Über mich. Prolog

Seit 2014 bin ich Rentner. Daher erlaube ich mir einen Blick auf mich. In einer Sprache, die ich von einigen Künstlern übernahm. Oder von Kabarettisten. Auch Rheinisch offen. Es erinnert auch an eine „Der Spiegel“ Sprache. Freunde bedrängten mich dies zu tun, da mir zig „Persönlichkeiten“ begegnet sind, die meine Entwicklung forderten, förderten. Merkwürdigkeiten passierten. Glück wollte ich haben. Doch ich wußte, das geht nur mit Fleiß und Disziplin. Flüchtigkeitsfehler, falscher Satzaufbau usw., sind noch vorhanden, sorry.

Siegfried Blau, ehem. Maschinenbau-Verkaufs-Ingenieur, NRW-Verkaufsleiter. Branche Zahnradwerk, Antriebstechnik. Erfinder und Leiter der Reklamationsabteilung. Bis 1978.

Mein Vater Otto Blau war Mitinhaber einer mittelständischen Möbelfabrik in Wuppertal-Vohwinkel, Gruitenerstrasse. Sein Bruder war Schreinermeister. Mein Vater der Geschäftsführer als gelernter Kaufmann. Sie zerstritten sich. Besser, die leider kranke und dadurch sehr, sehr schwergewichtige Ehefrau meines Onkels mit meiner Mutter. Sie war schrecklich eifersüchtig auf meine – ja, sehr schöne Mutter! Alles wurde verkauft an Fa. Fudikar Möbel. Mein Vater fing ganz unten wieder an – bei den Wuppertaler Bayer-Werken. Als Pförtner, in einer Nebenstelle in Wuppertal-Sonnborn. Nach 8 Monaten war er Leiter des gesamten Werkschutzes. Respekt, lieber Vater! Und das alles ohne Führerschein. Gerne erzähle ich auch noch, das er in der Schule eine Klasse überspringen durfte. Und – das er in Bielefeld mal Stadtmeister im Schach war. Nun ist klar, das ich deswegen so blitzwach und analytisch wurde. Haha! Einen Nagel in die Wand schlagen, das allerdings lag meinem sportlichen Vater nicht. Aber meiner Mutter. Sie war der Anker. Sie war liberal für die damalige Zeit! Porno-Heftchen unter unseren Kopfkissen wurden übersehen von ihr. Auch warnte sie mich vor ersten Mädchen, das es sich nicht um Liebe handelt, sondern um erste Neugierde und natürliche Entwicklung. Meine Freunde suchten oft ihre Nähe. Aufklärung, Offenheit kannten sie nicht bei sich zuhause. Als ich 14 war, trennten sich meine Eltern. Nun fehlte mir, dem Lieblingssohn, der Vater, mit seiner „Schulter“! Das hat mich alles stark beschäftigt, irritiert. Ich stürzte mich auf Bücher. Und auf Freundschaftspflege. Bis heute.

Meine Leidenschaft für Kunst trieb mich im Alter von 30 Jahren zur Selbständigkeit: Vermittler von Kunst & Kultur, trotz einer recht erfolgreichen, komfortablen Angestellten-Leitungs-Position. So konnte ich mit 27Jahren bereits meine erste Eigentumswohnung in Düsseldorf kaufen. Und eine Weissgold-Stahl-Rolex. Ja, ja, das war damals wichtig für mich. Damals war eine Rolex noch eine Rolex, kein Massenprodukt! Diese Uhr trage ich immer noch.

Bereits mit 20 „schwor“ ich meinem Freund und Weggefährten & Mäzen JCB, dass ich mit 30 (wie er und seine Familie seit dem 18.Jahrhundert) selbständig sein will. Und das ich mit 50 in Barcelona leben würde. Daraus wurde mit 52 Jahren – Mallorca, was wesentlich richtiger, einfacher war. Eine Empfehlung meines Künstlers Anders Nyborg, Bornheim/Mallorca. Natürlich lernte ich vorher in Düsseldorf Spanisch. Das lief so gut, das mich die Lehrerin zum Abschluss auf der Berlitz-School zum Essen einlud. Als ich auf Mallorca ankam, startete dort gerade eine engstirnige Nationalisierungswelle. Man sprach dort – Katalan! (Siehe noch heute das große Streitthema Barcelona/Katalonien mit Madrid!). Schrecklich. Schnell verlor ich die spanische Sprachsicherheit.

