ausserdem war sie Ehrenhäuptling der Siox. Jawohl! Sie fuhr alle fünf Jahre zu den Indianern nach Minnesota. Dort begann sie ihr Buch über die Sioux zu schreiben. Auf Deutsch zunächst. Ich gehöre zu den Ersten, die es als Konzept vorab lesen durften. Was für eine interessante Persönlichkeit! // Das wußte auch ihr Freund, Dr. Alfred Gunzenhauser, Top-Galerist in München. Sie brachte ihn mit zu unseren Abendessen in Palma. Er war gerührt, wie Theofilos und ich auf Mallorca lebten. Das fehlte ihm, sagte er oft. Depressiv klingend. Bei der Eröffnung seines Museums in Chemnitz, durch Bundespräsident Köhler, war an seiner Seite, in der ersten Reihe: Eleonore Korver

Kuckart, Leonhard. 1932 – 28.04.2020. Und ich schreibe diese Skizzen am 21.04.2020! Vorsitzender Kulturausschuss Landtag NRW. Als Politik-Rentner Vorsitzender der Senioren-CDU. Vater der erfolgreichen Autorin Judith Kuckart. Meine Güte, wie oft hat Leonhard Kuckart in meiner Galerie gesprochen, Anstöße gegeben. Und oft gingen wir, über Jahre, zu Gesprächs-Essen. Bei unserem Ristorante Luigi, auf der Hohe Straße. Bis heute, 2019, ist Luigi unser Favoritenwirt dort geblieben. // Kuckarts Äusserungen sind rheinisch offen. Das produzierte nicht nur (CDU) Freunde! Gerade, weil er über Berufskollegen spricht. Provozierend war auch sein Vorschlag, einen Picasso zu verkaufen, wegen schiefer Haushaltslage, der dem Landtag gehörte. Ein Aufschrei folgte in den Medien. Aber es folgten auch Anstrengungen, der NRW-Haushalt besser zu organisieren. Eine spannende Geist-Größe! Immer auftretend seiner Freundin, mit der schönen, aparten, mit Stil gekleideten Dame – S. Ehefrau a.D. von einem VW-Finanzchef?

Krämer, Günter. Intendant Schauspiel Köln 1990-1995. Generalintendant Kölner Bühnen1995-2002. Ein Schlachtroß der west-europäischen Bühnen! Was sind wir doch oft zu seinen auswärtigen Premieren gefahren! Und in Köln gab es immer vor einer Premiere in seinem Büro, Drinks. Bevor jedoch Krämer eine Intendanz in Köln haben konnte, mußten Bedingungen beachtet werden. Normal. Hilfreich dabei war, den Dschungel der Entscheidungsträger von Köln zu durchqueren, der berühmte Soziologe Prof. Alfons Silbermann. Ein Durchblicker. Vor Krämers entscheidenden Gespräch mit der Stadt Köln, gab es deswegen ein Arbeits-Essen im Hotel Ernst, in den Hanse-Stuben, mit Silbermann. Krämer nahm mich mit. Auflage, nichts durfte ich sagen. Nur zuhören sollte ich, damit auch kein Detail verloren ging. Skizzen lehnte Krämer ab. Er wollte konzentriert sein, beim zuhören von Silbermanns Einschätzungen. Das war auch eine Lehrstunde für mich! Einzelheiten gehören natürlich nicht hierher. // Gerne besorgte uns Günter Krämer schwierig zu erhaltene Eintrittskaten. Bezahlen mußten wir selber. Gut so. Wir reden über staatliche Häuser! // Ab und dann bekochte ich ihn auch, mit seinen Schauspielern. Nach den Proben etwa kam er mit der oft verpflichteten Ingrid Andree, und Martin Reinke (1992). Zu dieser Zeit wohnte ich auf der Kölner Subbelratherstrasse. Dabei, als Gast, ein Freund, Jürgen Roy. Abteilungsleiter im Polizeipräsidiums. Ein wacher, kluger. Aber kein Diplomat. Er sagte zu Krämer, als ich gerade die Teller mit einem Eintopf füllte: Wegen Ihnen Herr Krämer, gehe ich nicht mehr ins Kölner Theater! Mir viel die Suppenkelle aus der Hand. Stille. Dann standen alle drei Theaterleute auf und gingen, ohne ein Wort zu sagen. Rums! Diese Situation änderte zwar nix an meinem guten Kontakt zu diesen Leutchen. Doch peinlich war es allemal. // Wenn 30% der Zuschauer buhten, war Krämer zufrieden. Sein Markenzeichen halt, sagte er. // Doch in Paris, an der riesigen „Opéra Bastille“, kam es mal anders. Dort war er der erste Deutsche, der den kompletten Richard-Wagner-Ring herausbrachte. Fast alle 3.000 Gäste buhten. Wir sieben Freunde aus Köln natürlich nicht! Sprachlos gingen wir alle ins gemeinsame Hotel, um die Ecke. Dieses meganegative Erlebnis ließ ihn pausieren. Sich sammeln. Normal. Erst ein Jahr später führte er wieder Regie. Wenn auch nicht mehr an den „großen“ Häusern. das war vorbei. // Gerne bin ich in seiner freundschaftlichen Nähe. Opern-Stars wie Trudeliese Schmidt, Düsseldorfer Opernbühne, mochten sich das damals nicht vorstellen. Und sagten mir das auch ins Gesicht. Doch sie wußten nicht von meiner Rolle bei ihm! Etwa besorgte ich ihm, über JCB, bzw. seinem Bruder Friedrich, einen hochkarätigen Reemtsma-Manager und Vorstandsmitglied, in Hamburg, schnellstens fast 500.000DM, damit Krämer seine 60-Personen-Bühne im Foyer in Köln bauen lassen konnte. Auflage, der Name, drei Jahre lang: WestEnd-Theater. Nach der Zigarettenmarke, die Friedrich bei Reemtsma betreute, bzw. pushte. Tja, Vorsicht bei Nichtkenntnissen, ihr Besserwisser! // 

Dr. Nikolaus Lehnhoff, internationaler Regie-Kollege, und er, mochten sich nicht besonders. Lehnhoff wirkte für Krämer zu elitär, zu elegant , zu oberschichtig. Krämer wirkt eher rauhbeinig. // Lehnhoff war ein Kunde von mir in Düsseldorf. Es gab eine gute Nähe. Lehnhoff war zu Beginn seiner Weltkarriere Assistent bei Wieland Wagner in Bayreuth und Berlin. Siehe Buch „Anja Silja“, Seite 162. Danach ging er als Assistent an die MET, New York. // Mein guter Kontakt zu ihm nutze mir, da ich nach Glynborne zu den Festspielen endlich mal wollte. Dort führte Lehnhoff jahrelang Regie. Bei der Eigentümerfamilie Christie und in der Fachwelt war er hoch angesehen. Deren Privatgast. // Lehnhoff besorgte für Krämer, meinem Kumpel Dr. Klaus Grimmelt und mich, Eintrittskarten mit VIP-Bändchen. // Grimmelt war ein ehemaliger guter deutscher Eiskunstläufer, mit erstem Dreifachsprung!, Sportarzt heute. Extrem viel wissend über klassische Musik, was Krämer auf der Reise schon mal nervte. Aber für mich war er ein Guter, ein wandelndes Lexikon! // So konnten wir uns in den Pausen auch im Eigentümerhaus der Christies bewegen. Schöner war es, weltbekannt, auf dem Rasen zu picknicken. Unglaublich, aber wahr, das „feine“ Herrschaften mit Butler, Silber, teurem Porzellanen, auf eine Decke sitzen, sich quälen, verrenken und pausieren. // Mit dem auch umstrittenen Krämer, der noch Regie führt, wie etwa in Wien 2017, Verdis Don Carlos, simse ich immer noch. Egal ob er bei seinem langjährigen Freund Richard in Kalifornien ist, in seinem Ferienhaus auf der griechischen Insel Tinos, oder in seinem tollen, großen, geschickt modern ausgebauten Hinterhof-Haus in Berlin. // Seine Ehefrau Elke, verheiratet mit ihm, seit dem legendären Bewerbungs-Einweisungs-Gespräch Silbermann/Krämer. Mittlerweile ist sie 80 geworden 2019, lebt in Mannheim – immer schon. Beide haben ein gutes, freundschaftliches Win-Win-Verhältnis. 

Kruse, Prof. Dr. Alfons. Museum Heinrich-Heine-Instut, Düsseldorf. Auch er eine wirkliche, blitzgescheite, anerkannte Größe. Damit an Roger Willemsen erinnernd. Schlagfertig, flinke Zunge. Mit Organisationstalenten. Mit Stil. Die Bildung quilt ihm aus allen Poren. Nicht korrektes, was immer das ist, ließ er nicht durch. // Seine Interessen sind breit gefächert. Töchter und Ehefrau stützen ihn. // Es war immer unterhaltsam, in seiner Nähe zu sein. Von ihm habe auch ich einiges gelernt. Abgeguckt. Unser Freundeskreis Heinrich-Heine, wo ich stellv. Vorsitzender war, nervte ihn manchmal. Zuviel Medienrummel, sagte er. Wobei wir ihm auch Druck machten für irgendwelche Benefiz-Projekte. Na klar. Lästig. 