Dr. Hans Gerling, Köln: „Entwicklungshelfer“, geistig, und wirtschaftlich, dank sehr starker Kunst-Verkäufe an ihn, ab 1978, mein Kunsthandelstart. Damals war er der grösste Industrie-Versicherer der Welt. Und halt ein sehr enger Freund von JCB. Über JCB lernte ich ihn kennen. Acht Jahre fuhr ich auf seine Marienburg zu Gesprächen, Diskussionen mit Abendessen, einmal pro Woche. Gegessen wurde in der Teeküche. Das livrierte Personal baute vorher alles auf. Nur wenige Male während des Abends, durften sie erscheinen. Gerling zeigte mir auch das goldene Essbesteck. Und er fragte, das ich damit hoffentlich nicht essen möchte. So war es. Dort begegneten mir auch Künstler, Journalisten, Wirtschaftskleute. Und politische Entscheidungsträger – auch „bettelnd“ für deren Parteien. Etwa Ministerpräsident Kühn SPD, oder Walter Scheel als Vorsitzender der FDP. Oder CDU-Grössen. Still durfte ich daneben sitzen und – zuhören. Sprich lernen. Künstler: Sein Lieblingsbild hing über seinem Bett. Das mußte ich mir ansehen. Es war scheußlich. Eine kitschige Abendrotlandschaft. Ich war irritiert. Er lachte. Nein, nein, hier geht es nur um Emotionen. Sein Sohn Rolf hatte es für ihn im Kindesalter als Geschenk gekauft. Im Kaufhof Köln. So etwas imponierte mir.

Hans Gerling war bekannt, das er junge Männer förderte, sie gerne um sich herum hatte, wenn sie wach, humorvoll und wissensdurstig waren. Mit denen er hart diskutieren konnte. Wenige erlaubten ihm auch eine spezielle private Nähe. Ich nicht. Meine Aufgabe für ihn war die Unterhaltung, Freizeitgestaltung, das organisieren von Kontakten. So bin ich heute noch. JCB, mein Vermittler zu ihm, sagte: „Lass Dich nicht blenden von seiner Wirtschafts-Größe, seiner gesellschaftlichen Stellung, seinem Reichtum. Dann gewinnst Du“. So ist es gekommen. Nie habe ich den Boden unter den Füßen verloren. Seine wirklich sehr elegante Ehefrau Irene Gerling, berühmt für Ihren wertvollen Schmuck, ihren Kleidern, jeden Tag kam ihr Friseur, tauchte eher selten auf. Nie zum Abendessen. Sie lebte im anderen Teil der Marienburg. Oder sie kümmerte sich um ihre Kölner „Baukunst-Galerie & Design“, am Theodor-Heuss-Ring. Bei Vernissagen trafen wir dort alle zusammen. Auch mit JCB. Sie richtete etwa das Aussenamt ein. Weil vorher Gerling Geld an die FDP gespendet hat? Möglich.

Hans Gerling traf ich mehrmals in München. Wenige Male auch in seinem Bungalow mit Park, am Bodensee. Die ehemalige (Flugzeugbauer) wohl einstöckige Dornier-Villa, mit direktem Zugang zum See, war angenehm wohnlich. Alles in Weiss. Auch die hochflorige Teppich-Auslegeware. Nebenan, ein Bootshaus. Gerling hatte einen Motor-Bootsschein. Er sagte: „Drüben ist die Schweizer Seite. Sollte es mal zum harten Sozialismus kommen, fahre ich halt rüber in die Schweiz!“ Gerling hatte immer die Befürchtung, es könnte mal so kommen. Er befürchtete Enteignung. So wie es Jahre später der Sozialist Präsident Mitterand in Frankreich machte, mit der Rothschild Bank u.a.