Lozano, Luis, Palma. Mein privater Sprachlehrer für Spanisch. Ein Sprachlehrer ist erwähnenswert?!? Ja klar. Ohne ihn wäre ich nicht bei der Mallorca Zeitung angenommen worden. Schließlich musste ich mich auf Spanisch bewerben. Da nützte es auch wenig, das ich die obersten zwei Bosse privat gut kannte. Von ihnen oft eingeladen war – als Galerist. In Alicante thronend, „Jon“, Antonio López Ruiz de Zuazo mit seiner Dóna Gurutze. Stolz zeigten sie ihre Finca, und den Vorratskeller: Gefühlt 40.000 Lebensmittelkonserven sah ich. Ohne Kommentar. Deren Villa liegt in einem abgezäunten Areal, für Top-Einkommensleute. Mit Golfplatz natürlich. // Und in Palma wirkte der Medien-Direktor José Manuel Atiénzar und seine Dóna, die herrlich Wilde, gut tanzende Isabel. // „Atiénzar“ empfing mich an der Türe, am Tag des Vorstellungsgespräches. „Siegfried, ich grüße Dich. Zuständig ist aber der Abteilungs-Direktor, Arturo Ramos“. (Verheiratet mit einer aus der Inhaberfamilie). // Wie ich schon erzählte, wurde zu oft für mich auf Mallorca seit Jahren Katalan bzw. Mallorquin gesprochen. Ich verlor meine Selbstsicherheit in Spanisch. Also mußte ich einen Crash-Kursus machen. Privat, ein auf mich zugeschnittener Einzelunterschrift. // Der mir gut bekannte, sympathische Redakteur des Mitbewerberblattes, des Mallorca Magazin, Alexander Sepasgorian, heute Chefredakteur, empfahl Luis Lozano. (Alexander wurde Chef-Redakteur Dezember 2018. Sein Vorgänger Bernd Jogalla, ein Netter, wohl Mitte 50, kam von der Beerdigung seines Herausgebers/Inhabers nach Hause und – starb! Sagenhaft! )// So kam ich zu Luis, der perfekt Deutsch sprechend, ehemaliger Geschäftsführer einer spanischen Firma in Berlin und ehemaliger Tenor der Opernwelt war. Das brachte mich, dem wissenden Klassikmusik-Liebhaber, schnell näher zu ihm. Er trimmte mich jeden Tag, drei Wochen lang, je 4Stunden. Zweimal kippte ich in seiner Wohnung vom Stuhl. Zusammenbruch! Und er? Klatsch, klatsch landeten seine Hände auf meine Wangen. Er hob mich hoch und sagte: „wir machen weiter“. Oh Mann. Das war hart. Aber auch er hatte den Ehrgeiz, das ich es schaffen muß mit der Bewerbung auf Spanisch. Zwei junge Mitbewerber galt es raus zu kegeln. Es gelang. Natürlich auch, weil ich durchhielt. Das darf ich schon selber sagen. // Neun Jahre arbeite ich erfolgreich in diesem Verlag EPI Mallorca Zeitung. // Dank für den Vermittler, Alexander SepasgorianBesonderen Dank und Verehrung aber gilt meinem sympathischen, starken, „reifen“ Lehrer, Luis Lozano. Noch heute simsen wir. Etwa zum neuen Jahr 2020. 

Lüdecke, Wenzel, Filmproduzent, Berlin. (1917-1989). „Peinliches“. Seine Firmen: „Inter West Film“ – mit Star Horst Buchholz, „Berliner Synchron“, bis heute einer der bedeutendsten Synchronstudios. // Als ich noch blond und schön war, wurde ich von einem Freund, Walter Ambrock – erst Schauspieler, dann Geschäftsführer bei Wenzel Lüdecke – mit in Lüdeckes Grunewald Villa, mitgenommen. Zwei Diener mit weissen Handschuhen goßen Unmengen Champagner in große Weinkelche. Irgendwas gab es zu essen am Kaminfeuer. Mein Gastzimmer: Der Anbau für Horst Buchholz. Der junge, hübsche Buchholz selbst war nach der Fertigstellung ausgezogen, abgehauen. Dank gibt es bekanntlich selten. Allerdings ist es ebenso bekanntlich schwer zu Beziehungen anderer etwas Richtiges zu sagen. // Er war eine zeitlang doch wohl sicherlich glücklich, das Wenzel Lüdecke ihn vom Herumstreunen am Bahnhof Zoo, heißt es, – wahrscheinlich wollte er dort aber nur immer Zigaretten kaufen – mit nahm in sein gehobenes, bürgerliches gutes Leben. Seine Welt-Karriere wurde ermöglicht. Buchholz heiratete aufeinmal – eine Frau und zeugte Kinder. // Also ich als Gast in Berlin. Es war Herbst. Angereist war ich mit einem türkisfarbenen Pullover von JCB. Ohne ihn zu fragen. Doch mochte ich gerne seine Sachen anziehen. Wie auch JCB dies gerne tat mit meinen. Unsere Figuren waren damals noch gleich. Ein Butler zog ihn mir im Laufe des Abends aus und – warf ihn in den Kamin. Nein! schrie ich, weinte und lief aus der Villa. Walter Ambrock holte mich zurück. Schrecklich war das. Peinlich. Der geliebte, geliehene Pullover war verbrannt, wie auch andere Kleidungsstücke der anderen. // In der Nacht wurde es dann nochmals unangenehm für mich. Das Telefon klingelte. Wenzel Lüdecke sagte zu Walter, er könne nicht schlafen. Ich sollte zu ihm kommen. Der neben mir liegende Walter stand auf und brachte mich zu ihm. Er schlug die Bettdecke auf und sagte, komm. Also wirklich! Das konnte ich nicht. Ich drehte mich wortlos um und ging in mein „Horst-Buchholz-Zimmer“. Nichts gegen angesehene Prominente. Doch das reicht mir einfach nicht. Es war nicht nur lustig dort! Ein Schock für mich, dem jungen, unerfahrenen Menschen.

Manni Müll“. Müllwagenfahrer, Leiter der Kehrtruppe, auf der Hohe Straße, Düsseldorf, wo meine Galerie war. (1978 – 1999). Er ist eine Persönlichkeit! Und er ist ein guter Freund – bis heute. Manfred Spiegler, verheiratet, eine Tochter, 2020 immer noch ein attraktiver Typ und guter Handballer, hat ein ausgesprochen gutes Urteilsvermögen, was Bilder „sehen“ und was Menschen angeht. Künstler wie Prof. Immendorff , Becking, Dziersk, Roese und viele, viele andere Personen, lernten ihn über mich kennen. In Orange, seiner Berufskleidungsfarbe. Sie akzeptierten ihn. Mochten seinen klaren, gesunden Menschenverstand, seine direkten Aussagen. Auch zu deren Kunst! Das war immer unbeschreiblich gut. Beeindruckend. Er kann Bilder „lesen“. So etwa als ein Künstler Bilder für eine Ausstellung aufhing. Manni sagte: Hey, was ist denn auf den Bildern los? Warum malst du so viele Muschis, so viele Penise? Hast du ein sexuelles Problem? Der 35. jährige Künstler, ein Mannsbild, wurde blass, sah mich an. Ich zuckte mit den Achseln. Anmerkung: Zwei Wochen vorher erzählte mir dieser Künstler, er wäre wohl impotent! Natürlich hatte ich das keinem weiter erzählt. Galeristen sind oft Betreuer, oder Krankenschwestern. Von wegen „nur“ Müllwagenfahrer! Vorsicht! 

Münchhausen, Carlota Baronin von. Mit einem Schlüsselsatz von der Baronin nicht nur für mich: Lernt Sprachen, dann kommt ihr überall durch! Carola von Münchhausen lebte auf Mallorca mit Ihrem Mann. Leider verstarb er 1984. So lebte sie alleine in einer kleinen, unscheinbaren Finca. In Marratxinet, in der Nähe von Santa Maria. Bis sie kurz vor Ihrem 100.Geburtstag unerwartet starb. // Über meine Freundin Dr. Christiane Meine lernte ich die Adelige kennen. // Christiane Meine lebte mit Ihrem kanadischen Mann, Prof. Dr. – Name gerade nicht präsent, einem Atom-Wissenschaftler, in einem Riesen-Apartment, damals am Stadtrand in Palma. Direkt am Meer. // Seit ca. 10 Jahren lebt sie nach dem Tode Ihres Mannes, in Leipzig. // Also, Christiane Meine berichtete über ihre Freundin, diese Baronin mit dem weltbekannten Namen Münchhausen. Ihre verwandtschaftlichen Beziehungen sind in Wikipedia leider nicht beschrieben. Dort wird nur von dem“Lügenbaron“ berichtet. // Hier also meine Erinnerungen. Genauere Infos bekam Holger Weber, stellv. Chefredakteur der Mallorca Zeitung. In seinem ganzseitigen Beitrag nachzulesen vom 20.11.2008. Siehe unten. // Stark, was die damals flüchtende, sechssprachige Adelige aus dem Estland erlebte, auf der Flucht vor der Enteignung Ihres Schlosses. Ihr Mann und sie flohen nach Schweden, ihrem Geburtsland. Mit einem vierspännigen Pferdewagen. Voll gepackt. Abgedeckt waren die wertvollen Dinge mit umgedrehten Teppichen. Wie erwartet, hielten Russen sie an. Vergewaltigt wurde sie nicht, wie damals üblich. Sie nahmen aber zwei Pferde mit – und – alles was nach Gold aussah. // Das Ehepaar fuhr mühevoll weiter nach Schweden. Wie für alle Flüchtlinge, eine schreckliche harte Zeit! // Dort meldete die Adelige sich beim schwedischen Königshaus. Nicht ihr Mann. Der sei ein stiller gewesen. Und sie bot die sechs Wand-Teppiche im Riesenformat an. SIE waren es, die ungemein wertvoll sind, historisch einordbar. Und daher hängen sie im großen Krönungssaal. Manchmal kann man sie im Fernsehen bei öffentlichen Veranstaltungen sehen. Die geraubten anderen Sachen auf ihrem Fluchtwagen waren eher nicht so bedeutend. Schmerzlich sind trotzdem die Erinnerungen daran. // Mit dem „Tapisserie“-Geld (Wand-Teppich-Geld) kaufte sich das Ehepaar auch einen alten VW-Käfer. Mit diesem fuhren sie nach Mallorca: sie wollten nur noch eins: Ruhe und Sonne! Zunächst wohnten sie in einem Haus, in der Cala Mayor, neben dem berühmten Maler Joan Miró. Das erzählte sie eher leise. Lieber garnicht möchte sie das berichten, mit diesem Weltnamen. Miro erwarb nach fünf Jahren deren Haus. // Was für eine Geschichte, dachte ich und – auch Holger Weber. Dem stellvertretenden Chefredakteur meiner Mallorca Zeitung, trug ich diese Lebensgerschichte vor. Sofort wurde ein Termin organisiert mit der Baronin von Münchhausen. // In ihrer Finca akzeptierte sie alles, nur nicht ein nerviges Kind der Fotografin. Fast wäre alles abgebrochen worden. Wie konnte diese Profi-Fotografin zu solch einem Berufstermin, bei einer sehr alten Dame, ihr plapperndes, wildes Kleinkind mitbringen! Da ich als Vermittler dabei, schnappte ich mir das Kind, um deren Unruhe zu unterbinden. Das Interview ging weiter. // Der – grundsätzlich ruhige – gebildete Holger Weber verstand sich gut mit der Baronin von Münchhausen. Dem gedruckten Interview vom 20.11.2008 sieht man es an. Bravo, Holger Weber! Stand 16.Mai 2020. Kopie Interview: https://www.mallorcazeitung.es/gesellschaft/2009/02/19/mallorca-residentin-98-jahrige-baronin-carlota-munchhausen/14488.html?fbclid=IwAR0AavZSSVdG68DhOhjBRVypyIWWOcyAd7daxQg7ZFU6U33Q8F392KTfGUU

Nagel, Ivan. (1931-2012). Ein Universalgelehrter. Ein Glücksfall für mich. In Hamburg lernte ich ihn in einer Bar kennen. Ohne ihn erkannt zu haben. 1972 war er gerade Intendant in Hamburg geworden. Sein „Oskar-Schlemmer-Kopf“, dieser große Glatzenschädel, seine Augen, seine ausstrahlende Klugheit, das zog mich an. Seine leise Art zu sprechen, eher schamig nach unten guckend, erreichte mich. Daraus entwickelte sich eine jahrzehntelange Freundschaft. Auch war er mehrmals mein Übernachtungsgast, damals in Düsseldorf. // 1979 nahm Ivan Nagel mich mit zu Claus Peymanns Start im Bochumer Schauspielhaus. Anschließend gab es einen private Gesprächsrunde am runden Tisch. Dabei , u.a. Peymann, Fritz Raddatz, Ivan Nagel und halt ich. Sagte ich etwas? Nein. Zu hoch gestochen alles. Irgendwann sagte Raddatz zu Nagel: „Ivan, sag Du doch auch was zur Premiere“. Das tat Nagel. Wenige Sätze. Danach wurde sofort die Runde aufgehoben…..// Oder später einmal bekochte ich Ivan Nagel in meiner Terrassenwohnung in Palma, mit seinem Chauffeur-Freund. Theofilos Klonaris war dabei, der große Bücher – und Filmwissende u.a. Nagel war Gast in der Mallorca-Finca der Suhrkamp-Tante Ulla Berkéwicz, Ehefrau von Verleger Siegfried Unseld, um ein Buch zu Ende zu schreiben. Wir aßen am Tisch, ausser Nagels Fahrer-Freund. Er lag auf meinem Bett um Fußball zu gucken. Dort servierte ich ihm meine Kochkunst. Alles gut, da unsere Gespräche das Wichtigste waren. // Das erste Buch, was er mir in Düsseldorf als mein Gast schenkte: Ein aufwendiges Hitchcock-Ausgabe. Dann, nach 1988 – „Autonomie und Gnade“. Über Mozarts Opern. // Unvergessen ist seine starke, vielbeachtete Rede als kritischer Laudator für seine Freundin Susan Sontag, 2003, in der Paulskirche! Wo erlebe ich heute solche intellektuellen Größen?!

Nagorny, Christiane. 1964 – 1983. Mit 29Jahren verstorben! An Kohlenmonoxidvergiftung. Eine der traurigen, harten Erlebnisse für mich. Leider, leider verstarb die langjährige Freundin, am Tag der Eröffnung meines zweiten Kunsthandelsgeschäftes in Düsseldorf-Carlstadt. Sie wollte als Kunststudentin bei mir regelmäßig aushelfen.// An dem besagten Sonntagmittag warteten wir Freunde und Gäste auf Christiane. Zugesagte kamen. Nur Christiane fehlte noch. Unruhe. War ihr was mit ihrem Flitzer, einem MG-Sportwagen passiert? Manchmal trug sie keine Brille, obwohl eher erforderlich. // Dann rief ich ihre Mutter „Biggi“ an. Auch sie wunderte sich. Der Blumenstrauß für mich zur Eröffnung lag noch in Lüdenscheid in deren Haus, sagte sie. Starke Unruhe nun auch bei ihr. Sie rief die Besitzer der Jagdhütte an, wo Christiane am Samstag eingeladen war mit anderen jungen Freunden. Dann kam es: Die Mutter Biggi hörte, das Christiane bereits am Morgen tot aufgefunden worden war. Am Morgen! Ich rede hier über meinen Anruf zur Mittagszeit! Der gerufene Arzt hat festgestellt, Tot durch Kohlenmonoxidvergiftung. Entsetzen bei uns. // In der Nacht muß Christiane aufgestanden sein, um auf die Toilette zu gehen, da ihr wohl schlecht war vom Alkohol oder was auch immer. Da sie gut erzogen war, kniete sie sich nieder – vor die Toilette, um sich zu übergeben. Sie atmete das Gift ein. Dieses Gift ist schwerer als Luft. Daher befindet es sich unten. // Ein bitteres Thema, welches heute, 2020, nach 37 Jahren noch schmerzt. // Christiane war lebenshungrig, aktiv, klug. Ein Typ für Jeans und Flanell. Mit ihr ausgehen, herrlich. Oft war sie leichtsinnig-lustig, überdreht, lebensfreudig. Kess, auch frech, verschmitzt lächelnd. // Gegenseitig stellten wir uns neue Menschen vor. Und setzten sie für uns ein. Gingen mit ihnen aus. Oder nach Hause zu ihr, in die Kölner Ohmstrasse. Gleichzeitig „Schwitzende“ störte sie nicht. // Auch Frauen konnte sie bewundern. Stutenbissigkeit kannte sie nicht. Körperlichen Nähen konnte weder sie noch mich erschrecken, wie ich längst über mich vorher schon aufzeige. //

Nagorny & TV-Film: Irgendwann stellte sie uns einen gut aussehenden, sportlichen Burschen vor. Er schlenzte vor uns her, mit brauner Lederhose. Im Kölner „Basement“, anlässlich eines „Zeltinger-Rock-Konzertes“. Er schien eher mit sich beschäftigt zu sein. Augenkontakte waren eher schwierig. Er sagte, er sei Regieassistent. Wolle ein großer Filmregisseur werden. Das wurde er nicht. Doch brachte er ruhige, handwerklich gute, manche sagen auch, langweilige Tatorte zustande. Und wohl ein sehr guter TV-Filme. Dafür bekam er den Grimme-Preis. // Bis ihm im reifen Alter junge Regisseure vorgezogen wurden. Auch immer mehr Frauen, die ja überall aufholten. Richtigerweise. // Es gab Lebensabschnitte in den letzten Jahren, wo schon die Haare bei ihm ergrauten, da war er wohl ca. 2-3 Jahre ohne Aufträge. Zitat von ihm: Er ging zum WDR und fragte, warum er keine Aufträge mehr bekäme? Antwort: Weil kaum jemand mit ihnen zusammen arbeiten will. Sie wissen doch, wie sie sind. Sie wirken schwierig, nervig, besserwisserisch. Zitat Ende. // Warum hat er keinen Agenten, wenn er hört oder es denn selber weis, wie schwierig sein Charakter ist?! Selbstüberschätzung. // Die Entwicklung der Ehefrau wirkt oft, tja, merkwürdig distanziert. Wieso hält sie ihren Kopf immer höher?! // Ihre Fehleinschätzungen nahmen zu. // Unmöglich, das er im Beisein seiner Ehefrau, zu oft schwärmerisch über seine ehemalige Freundin Christiane Nagorny sprach! Ist das nicht verletzend für seine Ehefrau? // Außerdem war Christiane wirklich keine „Heilige“! Für uns andere, trat sie auf als ein toller, lockerer, „hungriger“ Rumtreibetyp! Auch während deren Freundschaft! Dafür gibt es Zeugen genug. Sie so zu erhöhen – albern! // Die ersten Jahrzehnte hatte ich zu dem TV-Freak ein richtig gutes Verhältnis. Er nahm mich etwa oft mit zu Dreharbeiten. Manchmal durfte ich bei nebensächlichen Szenen mitspielen. Leider wurden sie rausgeschnitten..hihi. Meine 80DM die als Statist erhielt, wurde anschließend mit allen anderen in Bier umgesetzt. // Doch warum wurde er so anders im Alter? Lag es daran, das ich mit meinen Möglichkeiten, viel erreicht hatte? Psychisch und physisch stark bin? Lebensfreude ausstrahlte? Ist dieses Ehepaar neidisch, mißgünstig geworden? Nicht nur ich glaube das. // Seine Aggressionen, Unbeherrschtheiten nahmen von ca. 2010 zu. Es wurde so unangenehm, das wir den jahrelangen „Jour fixe“ Freitagabends im Restaurant „Mainzer Hof“ beendeten. Die Ehefrau hatte sich bereits deswegen von diesen Treffs abgesetzt. Nachdem wir dort nicht mehr hingingen, löste sich dieser regelmäßige Abendtreff auf. //

Corona-Seuchen-Zeit. Am 12.05.2020 wurde ich abends im Beisein von anderen Freunden und JCB, in unserem Stamm-Restaurant mit bösen Strassenvokabular, von ihm beleidigt. Es ging vorher um meine Bitte, nicht so nah an unsere Köpfe zu kommen, es waren ca. 20 cm, sondern bitte Abstand zu halten, oder mit Maske zu reden. Daraufhin drehte er sich weg, ging zu seinem Tisch, wo seine Frau und ein Sohn saßen. Und dann, quer durch den Gastraum rief er: „Halt Dein Mund, Du Arschloch!“ Rums! // Kam eine Entschuldigung am nächsten Tag? Nein. // Das reicht nun. Ende der Freundschaft. Kreise verändert sich.