Gerlings Nachbarin, die berühmt-berüchtigte Umfragetante, Prof. Dr. Elisabeth Noelle-Neumann, die „Pythia vom Bodensee“, Gründerin von Allensbach-Umfragen, schaute schon mal vorbei, zum Tee. Eine aparte, hochgebildete Person. Mit amüsanten Beschreibungen, über Politiker, die ich hier nicht erzählen werde, claro! Oft sind wir essen gegangen zum Restaurant von Bertold Siber in Konstanz. Später wurde er eine Adresse für Könige und Weltstars. Siehe www.ahgz.html vom 31.07.2004.

Herstatt Bank Konkurs. Mehrheits-Eigner: Hans Gerling. Grösste Bankpleite bis dahin, in Europa. 26.06.1974. Vormittags ging ich zu Hans Gerling, in sein Büro auf der Prinz-Regentenstrasse, München. Das Telefon klingelte. Anruf von seinem Direktor Wagner. Danach sagte Gerling: „Siegfried, Du mußt gehen. Morgen liest Du in allen Zeitungen, Medien der Welt, das ich ab sofort viel Arbeit habe“. Gerling drückte mir einen Umschlag in die Hand. In meinem Hotel Deutsche Eiche sah ich, das dort, nun ja, wesentlich mehr „Pfennige“ drin waren, als man für eine Woche München benötigt! Wirklich sehr viel mehr!…..Und das in seiner sehr, sehr harten, finanziellen Crash-Situation, wie am nächsten Tag die Welt erfuhr! Dank und Respekt noch immer, Sir! Als Kunde/Sponsor blieb er trotz seiner Unternehmerkrise, positiv wirkend. Schließlich verlor er „nur“ die Hälfte seines Weltkonzerns. Auch positiv für die Herstatt-Kunden: 99% der Einlagen wurden Jahre später an die Kunden zurückgezahlt. // Statt mit Chauffeur in einem dunkelbraunen, schrecklich großen Mercedes 600, fuhr Gerling selber mit seinem dunkelblauen Ford Capri (mit extrastarkem Motor!) zu privaten Treffen. Etwa in sein Landhaus, im Bergischen Land. Dort wo seine Familie sich aufhielt während des Krieges. Wo Akten und Aktien und Geld vergraben waren, u.a.. Oder er fuhr mit dem bescheidenen Capri zu mir nach Düsseldorf-Derendorf. In mein kleines Penthaus mit großer 120m/2 Terrasse, im Münsterpark. Nicht nur zum Gin-Tonic, oder zum Essen, bei immer dem selben guten Italiener in der Nähe, wo er Paulo, dem Restaurantleiter, immer 50DM Trinkgeld gab. Egal wie groß die Rechnung war. Nein, er kam auch, um sich vor der Presse zu verdrücken. Er brauchte halt viel Ruhe zum Nachdenken. Daher hatte er einen Wohnungsschlüssel. Den nahm er mit ins Grab. // Den Konzern-teilverkauf an Friedrich Karl Flick, per Handschlag (!), wurde nach Jahren von Hans Gerling rückgängig gemacht. Wie mit Flick abgemacht: „Hans, wenn Du wieder so weit bist, verkaufe ich wieder an Dich“. // Gerlings Sohn Rolf, in Zürich lebend, geschieden, konnte 2019 auf ein bisserl Vermögen gucken, laut Forbes: 1,4 Milliarden. Was Gerlings Töchter machen, da habe ich keine Ahnung. Noch eine dramatische Geschichte dazu: Sein Schwiegersohn wurde seinerzeit von gerling auf einen Direktorenstuhl „gesetzt“. Diesen Druck hielt er nicht stand. Selbstmord.

Kontaktherstellung mit Ömer Boyar zu Gerling. Türke aus Izmir, nicht Türkisch sprechend. In Köln aufgewachsen. Bei Ford am Fließband stehend. Und – sehr gut aussehend. Ihn entdeckte ich beim Spazieren am Militärring, in Kreidestreifenhose. Sein Lächeln – umwerfend. Sein „türkisches“ Kölsch auch. Von mir ein Treffer. Gerling mochte ihn sehr. Wir trafen uns zu Dritt immer nur in seinem Landhaus, im Bergischen Land, bei Immekeppel. Gerlings Personal hatte vorher das Essen gebracht und frische Blumen. Oder es wurde mit Azaleen dekoriert. Oft wurden dort gemeinsame Spaziergänge gemacht. Dabei wurde viel geredet. Die Umgebung war wunderschön. Die ganze Zeit sah ich Hans Gerling mit glühenden Kinderaugen. Er hatte was Jugendliches, auch albernes. Ungemein gut lachen konnte er, wenn andere dumme Fehler machten. Trotz seiner schlaksigen Körpergröße wirkte er flott, wenn da nicht die gebügelten Blue-Jeans wären… Die beiden gingen ins Haus und ich fuhr zurück nach Düsseldorf. Ömer wollte nach einer gewissen Zeit weg vom Fliessband. Er wollte eine Herrenbotique. Nicht vorstellbar für Gerling und für mich. Nun ja, er wirkte ja etwas schlicht. Also überredeten wir ihn, zum Autohandel, seine Fachrichtung halt. Gegründet wurde, unter meinem Namen, und Gerlings guter Unterstützung, der Autohandel B&B. (Blau&Boyar). Auf der Venloerstrasse 263? Mein/unser Werbespruch: Bei uns haben nicht nur die Reifen Profil! Ich muß altes Briefpapier suchen in meinen Unterlagen, falls es da noch was gibt. Eher nicht. Jetzt ist dort ein Buchhandel drin, googelte ich. Wenn rechts die ganze Wand verspiegelt ist, dann stimmt die Adresse. Nach meiner ca. acht Jahre langen Gerling-Kontakt-Phase war Ömer immer noch in der Nähe von Hans Gerling. Später trennte man sich, hörte ich, im Streit. Dann wurde mir erzählt, das Landhaus wäre in Flammen aufgegangen.

Hans Gerling: Geistkapital. Es gab Gespräche mit dem Chefredakteur Capital Johannes Groß. (1974-1980. Ab 1980 Herausgeber). Der konservative Gerling akzeptierte meine eher linksliberalen Positionen. Genoss mein Zahlengedächtnis, meine rhetorischen Spitzen gegen träge Entscheidungsträger. Er nannte mich ein unkonventionelles, geistiges Urgewächs. Wäre Gerling vielleicht selber ein bisschen gerne so gewesen? War das die Basis unserer Freundschaft? Wie auch so bei JCB teilweise?! Sucht man nicht oft was bei anderen, was man selber nicht hat? Jedenfalls sagte Gerling nach Jahren zu mir: Nicht ich bin der richtige Freund für Dich, JCB ist es. Stimmt! JCB war und ist mein großes Vorbild, mein wichtigster Ratgeber, mehr als herausragend. Gerling war es auch. Etwas.


2019 – JCB wurde im November 88 Jahre jung. Durch ihn wurde ich „Siegfried Blau“. Ihm verdanke ich – fast – alles. Auch hörte ich zweimal den klugen Satz als ich 20Jahre alt war: SCHAU NICHT SO NACH MEINEM PORSCHE! DU MUSST SIEGFRIED BLAU WERDEN!“ Mit dieser, seiner Weisheit hatte ich als junger Mensch Glück gehabt!

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1978 Gründungsjahr Kunsthandel Blau, mit Antiquitäten und gleichzeitig „Moderne Kunst“ – Avantgarde nach 1945.
Schwerpunkt deutsche und international bekannte Künstler, auch Nachwuchskünstler aus Nordrhein-Westfalen. Moralische Stütze und Hilfe als Verkäuferin, na klar: meine Mutter. Somit kam es auch weiterhin zu vielen Reisen. Auch als Begleiter von JCB ins Ausland, privat oder geschäftlich, immer, immer wieder. Das hieß für mich, während JCB Geschäftsgespräche tagsüber hatte: Rein in die Museen, zu Fuß die Städte erforschen, so wie es meine Eltern schon organisierten. So war ich, immer per Bustour – alleine, mit 12 in Venedig. Mit 16 in Warschau, in Dänemark, in Schweden. Dann ging es halt weiter so mit JCB.