Nagorny & JCB. Auch JCB konnte es besonders gut mit Christiane, da sie, wie gesagt, auch elegant auftreten konnte. So nahm JCB sie etwa mit zu „Boso“, dem Hochadeligen, nach Vincenza. Siehe unter Boso Roi. // Die Mutter von Christiane wurde total durch dieses dramatische Todes-Schicksal verändert. Bei der Beerdigung war schon absehbar, da bahnen sich schwerwiegende Veränderungen an. // Übrigens wurde der Herr Regisseur, der nie als Freund ihrer Christiane bei den Eltern akzeptiert wurde, bei der Beerdigung in Lüdenscheid, in der Kirche in die letzte Reihe gesetzt. JCB und ich saßen direkt hinter der Familie, in der zweiten Reihe. Da stand ich auf, und holte Christianes „Freund“ nach Vorne, auf meinem Platz. Das zum Thema freundschaftliches Verhalten. Meinerseits! // Früher war auch die Mutter eine lebensfreudige Type, zog sich aber total zurück. Der immer schon stille Vater, ein Lungenarzt, zeigte nie was nach Außen. // Die Mutter bot mir noch Christianes MG-Sportwagen an. Doch ich sagte – nein. Dies zum Thema, „Nähe“. // Schrecklich, liebe Christiane, Deine Schicksal! Skizzen vom 24.03.2020, ihrem jährlichen Geburtstag. Und von unserem Trennungstag mit der Regisseur-Familie vom 12.bzw. 14.05.2020.

Nyborg, Anders. Bornholm-Mallorca. Anders Nyborg ist mein Empfehler für den Standort Mallorca! Ein Kunde aus Düsseldorf stellte den Kontakt her. Seine Bildung und das gleiche Interesse an Opern brachten uns schnell zusammen – als Freunde. Ein wunderbarer Mensch. Seine charmante finnische Frau Clairy – belesen. Sechssprachig! // Anders Nyborg ist auch ein Hochsee-Regatta-Segler. Das durfte ich erleben von Bornholm nach Oestenbi (Schreibweise!?) mit seiner großen Jacht. Jedenfalls hielt ich – auf Befehl – das Steuer auf 4Grad Nord. Das kann ich nicht vergessen, weil es regnete, Windböen uns arg beschäftigten. Herrlich. Nie hatte ich bei Anders Nyborg Angst! Andere Boote kehrten um. Anders Nyborg nicht! // Zig Riesenskulpturen sind in ganz Europa aufgestellt. Dazu gründete er immer einen Förder-Verein. Holte Sponsoren und die Gemeinden dazu. Dann funktionierte es mit der Finanzierung, mit dem Bau der recht teuren Skulpturen. // Aufgewachsen ist er in dänischen einem Architekten Elternhaus. Der gute Verkauf seines Reiseunternehmens sicherte ihm ein Leben ohne Sorgen auf Bornholm und auf Mallorca. (Steuerliche 180-Tage-Regelung). // Als Autodiktat entwickelte er sich zum Künstler. Denn, ohne Arbeit, nein, das ging nicht bei diesem kreativen, dynamischen Mannsbild. Presse Mallorca Zeitung 13.12.2002 über seine Ausstellung bei mir. Siehe Buch bei Amazon. Anders Nyborg: Ein Künstler auf zwei Inseln. Siehe www.anders-nyborg.dk . Sein kluger Kopf – herrlich anzuschauen auf der Titelseite. 

Poch, Uli – Ulrich, Staatssekretär a.D. Ein Skandal in Berlin? Den gab es unter dem ergeizigen und guten Regierenden Bürgermeister von Berlin, Richard Karl Freiherr von Weizsäcker (1981-1994). // Uli, Neffe von „unserer“ Christiane Nagorny, siehe oben, schaffte das. Als – ausgerechnet – Kultur-Staatssekretär. Uli ließ sich zwei Gehälter überweisen. Das flog auf. Und er flog raus. Flog nach Hamburg, wo ihn die CDU als Geschäftsführer irgendwo versorgte. // Vorher waren wir einige Male Gast in seiner schönen, großen Berliner Altbauwohnung. Profitierten von ihm zunächst als Türöffner für Tickets in der Oper, oder um gute Mitteltische in In-Restaurants zu ergattern. Wie etwa bei der Berliner Restaurant-In-Adresse, bei der Griechin „Fuffi“. Weil Uli es für uns so wollte. // JCB fand das Auftreten von Uli oft peinlich, wie er seinen Staatssekretär raushängen ließ. // Uli war es dann doch peinlich mit seiner doppelten Lohnüberweisung: Nach der Entlassung als Staatssekretär hatte er sechs Monate einen lahmen, linken Unterarm. Er war wohl geschockt über sich! Immerhin!

Ratzinger, Joseph Kardinal. Ab November 1981 Vorsitzender der Glaubenskongregation. Früher genannt – Inquisition. Flughafen Rom. Wartehalle. Dabei, meine Freunde die „Doctores“ (ehemalige Hausärzte), als wir noch eine enge Nähe hatten und JCB. Da ich diese berühmten grauen Haare von ihm entdeckte, sagt ich zu meinen Freunden, ich gehe hin und kläre. Ich: „Sind Sie es“? Er stand auf, dieser kleine zierliche Mann, in Schwarz. „Ja“, sagte er. Er reichte mir seine Hand. Ich zog beide Hände weg, legte sie hinter meinem Rücken. Er lächelte. Ich fragte: „Wie geht es dem Papst ( Papst Johannes Paul, II, Wojtyla, damals schon krank). Ratzinger: „Ach, wie soll es einem alten Herrn gehen, der soviel arbeitet und krank ist“. Ich: „Warum gelten SIE sooo stramm konservativ?“ Er: „Wenn sie mich kennen lernen möchten, dann lesen Sie mein Buch „Das Salz der Erde“. „Oh“ sagte ich, „das hat mir unser Düsseldorfer Stadtdechant Terboven empfohlen“. Ratzinger: „Bitte grüßen Sie ihn von mir. Er war ein guter Student von mir“. Längst fühlte ich mich unwohl. Meine anfängliche Schroffheit war mir unangenehm. Ich begegnete einem Herrn, der sehr höflich mir gegenübertrat. Eine starke Aura verströmte. Nun reichte ich ihm meine Hand. Er nahm sie mit seinen beiden Händen, lächelte. Und er nahm die Hände meiner Freunde, die zwischenzeitlich zu uns gekommen waren und wünschte uns allen, alles Gute. Ich fühlte mich klein. Siehe EXPRESS vom 19.09.1997. 

Ratzinger Anmerkung: Er war mal ein aufmüpfiger in der katholischen Kirche. Als junger Mann, als Berater und Redenschreiber von Kardinal Frings. Bei der Vorbereitung zum zweiten vatikanischen Konzil 1962-1965. Frings hielt eine Ratzinger-Rede 1961 in Genua. Es richtete sich gegen die Erstarrung im Vatikan, gegen die Missstände. Johannes XXIII lobte Frings, der Mitglied im 10.köpfigen Konzilspräsidium war! Wann drehte sich Ratzingers Position ins stark Konservative? Und warum? Was war der Anlass? // Was wir behalten und beklatschen werden: Das Ratzinger als Papst zurücktrat. Gut so. Er war kein Manager. Er ist ein hochintelligenter Gelehrter. Das reicht ja auch. // Aber seine Texte, als emeritierter Papst zum Zölibat, 2020 in einem französischen Buch veröffentlicht, sind schrecklich unzeitgemäß. Auch nicht gut, weil es vereinbart war, das er als Papst-Rentner nicht zu „Tagesdingen“ seines Nachfolgers Franziskus was sagen sollte! Eine Intrige? Bauenropfer: Sein Privatsekretär Gansewein, der ach so Nette, mußte sein Amt aufgeben bei Franziskus, und bei Ratzinger. // Taktisch falsch war es auch, Ratzinger zu erlauben, weiterhin in der weissen Papstrobe aufzutreten. // In diesen Tagen, Februar 2020, kam der avisierte Text aus dem Vatikan, von Papst Franziskus: Keine Zölibat-Ausnahmen. Keine verheirateten Priester darf es in Südamerika geben, die ja unter starkem Priestermangel leiden. Auch Franziskus ist ein „Gefangener“ in Rom. // Die Kirchen werden sich weiter stark leeren. Wird Zeit, das es ohne Staat bei uns mit den Kirchen weitergeht. Von wegen Einhaltung von Kirchensteuern. Oder das Bezahlen der wohl 400 Bischöfe mit Steuergeldern – von allen Bürgern! Absurd!! So geht es nicht weiter. // Siehe den Spielfilm von Dezember 2019: „Die zwei Päpste“. Klasse. Mit Anthony Hopkins als Papst Benedikt. Und der wunderbare Jonathan Pryce als Papst Franziskus. 

Religion. Wie ich schon in der Rubrik „Über mich“ berichtete, steckte man mich als Evangelisch getaufter, in einen katholischen Kindergarten. Beste Erinnerungen habe ich. Die wehenden Nonnenkleider kann ich nicht vergessen, wie auch nicht die höfliche, lustige Art der Nonnen. Und deren Klugheit. Das törnte mich an, wie gesagt, im Vorschulalter! // Meine einzige Oma, zu der wir Kontakt hielten, war die Mutter meiner Mutter. Sie kam relativ oft zu Besuch. Sie Schlief immer bei mir im Bett und sagte: Puhl nicht da unten herum. Das hätte sie nicht so oft sagen sollen! Meine Neugierde wuchs stetig. Ich konnte mein „Ding“ nicht mehr in Ruhe lassen. Fast hätte ich gesagt, bis heute.// Oma Wedeleit, aus Lötzen, Ostpreußen, war eine rüstige, reisefreudige Offizierswitwe. Großzügig mit Spenden für die Evangelischen Kirche. Sehr gläubig! Daher schleppte sie mich Sonntagmorgens in die Vohwinkeler Hauptkirche, Gräfratherstrasse. Fussweg 30/40 Minuten. Nachmittags zog sie mich dann in die Friedhofskapelle zum Gottesdienst. Fußweg 15Minuten. Bis zum 14.Lebensjahr lernte ich sage und schreibe 33 Kirchenlieder! // Pastor Zabel war der Hauptpfarrer. Ein stattlicher, blonder guter Typ. Auch er förderte und forderte mich. Drängte mich viel zu lesen. Da er angenehm war, folgte ich. Irgendwie fühlte ich mich zu ihm hingezogen. // Gegenüber der Kirche wohnte einer meiner Freunde. Friedhelm. Ein zappeliger, lustiger Junge. Er nahm mich auch oft mit in sein Elternhaus. Sein Vater war der Organist unserer Kirche. Wieder tauchten Musik und Kirchenlieder bei mir auf. Diskussionsthemen waren Religion, Politik und – Kirchenlieder. Der Vater mochte mich. So blieb es lange Zeit eine gute Freundschaft mit Friedhelm. Auch, als er aufs Gymnasium Mackensenstrasse kam. Ich ja leider nicht, da meine Eltern kein Geld mehr hatten, nach dem Eilverkauf unserer Firma. Friedhelm und ich verloren uns nicht aus den Augen. // Mit 16 trat ich aus der Kirche aus. Aus politischen Gründen. Die „Firma“ Kirche mochte ich nicht. Deren stehengebliebene, veröffentlichte Meinungen und Ziele waren nicht akzeptabel für mich. // Nie war ich gegen den Glauben bei anderen. Mich wundert bis heute nicht, das die Kirchen leer sind. Sie haben versagt. // Auch das unser Staat, ich glaube über 400 Bischöfe und ähnliche Vorgesetzte, mit Steuergeldern bezahlt, ist unmöglich! Was soll das! //

Religion auf Mallorca. Jahrzehnte später. Margot Käßmann hielt einen Vortrag. Da war sie noch Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen Deutschland. Gerne verfolgte ich ihre Äusserungen, Essays in den Medien. // Und nun also traf ich sie live traf in Palma. 400 Gäste. Ihr Vortragsthema – Luther. Dabei hatte Frau Käßmann – zwei kleine Töchter, in der ersten Reihe sitzend. Still, malend. Mit sich selbst beschäftigt. // Vortragsende. Fragen erwünscht. Nur zwei Personen meldeten sich. Der renommierte Rechtsanwalt (auch Boris Becker Anwalt auf Mallorca.) Hans von Rotenhan und ich, Blau. Natürlich hatte ich mich vorbereitet. Da ich die offene Redensart der Margot Käßmann immer gut fand, fragte ich als letzter: Warum wurde Luther im hohen Alter zum Judenhasser? WOW. Stille im Saal. Sie überlegte kurz und sagte: Müßen Sie mir zum Schluß noch ans Bein pinkeln?! Lachen bei allen. Dann antwortete sie souverän klärend. Viel Beifall. // Anschließend gab es mit ihr und Rotenhan noch einen Absacker. // Alkohol. Da bekam sie auch viel Beifall, Anerkennung, als sie erwischt wurde mit Alkohol am Steuer und schnörkellos sofort zurücktrat. Nie gab es für Sie einen Abbruch von gesellschaftlichen, wichtigen Kontakten. Verständlich. Es ist eben ein charakterlich anderes, gutes Auftreten gewesen. Anders als der verwöhnte Schönling Freiherr von und zu Gutenberg mit seiner „Salamitaktik“ als Beichtform. Er wurde alles schlimmer. Und er wurde zurück gedrängt als Verteidigungsminister. Peinlich!

Renault, Familie. Sant Tropez. An der Tahiti Plage wurden wir ihnen vorgestellt. Von JCB Freund Baron Jérome, Antik-Händler aus Paris. Gleiche Eleganz, gleiche Napoleon-Größe wie JCB. Unvergessen: Sein „einfaches“ , antikes Wochenend-Reihen-Haus, 18Jhdt., in Versailles, mit Blick auf die Seine. Stilvoll romantisch. Toll! Und gut kochen konnte er auch. Ausserdem schenkte er mir das Parfum „Balmain“. // Renault-Einladungen folgten in deren St. Tropez Landhaus zwischen 1969-1973. Tja! // Ein peinliches Erlebnis hatte ich in deren Swimmingpool, wo ich oft drin war, um nicht allzu sehr aufzufallen, das ich kein Französisch konnte. Mit Englisch kam man damals in Frankreich nicht gut weiter. Ein Staatssekretär von Präsident Georges Pompidou stellte mir zweimal nach. Begrapschte mich unter Wasser. Meine Güte, war mir das peinlich! Auch vor JCB, der sich auf französisch in dieser, ja, High Society-Clique – oberhalb des Wassers sicher bewegte. // Was habe ich noch behalten von St. Tropez? Mein naives Verhalten, weil noch unerfahren. Ich fragte JCB: gibt es nicht ein Bar wo alle diese – für mich berühmten Elitären, ein Bier trinken, abends? JCB guckte mich an. Kunstpause. Dann sagte er: Na klar. Dann lädst du mich aber zum Bier ein. Okay, gerne, strahlte ich. // Wir betraten um 22 Uhr eine Bar. Sofort war klar, so etwas kannte ich noch nicht. Jeder Gast war lässig, lustig, in sportlich-schicker, eher weißer Garderobe, in allen Sprachen sich bewegend. // Ich bestellte zwei Bier. Auf Französisch, so wie JCB es vorher mir zuflüsterte. Und die Rechnung. Ich wurde blaß: Umgerechnet 40€ heute – ein Bier! Hilflos sah ich mich um, gab JCB ein Zeichen. Er kam, lächelte, zahlte es. In Franc damals, claro. // Es war mir soooo peinlich! Konnte ich mich nicht zufrieden geben, mit der sowieso schon privilegierten Lebenssituation an der Seite von JCB?! Das passierte mir natürlich nie wieder. Lernprozesse! // In Erinnerung blieben Sonne, Freundlichkeiten, andere Top-Familien, und – gutes Essen. Auch legere, witzige, teure Gipsy-Kleider, an barfuß tanzenden Frauen. Das war damals angesagt, in Sant Tropez. Massentourismus gab es da noch nicht.

Residentreff Mallorca. „Günter Stalter. DER Resident“.  Bewundernswert, sein Fleiß, seine Kraft, seine zig Sprachbegabungen. Und die von seiner Frau und seiner auf Mallorca aufgewachsenen Söhne. // Natürlich sprechen alle auch Katalan, Mallorqin und Spanisch! Die Söhne sind heute deutsche Anwälte. Studium war in Spanien. // Die sehr unterschiedlichsten Residenten auf Mallorca, zu Besichtigungen führen, dafür zu begeistern, das wollte Günter Stalter. Nichts war ihm zu viel. // Mir erlaubte er, das ich bei Kirchenbesichtigungen, von den Kanzeln vorlesen durfte aus den entsprechenden Kunstbüchern. // Abschluss war immer ein gemeinsames Essen in normal spanischen Landrestaurants. Mit Büffet. Das liegt mir nicht. Daher fuhr ich meistens vorher nach Hause. Herr Stalter, ich bewundere Sie!

Rotenhan, Hans Freiherr von. Mallorca/Berlin. Boris Becker Anwaltskanzlei u.a. Na, auf dieses Becker-Thema habe ich keine Lust. Becker werde ich als Tennis-Welt-Star gut und gerne in Erinnerung behalten, claro. Danach? Nee danke! // Hans von Rotenhan hatte eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Als wohl „schwarzes Schaf“ seiner Familie, landete er mit jungen Jahren, aber schon als Jurist mit Staatsexamen, auf ibiza. Er verkaufte Stiefel und was weiß ich noch alles. Er lernte „verrückte“ Menschen kennen, notierte Episoden und Tratsch. Bis ihn ein Unternehmer entdeckte, schätzte, zur Sprache stellte: Wie können Sie nur so ihr Geistkapital verdrängen! Es gehört eingesetzt! Rotenhan bekam eine Kanzlei. Natürlich trat er nun im Anzug auf. Es lief richtig gut! // Der nun erfolgreiche Rotenhan war vor allem auch Schlagfertig. So wurde er mal gefragt, warum er den Vorsitz eines Fördervereins habe, für eine bestimmte Krankheit (die auch ein Familienmitglied hat). Er: Weil ich gesund bin! // 13.05.2004, Mallorca Zeitung: Hans Freiherr von Rotenhan wird auf Mallorca ausgezeichnet von Landespremier Jaume Matas, in einem Festakt, im „Palau March“, als „Europäer 2004“: Vorbild für Verständigung verschiedener Völker. // Hans von Rotenhan: ein wunderbarer, humorvoller, begnadeter Erzähler, Essayist. Alle seine Kolumnen in dem Mallorca Magazin oder wo auch immer, habe ich verschlungen. Herrlich! Heute lebt er in Berlin hauptsächlich. Empfehlenswert, sein Buch: : „Mallorca ist anders. Ibiza erst recht“. 