1978 Der Gewinn bei meinem Verkauf meiner Eigentumswohnung im Münsterpark, Derendorf, ermöglichte den Start. Sofort kaufte ich eine neue. Deren Verkaufsgewinn erleichterte mir zusätzlich den Umzug nach Palma de Mallorca 1999.

1984 Joseph Beuys Erste, bedeutende Ausstellung der Galerie Blau.
Dank Kontakt zu Beuys. Erste Presseberichte.

Es folgten eher unbedeutende Präsentationen. Ausserdem gab es viele Kultur-Reisen mit JCB. Nun ja, das blieb auch so. Das begann ja schon, als ich 17Jahre alt war und JCB, 32. Nach und nach wurde ich zum Galeristen. Dank lesen, lesen lesen, Galerien und Museums-Besuchen, Gespräche mit Sammler, Kulturwissende,

1989 Beginn Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Galerien BVDG. Mitglied im Ausschuss „Neue Medien.“

1995 Ausstellungsbeginn mit Kuratoren, Kulturverantwortliche als Redner & Schirmherrschaften.

1997 Prof. Dr. Raimund Stecker, Direktor Kunstverein Düsseldorf, empfiehlt die Galerie Blau in einem Rundschreiben an die über 3.000 Mitglieder

1998 Prof. Dr. Armin Zweite, Direktor Kunstsammlung NRW, schreibt einen Glückwunsch zur Helmuth Pfeuffer-Ausstellung und gratuliert zu der Entwicklung der Galerie Blau.

1999 – 19. Juni. Prof. Heinz Kalenborn, Kulturausschuss Rat der Stadt Düsseldorf:
„Blau ist der Schmela der 90er Jahre
“. ( Na bitte!)

1999 Januar Galeriepartnerschaft mit Theofilos Klonaris. Nach sechs Monaten inoffizieller Mitarbeit. Ehem. Mitarbeiter und Freund von Prof. Dr. David Galloway ( Kulturpapst). Berühmt geworden als Einkäufer für das Modern Art Musueik, Teheran, der Faradiba.

1999 September: Umzug Düsseldorf – nach Palma de Mallorca

2003 – 25 Jahre Galerie Blau – Selbstgespräch Siegfried Blau:

Meine Leidenschaft für die Kunst, das Entdecken, das Fördern, das Reisen, das Lesen, haben mich zum Kunsthändler werden lassen. Und meine gute soziale Umgebung – zugegeben.
Immer mit dem Suchen, mit Bewegung beschäftigt. Vorrangig interessiert mich auch die Bewegung in der Malerei. Kein statischer Aufbau, obwohl ich als ehemaliger Maschinebau-Ingenieur sehr wohl auch diese Zeichen lesen kann. Anfangs hingen zeitgenössische Bilder über „englische Kommoden“. Ein „Salon“ des 20. Jahrhundert? Wohl daher wurden Lesungen und Bücher, Musik und Tanz, vorgestellt. Wunsch und Ziel war und ist es, ein guter Galerist zu sein. Gut meint Arbeiten bzw. Künstler zu finden, die eins immer wollen: Qualität. Dies ist meistens gelungen. Vorbilder sind Alfred Schmela und das Denken eines Kunsthändlers wie Heinz Berggruen. Mir ist das nächtliche Aufwachen, wegen existentieller Sorgen ebenso bekannt, wie der Tiefschlaf. Den gab es meistens.

2004 – Ein Schicksalsjahr. Mit Wendungen. Privat und Beruflich.

2004 – Beendigung der Galeriepartnerschaft mit Klonaris. Wir bleiben enge Weggefährten.