Schober, HelmutKünstler. Austria/Mailand. Mehrfacher documenta- und Biennale Venedig-Teilnehmer. Kommerziell erfolgreich. Alleine das Kunstmuseum Bonn besitzt 40 Werke. // Verkaufen konnte ich aus unserer gemeinsamen Ausstellung in Düsseldorf, ein großes Werk an die Kunstsammlung Pax Christie, Krefeld u.a.. Siehe unter Rubrik Performance. // Leider verhinderte sein Name, die einzige, zugesagte Teilnahme für mich bei der Art Cologne. Es gab mal einen Streit mit ihm und dem Vorsitzenden der damaligen Zulassungskommission, Carsten Greve, Köln/Madrid. Als Greve den Namen Schober las, auf meinem Antrag zur Art Cologne, wurde ich wieder schriftlich ausgeladen. Mit dämlich-gezwirbelten Sätzen, Fies, dieser Herr Greve! // Dumm aber auch von Helmut Schober, oft zu provozieren. Als wenn er nicht erwachsen werden wollte! // Das erfuhr ich aber alles erst viel später. // Provokationen von Schober: Er wollte mich vor den Parallel-Ausstellungen im Kunstmuseum Bonn und bei mir in Düsseldorf, in München treffen. Zu einem Vor-Gespräch halt. Im Hotel Königshof, am Stachus, wohnte er – umsonst. Er kannte den Direktor gut. // In deren Michelin-Stern-Restaurant mußte ich ihn zum Abendessen einladen: Galeristen zahlen, sagte er! Völlig okay. Doch dann bestellte er zwei Literflaschen Mineralwasser. Öffnete beide, und ließ sie gleichzeitig über seinen Kopf auslaufen. Die Gäste waren entsetzt. Ich äusserlich nicht. Ass einfach weiter mein gutes Essen. Er schrie: Warum regst du Dich nicht auf? Ich lächelte ihn an. // Jahre später berichtete er mir, das er meine Beherrschtheit bewundert habe. Meistens würden alle ausrasten. Schober wußte einfach nicht, wer ich war: Trainiert, mental gefestigt! // In Mailand traf ich ihn, damit ich Arbeiten in seinem großen Atelier aussuchen sollte. Dies war alles spannend. Mailand natürlich auch. // Außerdem „zwang“ er mich, mit ihm in eine Sauna zu gehen. Schober war nicht schwul, hieß es. Wäre mir egal, kein Problem für mich. Doch auch komisch, warum er so meinen Body fixierte und ja, Einzelteile derb beschrieb. Sie mit seinem sportlichen Körper verglich. Auch das war keine Aufregung für mich. Es erinnerte mich an pubertäre Doktorspiele. Hauptsache, er entspannte sich. // Mit seiner Frau gingen wir, na klar, in ein richtig gutes Fischrestaurant. Galeristen zahlen ja…Wieder grinste er dazu. Seine Frau, eine ruhige, gut aussehende Type, mochte mich wohl. Sie lächelte mich an, weil Schober an mir so abprallte. // Auffallend an diesem Abend war nur eins: Die gefühlt tausend Handys, diese neuartigen Wunderdinger, im Einsatz. Dieser Krach im Restaurant!!! Dann folgte in Italien ein Gesetz: alle Handys mussten am Eingang eines Restaurants abgeben werden. Ist das wohl noch heute so? // Über Schober lernte ich seine Kölner Zahnärztin kennen. Schober hatte immer Zahnschmerzen. Eine blonde, schlecht frisierte, stark busige Zahnärztin, ein Walküre-Typ. Unangenehm leise sprechend, eher schmuddelig wirkend, immer schmutzige Fingernägel, mit zugekniffenen Augen alles beobachtend. // Unsicher machten mich in Ihrem Landhaus, ihre zwei Kampfhunde. Riesige Dobermänner? Immer wollten sie sich auf mich stürzen am Eingangstor. Vorher sagte sie durchs Eisentor – zu meiner Beruhigung: Ich öffne jetzt, fass sie an der Schulter an, dann lassen die Hunde sie sofort in Ruhe. Widerlich. Mir klopfte das Herz. Ich bemühte mich keine Angst zu zeigen. Wissend, das Hunde Unsicherheiten aber denoch merken. So gingen wir in ihr chaotischen, nicht aufgeräumten großen Bungalow. Saß ich auf der niedrigen Couch, kamen diese Viecher und – leckten meine Glatze. Also, das war grausig! Und sie? Lächelte, mochte diese Quälereien. // Aber sie war erfolgreich. Und vor allen Dingen, kaufte sie wirklich viel Kunst. Auch bei mir. // Sie mochte auch klassische Klaviermusik etc. Irgendwann überrollte sie mich: wir gehen heute Abend in die Philharmonie. Es spielt der junge Weltstar Arcadi Volodos, Sergei Rachmaninow. Stimmt. Es war ein großartiges Konzert. Sie war voller Rührung. Offensichtlich führte sie ein seelisches Doppelleben…// Leider zahlte sie schlecht, immer in Raten, damit ich mehrmals als Unterhalter zu ihr kam. Oft mußte ich sie in das Kölner Dom-Hotel-Restaurant einladen. Rituale! // Thema Zahlungsmoral: noch heute schuldet sie mir 5.000 DM, sprich 2.500 Euro. Gab es Angenehmes? Ja, ihre Tochter, die auch Zahnärztin wurde.

Schwarzhaupt, Wolfgang, Pharma, Köln. Mitinhaber Wolfgang wurde ziemlich heftig! Sponsor war er für seinen Kumpel Dieter Hens, Bildhauer, Autodiktat aus Köln, Mallorca, Kitzbuehel. In Schwarzhaupts gestylten, weitläufigen Büroräumen, auf dem Sachsenring, Köln, förderte er eine Ausstellung. Es gab genug zu trinken, Kanapees. Mit-Sponsor war die Credit Swiss, die mit zwei Direktoren aus Zürich angereist waren. Als Galerist wurde ich bezahlt für die Organisation des Vernissage-Abend. Ich versprach 100 Gäste. Und das mindestens der Kölner Express etwas darüber schreiben würde. Geschah auch. // Start 18Uhr. Bis 18.30 Uhr war kein Gast erschienen. Bei mir innere Unruhe. Doch Wolfgang Schwarzhaupt: Böse, beleidigende Worte über mein Nichtkönnen, ich sei ein Blender, etc., All das musste ich mir bis dahin laut anhören. Dieter Hens schwieg. Er vertraute mir. // Das Wetter war schrecklich: Schneeregen. Um 18.30 Uhr strömten über 200 Gäste herein. Tatsächlich war die Verkehrssituation ja schwierig. Tja, der unbeherrschte Sponsor Schwarzhaupt konnte sich halt nicht beherrschen. // Jahre später: Gibt es die Firma noch? Geht es ihr und Wolfgang gut? Wolfgang Schwarzhaupt Mutter musste ihr Penthouse verlassen, hiess es. Das Apartment in New York wurde verkauft?

Smeets, Marlies. Erste Oberbürgermeisterin von Düsseldorf. (1994-1999). Erstmals sprach ein Oberhaupt der Landeshauptstadt in einer privaten Galerie zur Eröffnung einer Ausstellung. (Künstler Anders Nyborg). // Sie war gerade als erste Frau zum Stadtoberhaupt gewählt worden, die ehemalige Rheinbahnmitarbeiterin, mit Gewerkschaftshintergrund, mit Herzblut. Die Grünen regierte mit ihr. // Wie gewann ich sie? Ich schrieb ihr, gratulierte zu ihrem neuen Job, wünschte alles Gute. Und merkte an: Sicherlich gehören Sie auch zu denen, die zwar einiges von der Verwaltung einer Stadt kennen, gut reden können, aber die sich nicht für Kunst und Kultur interessieren. Da rief sie mich persönlich an: Frecher Galerist! Ich komme und rede bei ihnen, in meinem blauen Kostüm, Herr Blau! So war es. Eingeladen und anwesend waren Vertreter aller Parteien. Das machte ich immer so. Ausserdem demonstrierte ich gerne meine Parteilosigkeit und nutzte somit meine rednerische Freiheit. Siehe Presse. 

Spiegel, Paul. (1937 – 2006). Ab 2000 Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Deutschland. Davor war er Vorstand in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. // Als einziger Galerist war ich in Düsseldorf zu seinem 60.Geburtstagsessen am 25.01.1998 von ihm gebeten, ins Lindner Hotel Rheinstern. Haupt-Einlader/Ausführung, der Zentralrat der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, Präsident & Grußwort, mit dto Dr. Adrian Flohr, Vorstand Jüdische Gemeinde D-Dorf. Festansprache Ministerpräsident Johannes Rau & Paul Spiegel. // Wohl 120 Gäste. Und – ich wurde, wie nur 5 andere Gäste, in namentlich begrüßt. Zitat Westdeutsche Zeitung: Galerist Siegfried Blau überbrachte Glückwünsche. Gäste u.a. Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth, Vize Burkhard Hirsch für den Bundestag, NRW-Kultur-Ministerin Ilse Brusis, , NRW Justizminister Behrens, NRW-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, CDU Chef Linssen, NRW-Landtagspräsidentin Katrin Gruber, Hans-Ulrich Klose, D-Dorf Bürgermeister Hardt und Scheffler, TV Fritz Pleiten & Ernst-Dieter Lueg. // Angetan war ich auch immer von seiner Ehefrau Giséle. Die Gespräche mit Paul Spiegel waren immer fordernd, im leisen Ton. Sorgen machte er sich, über die „Flut“ von auch russischen Juden nach Deutschland. Auch, weil die Kosten für die jüdischen Gemeinden enorm groß wurden. Er fürchtete den finanziellen Kollaps. Er fragte auch mich: „Gehe ich mit diesem Thema an die Öffentlichkeit“? Ich sagte: „Ja“! So kam es dann auch. Siehe Presse Rheinische Post und WZ 26.01.1998.

Stauffenberg, Dominik Graf von. Wie schon unter „Fürstenberg“ aufgeführt, war er mein Mitarbeiter in Palma. Mitbewohner einige Monate dort. Tja, ein großer Name. Aus D E R Familie Stauffenberg. Damals so um die 35 Jahre jung. Ein amüsanter Unterhalter. Mit Whisky konnte man ihn erfreuen. Mit viel Arbeit nicht. Hihi. Wir trennten uns. // Ich lernte ihn bei Yvonne&Adolf von Fürstenberg, in Angermund/Düsseldorf kennen. Dank deren enger Freund Theofilos Klonaris, meinen späteren Galeriepartner. Dort war Stauffenberg der „Kaminholz-Vorleger“, so flüsterte man mir zu. Immerhin ein Graf in diesem – kinderreichen „nur“ Baron-Herrenhaus. // Junge Menschen waren dort immer gerne Willkommen. Baron Adolf spielte auch gerne mit jungen, muskulösen Burschen, Eishockey. Auch damit hielt er sich fit. Er war aufgeschlossen und liberal, lebensfreudig. // Stauffenbergs Spanisch war gut. Er hatte eine spanische Ziehmutter. Seine Mutter, Gräfin Metternich, war eine Jetlake-Tante, die oft mit Fürstin Gloria herumzog. Schließlich ist ein Papst Benedikt amüsanter als ein Sohn…?! haha. Aber, verzeih mir lieber Dominik, es war auch eine gute, lustige Zeit mit Dir. Nun lebst Du weiterhin auf Mallorca. // Auch Deine Schwester Alexandra Prinzessin von Hohenzollern (geborene Schenk Gräfin von Stauffenberg) lernte ich anlässlich Deines Geburtstages, in Palma kennen, mit ihren Kindern. Ohne Ihren Mann, Karl Friedrich Prinz von Hohenzollern. Ein Hobby-Musiker, der mit seiner Band, mit Pseudonym, durch die Dörfer zog und Musik erzeugte: das finde ich klasse! 2020: Nicht so klasse sind wohl die Gespräche mit Deutschland um Rückgaben ehemaliger Besitztümer. //  Die Ehe von Alexandra und dem Hochadeligen war da sicherlich schon im Umbruch? Denn später kam die Scheidung. // Leider vergass Sie Unterhaltsgeld für Dominik, bzw. für mich nach Palma mitzubringen. War es nicht so besprochen? Sicherlich irre ich mich….Macht nix. Du hast nicht hungern müßen, nicht wahr, werter Dominik. Privat läuft es gut und entspannt für Dich auf Mallorca. Überraschend kam auf Mallorca, Deine Offenheit. Du hast Dich geoutet: Buddy Esteban aus Mallorca, an Deiner Seite, unterhält Dich. Klasse! Alles Gute wünsche ich Dir auch weiterhin.

Steigenberger, Albert. Düsseldorf-Oberkassel, so früh gestorben! (1956 – 2018). Ein Kunstsammler, erfolgreicher Rennsportpferde-Besitzer, Sohn des großen Hoteliers Steigenberger.// Seine heute erwachsen Kinder, Sophie & David, kannte ich als Kleinkinder bereits. Deren Mutter Claudia, ist eine elegante, schöne Frau, geistreich und stark. Immer ist ein Treffen mit ihr bis heute, ein Genuß. // Albert tauchte in meiner Düsseldorfer Galerie auf. Entdeckte ein Bild. Und danach zig andere! Er erwarb es und bezahlte sofort mit Scheck. „Kennen Sie meinen Namen oder soll ich meinen Ausweis zeigen“, sagte er, mit einem umwerfenden Lächeln. Er war damals ein besonders attraktiver Mann, mit hellblauen Augen, elegant-sportlich gekleidet. Sofort verstanden wir uns. Auch weil er freche, offene Bemerkungen machte über meine Unsicherheit. Herrlich! // Zig Jahre hielten wir guten Kontakt. Auch auf Mallorca. Dort besass er in Port Andratx ein – nach Aussen – Riesenhaus. Gebaut hatte es ein Bremer Kaufmann. Tatsächlich kam es mir drinnen, verbaut klein vor. Claudia mochte nicht Mallorca. Sie hatte oft Pech mit schlechtem Wetter. // Albert war auch ein Genussmensch. Fantastisch, die Abendessen mit ihm. Manchmal allerdings riefen seine Pferdesportfreunde an. Dann ließ er Messer und Gabel fallen. Doch wäre ich kein Widder, ließe ich sowas durchgehen! Danke Albert, für unseren gemeinsamen Zeiten. Auch die schwierigen „Genussphasen mit Prozenten“, freimütig bei einer SWR-TV-Sendung von Dir geäussert, ärgerten mich nie! Dort sagtest Du, wie auch zu mir, das es keine richtige Elternerziehung bei Dir gab. Seit Deinem 14. Lebensjahr trankst Du Alkohol. Wohl ein Alleinsein verstärkten diese Sucht? Auch schlimm, Du glaubtest für andere oft zahlen zu sollen. Seitdem. // So gab es eine Geburtstagseinladung in Düsseldorf von dir. Zig Gäste. Irgendwo in einem Gewerbe-Hinterhaus, war ein Riesenraum mit sehr, sehr vielen roten Rosen dekoriert. Aus deinem Blumenladen, vormals Blumen-Reich, neben dem Carchhaus. Das erstklassige Blumengeschäft hattest Du erworben. Halt deine Laune, dein Hobby. // Theofilos und ich sind ohne Ankündigung in den Raum getreten. Ungläubiges Staunen, Freude bei Albert, über unsere Überraschung. Und was sagte er zu uns: Ich habe doch garnicht Eure Flugtickets bezahlt! Schwupp, gab ich ihm eine leichte, freundschaftliche Ohrfeige. Er umarmte uns, und – er weinte, trat mit uns nach draussen! // Presse Balearen Ökonomie, mit Foto Blau-Steigenberger-Klonaris, September 2000. Untertitel: Blau versteht sich als Kunstsinniger Weltbürger! 

Albert Steigenberger, Mitte. Alle sollten lustig lächeln, meinte der Fotograf. Na ja!

Steinert, Hajo, Dr. Hans-Joachim, langjähriger Kulturchef Deutschlandradio. Langjährig bis zu seiner Pensionierung (2018) erfolgreich. Anerkannt, beliebt, geachtet in ganz Deutschland, wie auch bei uns, den Freunden. // Du wurdest Rentner. Ach, lieber Hajo! Dann kam Dein erstes Buch. Unruhe bei uns. Und in den Medien. Dann kam Dein zweites Buch. Die Unruhe blieb. Sollte das so rüberkommen, wie bei der Feuchtgebiet-Tante? Ihr Erfolg, die Anerkennung, die Verkaufszahlen stimmten. Es ist nicht meine Literatur, die mich anmacht. Weder ihre noch, sorry, Deine. Lieber gucke ich dann direkt im Internet Pornos. // Sollte man bei Dir von alten Männerträumen sprechen? Ich sprach so auch zu Dir. Sah nur Dein verletztes Gucken, als wir uns trafen in unserem beliebten Restaurant „Weinkneipe in der Wettannahme“. // Deine Nähe war und ist immer klasse. Gerade weil Du so intelligent bist. Gut aussiehst. Doch auf einmal schwimmt da was weg!? Achselzucken! // Das Du einem engen Freund, einem Kinderbuch-Autor, im Vorwort Dank sagst, für sein Gegenlesen, normal. Er soll ein intelligenter Zeitgenosse sein. Wirklich? Auf welchem Gebiet? Als Kinderbuchautor, das stimmt. Aber er merkte nicht, wie unglücklich formuliert Deine Texte, Inhalte meistens sind? Das irritiert und korrigiert mich über Euch zusätzlich.

Streich, Rita. Koloratur-Weltstar der Oper. Mutter von Franklin Berger. Kunststudent der Kunstakademie Düsseldorf, der mich auswählte, zu einer gemeinsamen Sonderausstellung. Siehe unter Ausstellungen Düsseldorf 1983. // Diese Präsentation war richtig erfolgreich! In jeglicher Hinsicht! Aber Franklin erzählte nix während der ganzen Zeit von seiner weltberühmten Mutter! Bis unsere Ausstellungen abgeschlossen waren, mit den drei von uns ausgewählten Kunststudenten. Toll, lieber, geschätzter Franklin. Leicht hättest Du mich beeinflussen können, mit dem Namen der Mutter, das muß ich zugeben. // Nach den Ausstellungen nahm Franklin Berger mich mit zu ihrem Wohn – und Arbeitsort in Essen. Stellte mir seine Mutter vor: Professor Rita Streich, Folkwang-Hochschule. Sein Vater, getrennt lebend von ihr, war Regisseur. Franklin wußte, das ich mich stark für Opernmusik interessierte. So bereitete er seine Mutter vor, die neugierig auf mich war, als Partner der gelungenen Ausstellungen ihres Sohnes. Meine „Blumen“ für sie: eine Musikkassette, zusammengestellt von meinem Musikfachmann und Kumpel Dietrich Hainz. Und auch gut dekoriert, zweifarbig beschriftet, mit all den Arien, die aufgezeichnet waren, die sie berühmt machten. Noch heute gibt es Musteraufnahmen für andere von ihr. // Vorbereitet war Ihre Dankes- und Kennenlern-Einladung in ein bürgerliches Restaurant. Sie sagte: „Herr Blau, sie mögen sicherlich auch Bratkartoffel mit Spiegelei! Es ist bereits bestellt“. Rums. Da staunte ich. Gucke zu Franklin. Franklin grinste. // So war sie halt, der ehemalige Superstar auf allen Opern-Weltbühnen, mit Erfolg verwöhnt. Sie war soooo gut! Siehe YouTube. 

Taschen, Angelika & Benedikt in Palma. Mein Auftrag von den beiden: Neuvorstellung ihres Buches. In meiner Galerie. Die wurde ausgewählt. // Es galt in Fachkreisen als ungewöhnlich, das beide an dieser Art Veranstaltung in der Galerie Blau, dabei waren! Für deren Buchvorstellung „Country Houses of Majorca“. Autorin Barbara Stoltie, René Stoltie, Fotos. // Völlig unkompliziert ging es zu. Wir duzen uns sofort. Abends, die Vernissage: Angelika erzählte, das sie sich verfahren hätten auf Mallorca. Sie leider nicht das anhätte, was sie mitgebracht hatte. Ich gucke sie an, grinse: Alleine schon Dein Rock! Lauter schwarz-graue Lippenstifte von – Versace! Das reichte ja dann wohl. // Benedikt war immer im Einsatz für seinen Verlag per Mobil. Jede Minute verkaufen sie weltweit ein Buch! Oft telefonierte er mit seinem Mobil, in drei Sprachen – gleichzeitig….// Ruhig, höflich und konzentriert sind beide. Sie wohnen in Los Angeles, Köln und in Berlin.// Doch dann trennten sich das Ehepaar. Aber nicht beruflich. // Es war natürlich ein großes, einschneidendes Erlebnis für mich. // Die Medien überschlugen sich mit Beiträgen. In drei Sprachen. // Sie luden die Autoren Stoltie und mich noch zum Essen ein, in ihr elegantes Finca-Hotel, auf dem Land. Deren Auftritt, deren Gespräche werde ich nicht vergessen! Besonderen Dank natürlich auch an Barbara & René Stoltie, Amsterdam, die alles mit Theofilos eingefädelt hatten.