2004 – Mai, bis Ende 2005 Theofilos Klonaris wird künstlerischer Direktor der neu gegründeten Galerie „Art Forum Palma de Mallorca“. Auch dank meiner Vermittlung. In dieser vorher vertraglich festgelegten kurzen Zeit, gelingt ihm der internationale Durchbruch. Und danach seine Selbständigkeit als Galerist. www.klonaris-fine-art.com

2004 – Frontalzusammenstoß mit meinem Mercedes auf Mallorca!! Ich lebe! Das Auto – Totalschaden. Das veränderte mein Leben. Eine Studentin bekannte sich als Verursacherin, schuldig.

2004 – Vermieter-Forderung, Mieterhöhung 33%! Der fünf Jahres-Mietvertrag ist zu Ende. Nee, so eine unverschämte Erhöhung?! Das wollte ich nun nicht mehr. Die Sinnsuche begann, was will ich!

2004 – 2014 selbst. Kultur-Redakteur, Inselradio Mallorca: Jeden Freitag. Titel „Blau – Kunst&Kultur“. Bis ca. 2.Millionen Hörer über Astra. Mich dort wirken zu lasen, ist eine Idee von Direktor Daniel Vulic. Mit der Redaktionsleiterin Katrin Wagenaar wurden mehr als 300 Sendungen produziert.

2005  – „Intime Ausstellungen“ in meiner Penthouse-Terrassen-Wohnung, Palma.
Gezielt arbeite ich als Kurator, Ausstellungsmacher, Berater. Vermittle Kunst & Künstler. Mehr hinter als vor der Kulisse. Bis nach Düsseldorf. Siehe etwa Ausstellungen bei Galerie Neapel bei Morawitz.

2005 – 2014 Berufswechsel: Nun bin ich selbständiger Kundenberater bei dem spanischen Verlag EPI – Editorial Prensa Iberíca. Dank Empfehlung von Wolfgang Schönborn, Chefredakteur der Mallorca Zeitung & Costa Blanca Rundschau. Deren Verlag gibt 18 Publikationen heraus. Zuständig bin ich besonders für die wöchentlich erscheinende Mallorca Zeitung. Sie ist die führende deutsprachige Zeitung auf den Balearen. Marktanteil ca. 65%. Außerdem arbeite ich für die relativ neue, deutschsprachige Wochenzeitung Costa Blanca Rundschau, ebenso für die spanische Tageszeitung Diario de Mallorca und deren Jahresmagazin „Mallorca-Touristik Information“.

Gerade wegen meines Alters und meiner Erfahrungen, habe ich diese Vereinbarung erhalten. Zwei wesentlich jüngere Mitbewerber wurden nicht akzeptiert. Vorstellungsgespräch war – auf Spanisch. Meine Aufgabe: Ziel für meine Kunden, Verbesserung ihres Umsatzes.

2010 – Februar, Düsseldorf-Besuch. Wolfgang Kamper, 80 Jahre jung, ehemal. Vorsitzender des Kulturausschusses der Landeshauptstadt Düsseldorf, treffe ich auf der Strasse in der Carlstadt: „Herr Blau, Sie haben eine Lücke hinterlassen!“ (Wegen Umzug nach Palma 1999)

2014 Mallorca Zeitung: Nach 9 Jahren beende ich meine selbständige Kundenberatertätigkeit, Werbeverkäufer, Unternehmensberater, auch als bester Neuvertragsverkäufer – über 500 Verträge pro Jahr. Rekord in diesem Medienhaus, sagt man mir. Geschenk – 6 Flaschen Wein…….. Es war eine gute, eine recht erfolgreiche Zeit. Arbeit war immer wichtig für mich. Daher meine Lebensfreude!

2014 August. Offizieller Umzug zu meinem jahrzehntelangen Weggefährten JCB. Mein Atico, eine kleine Penthouse-Terrassenwohnung in Palma, habe ich behalten. Meine neue Aufgabe, Arbeit: 24h Aufmerksamkeit für JCB. Beide sind wir seit Jahren alleine, ohne Beziehungen. Nun passen wir aufeinander auf. Was für eine gute, befriedigende Aufgabe. Nun kann ich zurückgeben, was ich – blond und jung, mit JCB erlebt, von ihm gelernt habe. Es gibt keinen Dank, heißt es? Doch!