Thorer, Axel, ehemaliger Bunte-Vice-Chefredakteur. In München fühlte er sich wohl. Auf Mallorca fühlt er sich wohler: Schon seine Eltern hielten dort eine Finca. Nun lebt der „reife“ Sohn – nach wie vor mit englisch-dickem, weißen Kolonial-Schnäuzer – mit Frau auch dort. // Deren Sohn Tim? Tom? Wo ist er? Was macht er? Einige Mal kümmerte ich mich um ihn, auf Bitte seines Vaters. Er hatte Startprobleme für sein Leben. Tja, wie so soft, bei einem soooo mächtigen Vater. Der auch noch körperlich wie ein Koloss, bestimmend aussieht. Sich selber auf seiner „www“ als Abenteurer bezeichnet, Afrika-Safaris mag, vieles besser weiß. Tatsächlich! Wie können aber Söhne erwachsen, selbständig werden? // Nun, zu Axel Thorer. Tatsächlich zeichnet ihn ein großes Allgemeinwissen aus. Eine starke Belesenheit besitzend, korrigiert er andere gerne. Das mochte ich. Da hatte ich Glück. Andere, mit weniger Selbstbewußtsein, fühlen sich unwohl. // Ausserdem weiß er seit Jahrzehnten, wie man Notizen, Infos, Episoden aufschreibt. Und so kommt es, das Axel Thorer sicherlich der Informierteste ist auf den Balearen, über Geschichten der Gäste oder Residenten. Mit Sicherheit! Seine Sammlung Balearen-Bücher ist sehr groß. Es kommt also auch ein Geschichtswissen dazu. Davon profitierte ich, weil er mich akzeptierte. // Meine Veranstaltung in der Galerie Blau, „Die Juden auf Mallorca“, am 26.11.2003, anlässlich meines Jubiläums 25Jahre Galerie Blau, konnte ich gut einleitend und moderierend durchziehen. Thorer impfte mich vorher. Beriet mich Fachlich. Entsprechend berichteten die Medien positiv. Auch die beiden hochkarätigen Teilnehmer trugen natürlich dazu bei. Siehe unter Ausstellungen 2003, 26.11. // Axel Thorer brachte mich auch in die Bunte. Endlich war ich mal ein Mini-Promi neben Senta Berger & Co….// Nee, das brauchte ich nie. Aber da war Fachliches wieder für Thorer ein Kriterium. Mit meinem Galeriepartner Klonaris machte ich vor dem Umzug nach Palma 1999, eine Reise zu seiner Familie auf Rhodos. Ich bat darum. Das erfreute Theofilos Klonaris. Sein vorheriger, langjähriger Freund Prof. Galloway, sah nur sich. Er interessierte sich nicht für die Verwandtschaft seines Freundes. Zitat Klonaris.// Theofilos zeigte mir die Insel. Seine – wunderbare, lebenskluge – Oma, erzählte viel. Auch, über die harte, oft arrogante Besatzungszeit der Deutschen. Aber auch, über die ebenso miese Zeit der griechischen Militärdiktatur wußte sie viel. Theofilos übersetzte es mir, da ich kein Griechisch kann. Tue mich ja sowieso schwer mit Fremdsprachen! // Bei einem der Spaziergänge entdeckte ich einen jüdischen Friedhof. Und ich sah – genau den Aufbau, wie das anfangs sehr umstrittene Holocaust-Denkmal in Berlin von Peter Eisenman: Die Gräber auf Rhodos hatten genau die rechteckige, glatte Form und Proportionen, wie in Berlin! // Farb-Beitrag „Bunte“ 16.09.1999.

Thurn & Taxis, Johannes Fürst von. Strand, Sant Tropez ca. 1967/68. Er kam auf uns zu, gab mir die Hand und sagte zu mir, dem Jungen mit den schönen, wilden blonden Haaren: „Sie kennen mich?“ Ich: „Ja, ich lese jeden Tag die FAZ, Wirtschaftsteil“. Er: „Ich möchte Sie einladen auf meine Jacht dort heute Abend“. Ich: „Nein danke. Ich bin hier mit meinem Freund JCB“. Das ist er! Da zuckten seine Augenbrauen! Im Schlepptau hatte er drei dünne Jüngelchen, die ich rein körperlich nie sehen würde an einem Strand! Johannes selbst war ein bayrisches, halbglatziges Mannsbild. Dunkler Typ. Gut aussehend. Es hatte noch keiner an die spätere Fürstin Gloria gedacht. Sie war noch ein Kind. Geboren 1960. // JCB wußte, in welche Restaurants „man“ in Sant Tropez abends ging. Thurn & Taxis kam immer an unserem Tisch, verbeugte sich und sagte: „Guten Abend“. // Respekt vor Fürstin Gloria – viel später: Sie sanierte die trudelnden Unternehmen der Thurn & Taxis. Der gemeinsame Sohn soll auch ein Guter, und sehr liberal aufgeschlossen sein, wie ja bekannt, seine Mutter Gloria und Vater Johannes ja auch! 

UBS-Private Banking, Düsseldorf. Neue Standortgründung. Direktor Walter Bolliger war damit beauftragt. Ich wurde ins Spiel gebracht, Türen für die UBS in der Landeshauptstadt zu öffnen. Mein sehr gutes Netzwerk war halt bekannt. Auch weil sehr viel über meine Ausstellungen in Print-Medien und WDR3-Vorankündigen berichtet wurden. Vier Aktenordner muss ich noch scannen für meine Presse-Rubrik. Und so kam es auch, das man relativ schnell über UBS gut redete. Fleissig stellte ich Walter Bolliger Kunden und Entscheidungsträger in der Landeshauptstadt vor. Viele Einladungen der UBS folgten als Dank für mich. Ob „gehobene“ Karnevals-Sitzungen in Köln, ob Abendessen, Reisen, etc. Oder auch VIP-Einladungen und Bewirtungen auf der wichtigsten Kunstmesse Art Basel folgten. // Dorthin nahm ich einmal den ebenfalls eingeladenen, großen Kunstwissenden, Prof. Heinz Althoff, ein Freund aus Düsseldorf, in meinem Auto mit. Dabei, der Kulturjournalist Michael Georg Müller. Jeder bekam sein Hotelzimmer. Und eine herausragende Bewirtung. Sowohl auf der Messe, als auch beim üblichen, aufwendigen Messe-Empfang und Abendessen für ausgewählte Galerie-Teilnehmer und andere Persönlichkeiten. UBS war und ist der Hauptsponsor der weltberühmten Art Basel. Heinz Althoff freute sich, das in deren VIP-Bereichen, ein Fachbuch von ihm auslag. // Die Rückfahrt war lustig. Heinz Althoff war bekannt für seine humorvollen, kessen, geraden Anmerkungen. So sagte der junge Kulturjournalist Müller, ich sollte doch zuerst ihn nach Hause fahren, da er ja noch einen Kunstbeitrag über die Art Basel schreiben müße. Althoff war entsetzt. Wie bitte, mich alten Mann wollen Sie länger strapazieren? Holen Sie Ihren Block raus. Ich diktiere Ihnen den Beitrag aus dem Stehgreif. // Mit Walter Bolliger stehe ich immer noch im Briefkontakt, wie auch mit seiner Ehefrau Katiti.Zu deren Hochzeit war ich damals eingeladen nach Kapstadt, mit Safari. Ein gebildetes, wunderbares Ehepaar. Keine Frage. Ich war kein „großer“ Galerist aber ein cleverer Organisator. Sehr bekannt und gut funktionierend halt. So sagten sie. Daher boten sich herausragende Kontaktmöglichkeiten für mich. Noch heute, 2020, schreiben wir uns. 

Weber, Roland. Landwirtschaftsgärtner, Düsseldorf-Kaiswerswerth. Hochgebildeter Ästhet und Junggeselle. Renommierter Parkgestalter der Oberschicht. Sein Landhaus in Kaiserswerth, ein Genuss. Gebaut von seinem Freund, dem späteren Ehrenbürger von Düsseldorf, Kunde von mir von Jugendstilglas, Helmut Hentrich. (Siehe Sammlung in der Tonhalle D-Dorf). // Das flache Haus gefiel, nicht weil es groß war. Überhaupt nicht. Doch die Raumaufteilung, das ganze Konzept beeindruckte. Nicht lustig, die enge Stiege nach oben, wohl zum Schlaftrakt. Das Landhaus war völlig zugewachsen zur Straße hin. Die Fläche davor auch. Öffnete sich die Türe, blickte man auf verschiebbare Glas-Terrassentüren. Und man sah in den dahinter liegenden Park, viele blühende weiße Tulpen, ca. 1,20 Meter hoch. Links ging es von diesem Eingangs- und Essbereich zum stark rechteckigen Wohnraum. Mit Tonnendecke. Vor Kopf ein Kamin. Überall Bücherregale. Unterbrochen von den raumhohen Schiebetüren zum Park. Mit Roland-Weber-Konzept: Sichtachsen! Wie die klassischen, englischen Parks. // Ein eleganter Beistelltisch fiel auf. Neben einer wunderschönen rotlackierten, japanischen Lackdose, lagen ordentlich aufgereiht, Visitenkarten seiner Top-Kunden. Tja, die Eitelkeiten. // Welche gesammelten Bücher gab es? Bücher mit Original-Kunst von Welt-Künstler. Einige wurde im Stadtmuseum mal ausgestellt. „Kunst im Buch“. Der Ausstellungskatalog führte im Impressum wichtige Kunden auf. Etwa Henkel, JCB oder auch Hans Gerling und diese Kaliber usw. // Mit Gerling ging ich nach der Ausstellungseröffnung zum privaten Champagner-Empfang in Roland Webers Garten-Villa. Ausgerechnet Gerling war es, der keinen Stuhl wählte, sondern mit mir – auf dem Fussboden saß! Die sogenannte „obere“ Gesellschaft staunte. Ich nicht. // Zufällig traf ich Roland Weber auf der Königsallee, Bankenseite. Hast Du Zeit, sagte er, dann lade ich Dich ein zu einer Suppe in meinen Stadtgarten. Wir gingen zur Deutschen Bank. Im hinteren Bereich sah ich einen wunderbar gestalteten Garten. Dort ließen wir uns nieder. Ich lauschte seinen Reisebeschreibungen. Herrlich, sein Wissen und was er dort für eine ruhige Oase auftragsgemäß geschaffen hatte! Roland Weber, ein durchgebildeter Ästhet!